Mehrwegpflicht

Neues Gesetz ab 2023 in Restaurants und Cafés betrifft To-Go-Produkte

Weniger Plastik, mehr Recycling: Mit der Einführung der Mehrwegpflicht ändert sich das To-Go-Geschäft. Einwegmüll soll so deutlich reduziert werden.

Dortmund – Restaurants, Bistros, Cafés und auch Fast-Food-Ketten werden ab 2023 dazu verpflichtet, auch Mehrwegbehälter für ihre To-Go-Produkte anzubieten. Das neue Gesetz zwingt die Gastronomiebranche zum Umdenken. Denn die Mehrwegbehälter sind teurer als die Einwegprodukte. Die zusätzlichen Kosten könnten auf die Kunden zurückfallen.

Mehrwegpflicht ab 2023: Was das für Verkäufer und Kunden bedeutet

Nach der neuen Pfandregel kommt ab dem kommenden Jahr auch die Mehrwegpflicht. Neben Einwegverpackungen müssen Gastronomen dann beim Außerhausverkauf auch Mehrweg-Alternativen anbieten. Das gilt sowohl für Speisen als auch für Getränke.

Das Essen in den recycelbaren Verpackungen darf für den Kunden aber nicht teurer sein als die Einwegvariante. Nur eine Pfandgebühr für die Behälter ist erlaubt. Die muss der Kunde bei Abgabe dann aber zurückbekommen (mehr Service-News bei RUHR24).

To-Go könnte teurer werden: Gastronomie muss neue Ausgaben für Verpackungen wieder reinholen

Auch wenn die Mehrwegvariante nicht mehr kosten darf als das Essen in der Einwegverpackung, könnte es trotzdem teurer werden. Denn die Gastronomen müssen ihre Ausgaben für das recycelbare Geschirr wahrscheinlich irgendwie wieder reinholen.

Was auf die Kunden im neuen Jahr zukommen könnte, steht noch nicht fest. Das komme darauf an, wie teuer das für die Gastronomen werde, erklärt Stefan Otte gegenüber der WAZ. Er betreibt einen Imbiss in Bottrop, da mache gerade das To-Go-Geschäft die Hälfte der Einnahmen aus. Je nachdem wie teuer es letztendlich wird, müssten die Kosten auf die Kunden umgelegt werden.

Mehrwegpflicht kommt ab 2023 für Restaurants und Cafés: Gastronomie profitiert auch von der Pflicht

Das Zurückbringen der Pfandgefäße fördere aber auch die Kundenbindung, wie das Gastgewerbe Magazin schreibt. Gerade größere Unternehmen können ihre Mehrwegverpackungen mit dem eigenen Logo bedrucken lassen. Neben der Werbung garantiert das dem Betrieb, seine eigenen Verpackungen zurückzubekommen.

Wovon aber auch kleinere Unternehmen profitieren, ist die Kosteneinsparung. Obwohl Einwegverpackungen erstmal günstiger sind, hat man, wie der Name schon sagt, nur einmal was davon. Der ständige Kauf immer neuer Verpackungen sei auf Dauer deutlich teurer, verdeutlicht das Gastgewerbe Magazin. Das erklärt auch die Firma „Recup“. Ihre Mehrwegschalen (Rebowls) seien „schon ab sechs ausgegeben Essen am Tag günstiger als Einwegschalen“ für die Gastronomen.

Und zu guter Letzt werden auch noch neue Kunden angelockt. Denn wiederverwendbare Verpackungen sind kein neuer Trend. Sie wurden schon zuvor in manchen Restaurants angeboten. Jetzt könnten deren umweltbewussten Kunden auch in anderen Lokalen Essen kaufen und mitnehmen.

Mehrwegpflicht gilt 2023 für fast alle – doch eine Ausnahme gibt es

Restaurants, Bistros, Cafés, Fast-Food-Ketten, aber auch Kantinen und Caterer sind von der neuen Mehrwegpflicht betroffen. Eigentlich jeder, der Essen und Getränke zum Mitnehmen anbietet.

Ausnahmen gibt es bei sehr kleinen Betrieben, wie zum Beispiel Imbissbuden. Haben diese nicht mehr als 5 Mitarbeiter oder 80 Quadratmeter Verkaufsfläche, gilt folgendes: Kunden dürfen eigene Behälter für Speisen oder Getränke mitbringen. Aber auch hier muss der Inhaber deutlich auf dieses Angebot hinweisen.

Recup-Mehrwegbecher können bei allen Recup-Partnern abgegeben werden.

Ignorieren Gastro-Betriebe das neue Mehrweg-Gesetz, drohen Strafen bis zu 100.000 Euro

Wer sich nicht an das neue Gesetz ab 2023 hält, muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Bußgelder in Höhe von bis zu 100.000 Euro drohen den Betrieben.

Wer nicht deutlich auf die neuen umweltfreundlichen Verpackungsalternativen hinweist, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro rechnen.

Abfallflut bekämpfen und die Umwelt zu schonen: Mehrwegpflicht ist eine von vielen Maßnahmen

Die Abfallflut zu bekämpfen, steht schon länger bei der Regierung ganz weit oben auf der Liste. Der Verkauf von Einwegbesteck, Plastikstrohalmen und weiteren Wegwerfprodukten wurde bereits 2021 EU-weit verboten. Auch bekannte Marken wie Coca-Cola reagierten mit Produktveränderungen darauf.

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