Verbände warnen jetzt

Renovierung: BGH fällt Urteil - was Mieter und Vermieter wissen müssen

Der BGH hat entschieden, dass Vermieter und Mieter gleichermaßen für die Renovierung einer Wohnung verantwortlich sind.
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Der BGH hat entschieden, dass Vermieter und Mieter gleichermaßen für die Renovierung einer Wohnung verantwortlich sind.

Streit um Kosten für Renovierung der Wohnung zwischen Mietern und dem Vermieter: Damit soll nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) Schluss sein.

  • Häufig gibt es zwischen Mieter und Vermieter Streit wegen der Renovierung.
  • Das neue Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) sieht jetzt beide Parteien in der Verantwortung.
  • Bereits 2015 gab es ein erstes Urteil zu dem Thema Renovierung von Mietwohnungen.

Karlsruhe - Wenn es ums Renovieren der Wohnung geht, streiten sich Mieter und Vermieter häufig. Damit soll jetzt aber Schluss sein. Nun hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, wer für die Instandsetzung der Wohnung verantwortlich ist.

Gericht

Bundesgerichtshof (BGH)

Gründung

1. Oktober 1950

Stellung

Oberster Gerichtshof des Bundes

Dachorganisation

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

BGH-Urteil: Renovierung von Mietwohnungen führte häufig zu Streit zwischen Mieter und Vermieter

Bisher war es so geregelt, dass Mieter durch eine Klausel im Vertrag dazu verpflichtet werden konnten, die Wohnung zu renovieren. Diese Klausel enthielt aber nur sogenannte Schönheitsreparaturen.

Der BGH hatte zu dem Thema Renovierung von Mietwohnungen bereits 2015 ein Urteil gesprochen: Damals wurde beschlossen, dass Mieter, die in eine unrenovierte Wohnung eingezogen sind, diese nicht auf eigene Kosten renovieren müssen.

Mieter oft benachteiligt: BGH-Urteil soll Streit zwischen Mieter und Vermieter schlichten

Grund: Der Mieter könnte im ungünstigsten Fall die Wohnung schöner zurückgeben, als er diese bezogen hat. Das neue Urteil bestimmt, ob der Vermieter dafür nun einspringen muss oder nicht.

Denn deshalb gab es häufig Streit zwischen Mieter und Vermieter. Das soll sich laut dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe nun aber ändern.

Renovierung von Mietwohnungen: Vermieter müssen renovieren, Mieter müssen aber einen Teil zahlen

Unrenoviert bezogene Räume müssen nun, wenn nötig, vom Vermieter renoviert werden. Jedoch muss der Mieter einen Teil der Kosten übernehmen. Die Renovierung muss jedoch nur gemacht werden, wenn sich der Zustand der Wohnung seit Einzug noch weiter verschlechtert hat, zum Beispiel bei Löchern im Teppichboden.

In der Regel soll der Mieter laut dem BGH rund die Hälfte der Kosten für die Instandsetzung tragen. Das ist ein Kompromiss, denn der Mieter hat Anspruch auf eine ganz normale Renovierung, muss sich aber daran selbst beteiligen, so die Senatsvorsitzende Karin Milger.

Der BGH hat entschieden, dass Vermieter und Mieter gleichermaßen für die Renovierung einer Wohnung verantwortlich sind.

Bundesgerichtshof versucht mit Kompromiss Mieter und Vermieter zufriedenzustellen

Damit versucht der BGH beide Parteien zufriedenzustellen, aber schafft es nicht unbedingt. Denn von allen Seiten kam Kritik zu dem neuen Urteil.

Wer nun eine Wohnung neu mietet und diese unrenoviert bezieht, der muss mit einem Teil der Renovierungskosten rechnen. Denn der Vermieter wird wahrscheinlich eine Firma für die Schönheitsarbeiten in der Wohnung beauftragen.

Mit einem unwilligen Vermieter hatte es eine Familie in Dortmund kürzlich zu tun. Dieser hat die Familie mit einer lästigen Rattenplage alleine gelassen.

Renovierung: Laut BGH ist der Vermieter zur Instandsetzung der Wohnung verpflichtet

Jedoch haben Mieter den Anspruch einer Renovierung nur, wenn sich der Zustand der Wohnung durch den Vorgänger deutlich verschlechtert habe. Dem Mieter steht es aber auch zu, die Renovierungsarbeiten weiterhin selbst durchzuführen, da es für ihn dadurch günstiger sein könnte.

Wenn ein Vermieter jedoch mit den Renovierungsarbeiten auf sich warten lässt, kann der Mieter selbst auch renovieren und die Hälfte der Kosten vom Vermieter einfordern (mehr Service-News auf RUHR24.de).

Video: BGH klärt Mieterrechte bei Schönheitsreparaturen

BGH-Urteil: Verbände warnen vor steigenden Mieten

Verbände warnen nun aber vor den Folgen. Zum einen könnte sich das Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter allgemein verschlechtern. Andererseits könnten die Mieten steigen, da der Vermieter verpflichtet ist, während eines laufenden Mietverhältnisses Schönheitsreparaturen durchzuführen.

Der Mieter ist weiterhin verpflichtet die Wohnung sauber zu hinterlassen. Damit das beim Auszug nicht zur Qual wird, hilft ein regelmäßiger Frühjahrsputz. Das sind die besten Tipps und Tricks, damit die Wohnung wieder strahlt. Mit dpa-Material