Unternehmen weist Schuld von sich

Hammer bei Milka: Versteckte Preiserhöhung beim Schoko-Weihnachtsmann

Schokoweihnachtsmänner
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Wer ganz genau hinsieht, erkennt: Bei Milka ist weniger drin – zum selben Preis oder sogar teurer.

Zu Weihnachten darf es auch mal ein bisschen mehr sein – das gilt allerdings nicht für Milka. Da gilt: Zu Weihnachten darf es auch ein bisschen teurer sein.

Dortmund – Gefühlt stehen sie schon seit dem Spätsommer in den Regalen und warten auf ihren großen Einsatz: die schokoladigen Weihnachtsmänner von Milka. Jetzt in der Vorweihnachtszeit landen sie bei einigen Kunden wieder im Einkaufswagen – doch irgendetwas ist anders. Teilweise kostet der Weihnachtsmann genauso viel wie vergangenes Jahr, teilweise sogar mehr – und das für weniger Schokolade.

MarkeMilka
Einführung1825
MuttergesellschaftenMondelēz International, Kraft Foods Group

Milka-Weihnachtsmann: Weniger Inhalt für den gleich Preis

Weniger Inhalt für den gleichen und teilweise sogar für einen höheren Preis – diese Masche findet die Verbraucherzentrale Hamburg bei Saisonartikeln besonders dreist. Denn dabei haben die Kunden kaum eine Chance, Preise oder Inhalt zu vergleichen. Die Weihnachtsmänner aus Schokolade von Milka sind in diesem Jahr 10 Prozent leichter.

Im Jahr 2019 wogen die Männer aus Schokolade noch 50 und 100 Gramm, jetzt sind die Milka-Männer auf 45 und 90 Gramm geschrumpft. Das dürfte aber nur Kunden auffallen, die genau hinsehen. Denn aufgrund der Aufmachung ist ein Größenunterschied kaum zu sehen.

Denn die Weihnachtsmänner von Milka wiegen nicht nur weniger, ihnen wurde auch ein neues Gewand verpasst. Die neue Verpackung hat einen breiten Falzrand, der absteht und den Schoko-Mann so größer aussehen lässt.

Weihnachtsmänner von Milka werden seit Jahren immer leichter: bis zu 31 Prozent weniger Gewicht

Besonders die Schoko-Weihnachtsmänner von Milka der Sorte Alpenmilch sind von der Diät betroffen, andere Sorten wie „Knusper Crispy“ oder „Nuss“ wiegen jeweils nur 5 Gramm weniger. Das ist nicht das erste Mal, dass die Firma Mondelez die Milka-Weihnachtsmänner einer Magerkur unterzieht.

Schon vor vier Jahren schrumpften die Weihnachtsmänner von Milka von ursprünglich 60 auf 50 Gramm und von 130 auf 100 Gramm. Die Verbraucherzentrale stellt fest: „Innerhalb von fünf Jahren haben die Milka Weihnachtsmänner bis zu 31 Prozent an Gewicht verloren.“

Rewe schlägt noch ordentlich drauf: Milka-Weihnachtsmann 36 Prozent teurer

Weniger Inhalt allein wäre wenig problematisch, wenn denn auch der Preis stimmen würde. Nach Recherchen der Verbraucherzentrale bleiben die Preise bei Edeka und Netto im Vergleich zum Vorjahr aber gleich. Das bedeutet eine versteckte Preiserhöhung von elf Prozent (alle News zu Edeka bei RUHR24.de).

Andere Händler schlagen sogar noch drauf: Rewe verlangt für den 45 Gramm leichten Schokoweihnachtsmann 1,19 Euro – vergangenes Jahr waren es nur 99 Cent für 50 Gramm Schokolade. Damit nimmt Rewe gleich 36 Prozent mehr ein für den Milka-Weihnachtsmann, wenn auch die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze in 2019 und 2020 berücksichtigt werden.

Video: Streit um das Quadrat – Milka und Ritter Sport vor Gericht

Verbraucherzentrale fordert: „Milka im Regal stehen lassen“

Mondelez zeigt sich gegenüber der Verbraucherzentrale eher wortkarg: „Den genauen Inhalt und das Gewicht unserer Produkte weisen wir immer deutlich auf den Verpackungen aus (...)„ Außerdem liege die Preisgestaltung beim Einzelhandel – als Hersteller hätte Mondelez darauf keinen Einfluss.

Die Verbraucherzentrale meint: Hersteller und Händler sind beide gleichermaßen daran beteiligt, den Kunden das Geld aus dem Portemonnaie zu ziehen. Die Verbraucherschützer gehen sogar noch einen Schritt weiter und fordern Kunden auf: „Wer gegen versteckte Preiserhöhungen durch Füllmengenreduzierung protestieren will, sollte das Produkt von Milka im Regal stehen lassen.“