Hinweis aufgetaucht

Großem Möbelhändler droht Insolvenz – mit drastischen Folgen für Kunden

Auf der Website eines Online-Möbelhändlers ist ein Hinweis aufgetaucht. Das Unternehmen scheint insolvent zu sein – Bestellungen wurden gestoppt.

Dortmund – Schon wieder eine Insolvenz – und wieder trifft es einen Möbelkonzern. Nachdem Hülsta nach über 80 Jahren von der Pleitewelle erfasst wurde, ist nun ein Hinweis auf der Website von Made.com aufgetaucht, der darauf hindeutet, dass dem Unternehmen ebenfalls die Insolvenz droht.

Made.comE-Commerce-Unternehmen für das Möbel und Wohnaccessoires
GründungMärz 2010
HauptsitzLondon, Vereinigtes Königreich

Online-Möbelhändler kurz vor der Insolvenz – Neubestellungen gestoppt

Für Freunde der Interieurs-Kunst führte bislang kein Weg an Made.com vorbei. Der Online-Möbelhändler steht für klassisches und zeitloses Design – und nach eigenen Angaben alles zu einem erschwinglichen Preis.

Ein Hinweis auf der Website von Made.com lässt darauf schließen, dass es mit den rosigen Zeiten nun vorbei ist. „Made Design Ltd. hat die Absicht bekundet, einen Insolvenzverwalter zu bestellen“, heißt es. Das hat auch Auswirkungen auf die Kunden, die noch eine offene Bestellung haben oder geplant hatten, in Kürze Möbel oder Wohnaccessoires zu bestellen (mehr Service-News bei RUHR24).

Gesunkenes Konsumverhalten aufgrund von Energiekrise oder Corona-Pandemie sowie enorme, globale Probleme bei den Lieferketten haben den Möbelkonzern wohl in eine finanzielle Schieflage gebracht. Auch das Traditionsunternehmen Galeria Kaufhof ist durch die aktuelle Situation erneut ins Straucheln geraten – 40 von 130 noch bestehenden Filialen müssen schließen.

Made.com droht die Insolvenz nach zwölf Jahren – Kunden gucken in die Röhre

Made.com gibt an, dass man derzeit keine neuen Bestellungen annehmen könne. Im Online-Shop ist jedes Produkt mit dem Label „Ausverkauft“ gekennzeichnet. Noch übler trifft es jedoch Kunden, die noch auf ihre Lieferung warten oder gegebenenfalls eine Rücksendung veranlassen wollten.

Zwar heißt es vonseiten des britischen Unternehmens, man sei in der Lage, einige ausstehende Bestellungen noch auszuliefern, aber Rücksendungen, Rückerstattungen oder Auftragsstornierungen könne man nicht bearbeiten. Was das für die Kunden konkret heißt und wie lange sie nun eventuell auf ihr Geld warten müssen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Man könne „zu diesem Zeitpunkt keinen Zeitrahmen angeben“.

Möbelhändler entschuldigt sich für Unannehmlichkeiten – Kunden brauchen Geduld

Made.com gibt lediglich an, dass man alle Kunden so schnell wie möglich über ihre Bestellungen informieren wolle. Und hoffe, „bald wieder in der Lage zu sein, Rückerstattungen zu bearbeiten“. Keine guten Aussichten für Kunden des Möbelkonzerns.

In den FAQs rund um die drohende Insolvenz liefert der Möbelhändler auch stets die gleiche Antwort. Wer eine Bestellung stornieren möchte, eine Rückerstattung anfordern will oder möglicherweise über eine fehlende, schadhafte Lieferung klagt, guckt in die Röhre.

Dem Möbelhändler Made.com droht die Insolvenz – mit Folgen für Kunden.

Made.com gibt jedes Mal folgende Antwort: „Wir sind derzeit nicht in der Lage, Rücksendungen oder Stornierungen von Bestellungen zu bearbeiten.“ Man entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten und bedauere die aktuelle Situation sehr. Für betroffene Kunden möglicherweise nur ein schwacher Trost.

Denn auch wenn Made.com sich selbst mit „erschwinglichen Preisen“ rühmt, gibt es mitunter Möbel und Wohnaccessoires im vierstelligen Euro-Bereich zu kaufen. Wer in solch einem Fall auf die Rückerstattung warten muss, wird wenig erfreut sein.

Online-Möbelhändler kurz vor der Pleite – Unternehmen geht drastische Schritt

Der Möbelkonzern versucht sich noch zuversichtlich zu präsentieren. Eigenen Angaben zufolge, prüft Made.com derzeit alle Optionen, einen Käufer für das Unternehmen oder zumindest für Teile des Online-Shops zu finden. Sollte das nicht gelingen, wird Made.com unter Zwangsverwaltung gestellt. Heißt: Damit wäre die Insolvenz und auch das Ende von Made.com besiegelt.

In einer vorherigen Mitteilung der Nachrichtenagentur PA vor einigen Monaten hatte das Unternehmen bereits mitgeteilt, einen Käufer zu suchen. Man benötige Investitionen in Höhe von 70 Millionen Pfund (rund 81 Millionen Euro), um das Geschäft weiterhin am Laufen zu halten. Dieser Versuch ist wohl gescheitert.

Made.com kurz vor der Pleite – unklar, was mit den wenigen Filialen passiert

Laut der Deutschen Presseagentur (DPA) hat der Möbelkonzern auch am Dienstag (1. November) alle Aktien von der Börse genommen. Dabei war der Online-Händler erst vor zwei Jahren an die Börse gegangen. Seitdem habe Made.com enorm an Wert verloren, heißt es weiter.

Made.com ist vor allem für seinen Online-Shop bekannt. Allerdings betreibt der Konzern auch einige Showrooms – unter anderem in Hamburg, Berlin, London und Paris. Was mit den Filialen passiert, ist aktuell unklar. Wie PA jedoch angibt, stehen rund 700 Jobs bei dem Möbelkonzern auf der Kippe.

Rubriklistenbild: © Made, Screenshot/Made; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24