Gegen Lebensmittelverschwendung

Mindesthaltbarkeitsdatum abschaffen? – Verbraucher haben klare Meinung

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln abgelaufen ist, sind sie häufig trotzdem noch genießbar. Ist es daher überhaupt noch erforderlich?

Dortmund – Auf jedem verpackten Lebensmittel steht ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Diese Angaben sollten künftig abgeschafft werden. Zumindest, wenn es nach dem Verbraucherschutzminister von Baden-Württemberg geht. Verbraucher haben zum möglichen Aus des Haltbarkeitsdatum eine übereinstimmende Meinung.

Aus für Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln? – Minister macht drastischen Vorschlag

Etwa elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln landen laut Bundesernährungsministerium in Deutschland jährlich in der Mülltonne. Darunter werden auch viele Produkte weggeschmissen, die eigentlich noch essbar sind. Um dies zu vermeiden, will der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauck (CDU) das Mindesthaltbarkeitsdatum abschaffen.

Das Ablaufdatum auf Verpackungen gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt sich ein verpacktes Lebensmittel mindestens lagern und verzehren lässt und dabei seine spezifischen Eigenschaften behält.

Alternativ schlägt Hauck eine andere Kennzeichnung für verpackte Lebensmittel vor, wie beispielsweise „(Bei richtiger Aufbewahrung) Qualität garantiert bis…“, berichtet die Lebensmittelzeitung. Dieser Vorstoß soll auf der nächsten Konferenz der Verbraucherschutzminister diskutiert werden.

Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

Mindesthaltbarkeitsdatum vor dem Aus: Verbraucher haben klare Meinung zum Haltbarkeitsdatum

Der Deutsche Lebensmittelverband steht der Abschaffung des Haltbarkeitsdatums kritisch gegenüber. Eine alternative Angabe auf Lebensmittelverpackungen könne „wahrscheinlich im Gegenteil für noch mehr Verunsicherung beim Verbraucher sorgen“, so der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Marcus Girnau.

Auch Supermärkte wie Rewe gehen das Thema bereits an. Unter einem Facebook-Beitrag, bei dem der Supermarkt auf Missverständnissen zum Ablaufdatum von Lebensmitteln informiert, äußern sich zudem viele Nutzer. Verbraucher sind sich in Bezug auf das Mindesthaltbarkeitsdatum größtenteils einig.

Ein Großteil der User verlässt sich bei der Erkennung der Genießbarkeit der Lebensmittel sowieso auf Aussehen, Geruch und Geschmack. Zudem weist ein Nutzer darauf hin, „das Haltbarkeitsdatum ist nur ein Hinweis und bedeutet nicht im gleichen Atemzug ab sofort tödlich“.

Bundesernährungsminister Cem Özdemir plant Legalisierung von „Containern“

Zuletzt hatte Bundesernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) angekündigt, das sogenannte „Containern“ legalisieren zu wollen. So könnten noch verzehrbare Lebensmittel vor dem Müll gerettet werden. Unter „Containern“ versteht man das aktuell noch unter Strafe gestellte Entnehmen von noch genießbaren Lebensmitteln aus Müllcontainern.

Diesen Vorschlag lehnt Hauck allerdings ab. Denn mögliche politische Maßnahmen sollten nach ihm eher dafür sorgen, dass „die Lebensmittel erst gar nicht im Container landen, wenn sie noch verzehrfähig sind“. Dem Prinzip geht auch die 3-Euro-Rettertüte von Lidl nach.

Bei der Zielsetzung scheinen sich jedoch alle Akteure einig: Die Lebensmittelverschwendung müsse verringert werden. Allerdings halten sie unterschiedliche Wege für erfolgsversprechend. Der Discounter Aldi ergreift ebenfalls Maßnahmen, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Rubriklistenbild: © epd/STPP/Imago; Collage: RUHR24

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