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Öko-Test hat 16 Baby-Milchpulver untersucht und festgestellt: Säuglingsnahrung ist oft schadstoffbelastet oder es fehlen wichtige Nährstoffe. Von fünf Produkten wird Käufern sogar eindeutig abgeraten.

Muttermilch – sie nährt das Baby in den ersten Lebensmonaten, schützt sie vor Infektionen und sogar Allergien. Hersteller von Muttermilchersatz-Produkten wie Pre-Nahrung oder Säuglings-Milch arbeiten daher hart daran, die natürliche Muttermilch so gut wie möglich nachzuahmen.

Doch dabei scheint so einiges schief zu gehen. Jetzt hat Öko-Test herausgefunden: In vielen Milchpulvern stecken einerseits zu viele Schadstoffe, andererseits fehlen wichtige Nährstoffe.

Schadstoffe in der Pre-Nahrung

Alle getesteten Milchpulver wurden auf Fettschadstoffe, Mineralöl-Rückstände und Reste von Desinfektionsmitteln untersucht. Im Labor fiel dabei auf: In fast allen getesteten Milchpulvern steckten erhöhte Mengen an mineralölhaltigen Stoffen. Von vier Pre-Nahrungen rät Öko-Test daher sogar ab.

Durchgefallen sind vor allem beliebte Marken. In den Pre-Milchpulvern von Aptamil, Baylove und Rossmanns Babydream wurden verschiedene Schadstoffe gefunden. Deutliche Kritik üben die Tester auch an der Anfangsmilch von Nestlé. Bestimmte Rückstände chemischer Verbindungen die im Mineralöl vorkommen und in dieser Pre-Nahrung nachgewiesen werden konnten, sind möglicherweise sogar krebserregend.

Säuglingsnahrung fehlen die Nährstoffe

In fast allen Milchpulvern fand das Labor gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl (MOSH) oder Kunststoffen (POSH). Zwar wurden keine Grenzwerte überschritten, man könne jedoch auch „nicht mehr von Spuren sprechen“, so die Tester. Das Problem: MOSH reichern sich im menschlichen Fettgewebe und in der Leber an.

Weiteres Problem: In sechs Säuglingsnahrungen fehlen wichtige Nährstoffe, wie einige Fettsäuren. Die sind in der Muttermilch enthalten und wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen.

+++ Ökotest hat Mineralwasser getestet. Dabei fiel ein beliebtes Wasser komplett durch +++

Den Test und alle Details zu den getesteten Produkten findet ihr hier oder in der Ausgabe 05/2019 von Öko-Test.

Ende März hatte Öko-Test Zahnpasta geprüft. Auch hier waren viele Produkte durchgefallen.