Nestlé: Gefährliches Mineralöl in Säuglingsnahrung - Foodwatch fordert Rückruf

Foodwatch fordert Rückruf von Säuglingsnahrung von Nestlé und Novalac aufgrund von Mineralöl. Foto: Foodwatch
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Foodwatch fordert Rückruf von Säuglingsnahrung von Nestlé und Novalac aufgrund von Mineralöl. Foto: Foodwatch

Diverse Säuglingsnahrung von Nestlé und Novalac weisen Spuren von gefährlichem Mineralöl auf, fand Foodwatch jetzt heraus. Diese fordern jetzt den Rückruf.

Dreiviertel der getesteten Säuglingsnahrung von Nestlé und Novalac weisen Spuren von gefährlichem Mineralöl auf, fand Foodwatch jetzt heraus. Die Organisation fordert jetzt den Rückruf.

  • Gefährliches Mineralöl wurde jetzt in Säuglingsnahrung von Nestlé und Novalac gefunden.
  • Foodwatch fordert die Konzerne zum Rückruf auf.
  • Mineralöl steht im Verdacht Krebs auszulösen.

Nestlé: Mineralöl in Säuglingsnahrung gefunden

Die Verbraucherorganisation Foodwatch weist darauf hin, dass in unabhängigen Laboren Mineralölbestandteile in der Säuglingsnahrung von Nestlé und Novolac gefunden wurde. Laut der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA sind die Mineralöle potenziell krebserregend und erbgutschädigend.

Betroffen sei das in Deutschland und Österreich verkaufte Produkt von Nestlé "Beba Optipro Pre, 800g, von Geburt an" und "Beba Optipro 1, 800g, von Geburt an." Außerdem betroffen sei "Novolac Säuglingsmilchnahrung Pre, 400g". Diese ist in Apotheken erhältlich.

Foodwatch fordert Rückruf von Nestlé

„Aromatische Mineralölbestandteile haben in Lebensmitteln nichts zu suchen – schon gar nicht in Produkten für Säuglinge“, so Martin Rücker, Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland. Vor allem bei Lebensmitteln für Babys müssten sich Eltern darauf verlassen können, dass die Produkte gesundheitlich unbedenklich seien.

Daher fordert Foodwatch Novolac und Nestlé auf, die Produkte sofort zurückzurufen und Eltern vor der Gesundheitsgefahr der Säuglingsnahrung zu warnen.

Krebsverdächtiges Mineralöl in Säuglingsnahrung entdeckt

„Jeder weitere Tag, an dem Hersteller wie Nestlé ihre mit krebsverdächtigen Mineralölen verunreinigte Babymilch in den Verkaufsregalen stehen lassen, erhöht das Risiko für Neugeborene – das ist vollkommen unverantwortlich. Die Produkte müssen sofort und überall aus dem Verkauf genommen werden“, betont Foodwatch.

Das pikante dabei: Es ist nicht das erste Mal, dass Mineralöle in dem Pulver gefunden worden ist. Nur ein einziges Produkt enthielt kein gefährliches Mineralöl: Die Säuglingsnahrung "Beba Optipro 3, 800g, ab dem 10. Monat".

Verunreinigte Blechdosen bei Säuglingsnahrung von Nestlé

Verunreinigte Blechdosen sollen laut Foodwatch, die jedes Jahr die dreisteste Werbelüge mit dem Goldenen Windbeutel auszeichnen, das Problem sein. Das Pulver wird in den Blechdosen verkauft. Die Mineralöle sollen sich von den Wänden der Blechdosen gelöst haben.

Foodwatch empfiehlt daher Eltern, keine Säuglingsnahrung in Blechdosen zu kaufen, bis der Hersteller garantieren kann, dass sich keine Rückstände von Mineralöl mehr in dem Pulver befindet.

Eine offizielle Stellungnahme von Nestlé gibt es zu dem Rückruf bisher noch nicht. Und auch ein halbes Jahr später, als die Testergebnisse von einem weiteren staatlichen Labor bestätigt wurden, reagierte kaum ein Hersteller auf den Hinweis von Foodwatch, dass Milchpulver für Babys gefährliches Mineralöl enthalte. Außer Rossmann - der stoppte den Verkauf, allerdings nur unter Vorbehalt. Und auch vonseiten der Politik blieb es erstaunlich still - und dass, obwohl man längst über die erschreckenden Testergebnisse Bescheid wusste. 

Nestlé steht mit ihrer Säuglingsnahrung seit Jahren in der Kritik

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé steht bereits seit Jahren mit ihrer Säuglingsnahrung in der Kritik. Viele Hilfsorganisationen geben Nestlé die Schuld an dem hohen Säuglingssterben in Dritte-Welt-Ländern.

Dazu gab es bereits 1974 die Kampagne "Nestlé tötet Babys", welche auf einen wissenschaftlichen Bericht bei der United Nations Protein Advisory Group (PAG) zurückzuführen ist.

Seit der Einführung von künstlicher Säuglingsnahrung in dritte Welt Länder, ist die Sterberate von Säuglingen gestiegen. Immer mehr Mütter stillen ihre Kinder nicht mehr und mischen das Pulver mit verunreinigtem Wasser an.