Nudel-Klassiker ist "Sieger"

Da fehlt doch was! Das sind die dreistesten Mogelpackungen des Jahres 

In vielen Verpackungen steckt immer weniger Inhalt. Doch die Preise für die Produkte steigen. So werden nichtsahnenden Verbraucher ausgetrickst. 

  • Die Verbraucherzentrale hat die Mogelpackung des Jahres 2019 gekürt.
  • Insgesamt haben 43.044 Verbraucher bei der Abstimmung teilgenommen.
  • Beim "Gewinner" Mirácoli fehlt in der Packung seit dem vergangenen Jahr ein Bestandteil völlig. 

Hamburg - Herzlichen Glückwunsch! Mirácoli hat gewonnen! Der beliebte Nudel-Klassiker darf sich jetzt mit dem zweifelhaften Titel "Mogelpackung des Jahres 2019" schmücken. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat über das Produkt abstimmen lassen, bei dem der Verbraucher am meisten ausgetrickst wird.

Mogelpackung des Jahres 2019: Mirácoli streicht den Käse

Nicht nur, dass die Fertignudeln seit letztem Jahr klammheimlich den allseits beliebten geriebenen Käse gestrichen hat, auch spart der Hersteller an Tomatensauce und Würzmischung. Der Preis für das Nudelgericht ist dagegen der alte geblieben.

Der Konzern hatte die Entscheidung, den Käse zu streichen, damals auf Twitter so begründet: "Da wir gegen Lebensmittelverschwendung sind und viele Mirácoli Käufer den Käse gar nicht verwendet haben, ist die Entscheidung getroffen worden, diesen nicht mehr in die Klassiker Packungen dazu zu packen."

Ohne Käse - ohne mich! Über 15.000 Mirácoli-Kunden sind unzufrieden

Das allerdings hat schon im April letzten Jahres den Unmut der Nudel-Fans auf sich gezogen. Die machten sich bei Twitter Luft und haben angekündigt von nun an auf die schnellen Nudeln verzichten zu wollen. 

Aber nicht nur bei Twitter machten die Verbraucher ihrem Ärger Luft: Bei der Verbraucherzentrale Hamburg gingen 15.749 Beschwerden über das Produkt ein. Das hat gereicht, um Mirácoli vom Hersteller Mars als Mogelpackung des Jahres 2019 zu krönen.

Mogelpackung des Jahres 2019: Direktsaft von Hipp - Preiserhöhung von 115 Prozent

Knapp hinter Mirácoli landet der Direktsaft von Hipp. Die Silbermedaille hat sich der Saft mit einer saftigen Preisverdopplung verdient. Der Hersteller hat die 500-Milliliter-Flasche verkleinert. Jetzt gibt es den Direktsaft in einer 330-Milliliter-Flasche. Doch wo vorher für die größere Flasche nur 1,05 Euro über die Theke wandern mussten, werden jetzt 1,49 Euro fällig. Das ist eine Preiserhöhung von stattlichen 115 Prozent. Damit waren 13.934 Verbraucher nicht einverstanden und stimmten bei der Verbraucherzentrale ab. 

Die Plätze drei bis fünf können Rama, Milka und Kellog für sich beanspruchen. Rama hat seinen Margarine-Becher von 500 auf 350 Gramm verkleinert. Der Preis ist gleich geblieben. Der Verbraucher zahlt demnach 43 Prozent mehr für den Brotaufstrich. Die Verbraucherzentrale kritisiert aber nicht nur die unverhältnismäßige Preiserhöhung. 

Milka gibt sich als 100-Gramm-Tafel aus und ist 19 Prozent teurer

Auch die Inhaltsstoffe stehen in der Kritik. Rama verspricht eine Mischung aus gepressten Ölen und Buttermilch. In der Margarine zu finden ist allerdings hauptsächlich Palmfett. Eine Zutat, für die jede Menge Regenwald abgeholzt wird und viele gesättigte Fettsäuren enthält. 

Die viertplatzierte Milka kassiert bei der dunklen Schokolade den Preis für eine 100-Gramm-Tafel. Genau so sieht die Tafel auch so aus. Allerdings verbergen sich in der Verpackung nur 85 Gramm Schokolade. Unterm Strich ist die dunkle Schokolade so 19 Prozent teurer als normale Milka-Schokolade. Knapp hinter Milka landen Frosties von der Firma Kellog. Die Firma hat die Füllmenge reduziert, während der Preis gleich geblieben ist. Gewinn für Kellog: bis zu 14 Prozent mehr für die gleiche Menge Cornflakes.

Verbraucherzentrale: Produkte die schummeln im Regal liegen lassen!

Die Verbraucherzentrale rät: Produkte, über die wir uns ärgern, sollten wir im Regal liegen lassen. Nur so würden die Unternehmen vielleicht zur Besinnung kommen. Das Problem: Oft sind die Preiserhöhungen gut versteckt. Die Verbraucher geben das gleiche Geld für viel Luft und wenig Produkt aus. Konsumenten haben kaum eine Chance, Preiserhöhungen zu erkennen. 

Während die Produkte immer teurer werden, schieben sich Hersteller und Händler gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Der eine verringert die Füllmenge und der andere legt laut Kartellrecht die Preise fest. Die Verbraucherzentrale fordert eine sogenannte Transparenzplattform, auf der Hersteller Füllmengenänderungen samt unverbindlichem Verkaufspreis (UVP) veröffentlichen müssen.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa; Montag: RUHR24

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