Testergebnisse schockieren

Mehl bei Öko-Test: Schimmelpilze in jeder zweiten Packung gefunden

Mehl gibt es von unterschiedlichen Marken, in unterschiedlichen Mahlgraden und von unterschiedlichem Getreide. Doch welches ist am besten, reinsten und gesündesten? Das wollte Öko-Test herausfinden. 
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Mehl gibt es von unterschiedlichen Marken, in unterschiedlichen Mahlgraden und von unterschiedlichem Getreide. Doch welches ist am besten, reinsten und gesündesten? Das wollte Öko-Test herausfinden. 

Öko-Test hat 50 Sorten Mehl untersucht. Manche Ergebnisse sind schockierend. Die Testsieger sorgen für eine Überraschung.

  • Öko-Test hat Vollkorn-, Weizen- und Dinkelmehl von unterschiedlichen Marken auf gefährliche Rückstände untersucht.
  • Am besten haben bestimmte Eigenmarken aus dem Supermarkt abgeschnitten. 
  • Schockierend: In jedem zweiten Mehl wurden Schimmelpilzgifte entdeckt.

NRW - Ob aus Vollkorn, Dinkel oder schlicht aus Weizen - den Alleskönner Mehl findet man in fast jedem Haushalt. Öko-Test hat nun 50 Mehle beliebter Marken untersucht - und ist teilweise zu überraschenden Ergebnissen gekommen. 

Verbrauchermagazin

Öko-Test

Verkaufte Auflage

103.397 Exemplare

Chefredakteur

Hans Oppermann

Geschäftsführer

Hans Oppermann

Reichweite

1,20 Mio. Leser

Mehl im Test bei Öko-Test - aber was bedeutet eigentlich die Mehl-Bezeichnung "Type"?

Vollkorn- und Dinkelmehl enthalten viele Ballaststoffe und Mineralien. Am beliebtesten bei den Verbrauchern ist aber immer noch das klassische Weizenmehl, das sich hervorragend zum Backen eignet. Doch wie gesund sind die herkömmlichen Mehle wirklich?

Um das herauszufinden, hat Öko-Test bei seiner Untersuchung sowohl helle Mehle (zum Beispiel Weizenmehl Type 405 und 550 oder Dinkelmehl 630) als auch dunklere Mehle (Type 1050 und Vollkornmehl) unter anderem auf Pestizide, Schimmelpilzgifte, Mineralölrückstände und Schwermetalle getestet.

Übrigens, wer sich schon immer gefragt hat, was die Bezeichnung "Type" bedeutet: Anhand der Typenbezeichnung kann man erkennen, wie stark ausgemahlen ein Mehl ist und wie viele Ballaststoffe und Mineralstoffe noch enthalten sind (mehr Ratgeber- und Service-Themen auf RUHR24.de)

Öko-Test mit überraschendem Ergebnis Mehl: Weizen- und Dinkelmehl schneidet besser ab als Vollkornmehl 

Die Ergebnisse, zu denen Öko-Test bei der Mehl-Untersuchung gekommen ist, sind überraschend: Grundsätzlich haben niedrig ausgemahlene Mehle, wie Type 405, 550 und 630 nämlich besser abgeschnitten als Vollkornmehl. Dies spreche "für eine Verunreinigung der Randschichten des Korns, möglicherweise durch die maschinelle Verarbeitung bei Ernte oder Transport", erklärtÖko-Test das Ergebnis.

Die gute Nachricht ist aber: Öko-Test, was auch schon verschiedene Duschgele untersucht hat, bewertet Dreiviertel aller getesteten Mehle mit "gut" oder sogar "sehr gut" - unter anderem das Bio-Dinkelmehl von Alnatura oder das Dinkelmehl von Rossmann. Überraschend: Auch Discounter-Mehl, zum Beispiel das Bio-Weizenvollkornmehl von Lidl schneidet "gut" oder sogar "sehr gut" ab. 

Überraschend: Mehrere Mehle von Discouter-Eigenmarken haben von Öko-Test die Note "sehr gut" bekommen.

Öko-Test testet Mehl: Jede zweite Vollkornmehl-Packung enthält Schimmelpilzgifte

Doch nicht alle Mehle erfüllen die Kriterien vonÖko-Test, einige fallen durch - besonders die vermeintlich gesünderen Vollkornmehle. In diesen hat Öko-Test nämlich besonders häufig Schimmelpilzgifte entdeckt, die Zellen schädigen und das Immunsystem schwächen können.

In großen Mengen - wie sie im Mehl aber nicht enthalten sind - können die Giftstoffe auch Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Doch wie kommen Schimmelpilzgifte überhaupt erst ins Mehl? Öko-Test liefert die Erklärung: Der Sommer 2019 sei trocken gewesen. Wenn der Weizen dann blühe, können Regen und hohe Temperaturen den Schimmelpilzbefall auf dem Feld begünstigen. "Je nach Witterung gelten sie als praktisch unvermeidbar", erklärt Öko-Test. 

Video: Dinkelmehl-Brötchen: Die perfekte Abwechslung

Trotzdem sei das Ergebnis überraschend: Denn gleich in sechs von zehn Vollkornmehlen seien die Schimmelpilzwerte erhöht, in drei weiteren finden sich die Giftstoffe in Spuren und nur ein einziges Vollkornmehl sei frei von Schimmelpilzgiften. Alle Verlierer und Gewinner im Test gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Mehl-Test von Öko-Test: Glyphosat in keinem getesteten Mehl nachgewiesen

Übrigens: Frei von Schimmelpilzgiften sind die Mehle vom Type 1050, 405, 550 und 630 auch nicht unbedingt. Tatsächlich konnte das von Öko-Test beauftragte Labor in mehr als der Hälfte aller getesteten Mehle Schimmelpilzgifte nachweisen. 

Dennoch gibt es auch zwei gute Nachrichten im Mehl-Test: Der Unkrautvernichter Glyphosat stecke in keinem getesteten Mehl, so das Fazit von Öko-Test.

Auch Mineralölrückstände seien nicht mehr so oft ein Problem wie früher. Aber noch immer stecken in jedem dritten Mehl erhöhte Mengen an Mineralölrückständen. Drei Mehle enthalten sogar "stark erhöhte" Mineralölgehalte, darunter ein Mehl des Discounters Penny.

Mehl im Test bei Öko-Test - welches Mehl ist am gesündesten?

50 Mehle im Test, verschiedene Ergebnisse, unterschiedliche Hersteller – zu welchem Mehl soll man als Verbraucher im Supermarkt denn nun greifen? Öko-Test empfiehlt Mehl in Bio-Qualität, da hier bei der Herstellung strengere ökologische Anforderungen gelten. Viele synthetische Pestizide und Düngemittel sind dabei automatisch verboten. 

Generell sei Vollkornmehl auch immer noch die gesündere Wahl, auch wenn es in diesem Test schlechter abgeschnitten habe. Vollkornmehl habe aber trotz allem einen höheren Anteil an Ballaststoffen und Mineralien - und macht außerdem länger satt.

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