Für eine sichere Tour

Fataler Pack-Fehler kann für Motorradfahrer schlimme Folgen haben

Wer gerne Motorrad-Touren macht, sollte beim Gepäck besonders genau sein. Schließlich kann die Missachtung von Vorgaben fatale Folgen haben.

NRW – Nach einem langen Winterschlaf kommen sie nach und nach zum Vorschein: Motorradhalterinnen und -halter holen ihre Maschinen meistens im Frühjahr aus den dunklen Garagen und präparieren ihre Schätzchen für die anstehende Pisten-Gaudi. Doch wenn es einmal losgeht, gilt es eine wichtige Regel zu beachten.

Institut für Zweiradsicherheitgemeinnütziger eingetragener Verein, der die Verkehrssicherheit der Motorradfahrer optimieren will
SitzEssen
Gründung1981

Motorradfahrer sollten vor der Tour ihr Gepäck genau kalkulieren

Bevor die Motorrad-Tour starten kann, muss nicht nur die Maschine in Schuss gesetzt und eine Route geplant werden. Auch das Gepäck will wohlkalkuliert sein, sofern man keine gefährlichen Situationen heraufbeschwören will, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa).

Um das Gepäck planen zu können, müssen Motorradbesitzer einen Blick in die Zulassungsbescheinigung werfen. Wie das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) erklärt, stehe dort im ersten Teil unter der Ziffer F1 das für die Maschine zulässige Gesamtgewicht (mehr Service-News auf RUHR24).

Vor dem Beladen des Motorrads muss man in die Zulassungsbescheinigung schauen

Vom zulässigen Gesamtgewicht unter Ziffer F.1 wird die Leermasse, die unter Ziffer G angegeben ist, abgezogen. Die daraus entstehende Differenz entspricht dem Gewicht, das man zuladen darf.

Wie motorradonline berichtet, liege die übliche Zuladung bei ungefähr 200 Kilogramm, manche Modelle könnten sogar insgesamt mit bis zu 250 Kilogramm beladen werden. Laut dpa liege das zugelassene Gewicht bei den meisten Motorrädern zwischen 170 und 200 Kilogramm.

Zusätzliches Gepäck verändert laut ifz „die Fahrphysik des Motorrades“

Die Angaben seien deshalb sehr wichtig, da zusätzliches Gepäckgewicht „die Fahrphysik des Motorrades“ verändere. Dieser Effekt könne „durch schlechte Verteilung noch verstärkt werden“.

Die Folgen können im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Motorradfahrer müssten sich demnach beim Fahren mit Gepäck auf neue Lenkkräfte oder die Kippmomente einstellen, weiß das ifz.

Eine Grundregel sei, „den Schwerpunkt des Motorrads tief zu halten“. Das bedeutet, dass Motorradfahrer vor der Fahrt ihre schweren Gepäckstücke möglichst tief, leichte Gegenstände hingegen darüber zu verpacken. Ebenso entscheidend sei auch eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts.

Motorradfahrer sollten sich Zeit für die Zuladung nehmen und das Gewicht gleichmäßig verteilen

Um die Sicherheit beim Fahren zu gewährleisten, sollte man das Motorrad zudem nicht auf den letzten Drücker beladen. Schließlich sei bei genug zeitlichem Puffer eine Proberunde möglich, in der man sich an das Fahrverhalten der beladenen Maschine gewöhnen kann. Mit seiner Checkliste will das ifz den Beladungs-Prozess vereinfachen.

Die gleichmäßige Verteilung des Gewichts ist für eine sichere Motorradfahrt essenziell.

Biker würden beispielsweise merken, dass das Motorrad „deutlich träger“ beschleunigen, so das ifz weiter. Auch würden sich Überholvorgänge und Bremswege verlängern. Die zusätzliche Zuladung mache zudem „oftmals Veränderungen an der Fahrwerkseinstellung“ notwendig, beispielsweise in Bezug auf die Erhöhung der Federbasis.

Motorrad sollte vor Fahrtbeginn dem neuen Gewicht entsprechend angepasst werden

Auch die Höhe der Scheinwerfer sollte gecheckt werden, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden oder den Reifenfülldruck gegebenenfalls zu erhöhen. Bei jeder Pause sollten laut dpa außerdem Riemen, mit denen das Gepäck straffgezogen wird, kontrolliert werden.

Rubriklistenbild: © Cavan Images/Imago

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