Vorsicht mit Präparaten!

Medikamente bei Hitze: Heftige Nebenwirkungen drohen

Lieber vorsichtig sein: Wer seine Medikamente bei den hohen Temperaturen im Sommer nicht richtig lagert, geht ein Risiko ein – denn die Wirkung kann sich ändern.

NRW – Mal Sonne und Hitze, mal Unwetter: So sieht der Sommer in Deutschland aktuell aus. Doch besonders bei den hohen Temperaturen sollte man mit seinen Medikamenten besonders behutsam umgehen. Hitze und Sonne können den empfindlichen Mitteln schnell an den Kragen gehen.

Gesetzliche KrankenkasseTechniker Krankenkasse
Gründung3. August 1884, Leipzig

Achtung, Hitze: So stark reagieren Medikamente auf hohe Temperaturen im Sommer

Denn wer seine Medikamente zu lange der Wärme und der Sonne aussetzt, kann ihnen damit schaden. Von solchen Hitzeschäden berichtet auch Öko-Test. Besonders Medikamente mit flüssiger oder weicher Konsistenz sollen empfindlich reagieren. Dazu zählen zum Beispiel Zäpfchen, Salben, Säfte, Cremes, Wirkstoffpflaster und Sprays. Wer länger draußen bei Wärme unterwegs ist, sollte auf Tabletten oder Dragees setzen – sie sind unempfindlicher.

Auch bei festen Medikamenten muss man vorsichtig sein: Sie sollten über eine längere Zeit nicht über 25 Grad gelagert werden. Besonders die Anti-Baby-Pille ist empfindlich*, denn bei zu warmer Lagerung beginnen die einzelnen Bestandteile, sich voneinander zu lösen. Das berichtet auch tz.de*.

Medikamente im Sommer: Richtige Lagerung wichtig für Wirksamkeit – sonst drohen Nebenwirkungen

Dass Medikamente ihre Wirkung bei hohen Temperaturen verlieren, ist nicht nur bei der Anti-Baby-Pille so. Deshalb sollte man immer genau wissen, unter welchen Bedingungen das jeweilige Arzneimittel gelagert werden muss. Dabei erscheint es logisch, dass die Pille bei niedrigen optimal aufgehoben ist – doch der Schein trügt (alle Warnungen und Rückrufe bei RUHR24).

Auf Reisen können Tabletten und Pillen in einer Kühltasche aufbewahrt werden, jedoch sollten diese nicht die Kühlakkus berühren – sonst wird auch hier die Wirkung eingeschränkt. Dasselbe gilt logischerweise für Tiefkühlfächer. Bei Flugreisen sollte man seine Medikamente zudem auch immer im Handgepäck mit sich führen. Bei rund 10.000 Metern über der Erde herrscht schnell mal eine Außentemperatur von -30 bis -60 Grad.

Medikamente bei Hitze: Hohe Temperaturen im Sommer verändern Wirkung – Lagerung wichtig

Mit den richtigen Tipps behalten Medikamente auch bei der Sommerhitze ihre volle Wirksamkeit. So zum Beispiel für Tabletten und Dragees:

  • „Etwa 30 Minuten hält eine Tablette einer Umgebungstemperatur von 50 Grad stand. Danach wird es kritisch und die Wirkstoffkonzentration nimmt ab“, heißt es von der Techniker Krankenkasse.
  • Zu Hause reicht es, wenn man die Arzneimittel in einem Schränkchen oder einer Box aufbewahrt. Denn direkte Sonnenstrahlung vertragen die Tabletten nicht.

Flüssige Medikamente reagieren allerdings anders. Deswegen sollte man diese entsorgen, wenn sich die Konsistenz verändert. Denn im Gegensatz zu Tabletten sieht man den weichen Mitteln an, wenn diese schlecht geworden sind. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: So müssen zum Beispiel Medikamente wie Insulin, Impfstoffe wie gegen Corona und auch Arzneimittel gegen Rheuma dauerhaft gekühlt werden. Falls dies nötig ist, findet man auf der Verpackung einen Hinweis.

Veränderte Wirkung und Nebenwirkungen von Medikamenten – auch der Körper reagiert auf Wärme

Aber nicht nur Arzneimittel reagieren auf die Hitze – auch der Körper. Vor allem Dehydration ist ein großer Punkt im Sommer. Doch wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit hat, reagiert er anders auf verschiedenste Medikamente. Andere Präparate, wie einige Antibiotika, machen dagegen die Haut lichtempfindlicher, weswegen es schneller zu Reizungen und Sonnenbränden kommen kann. Dann ist es wichtig, dass die Haut genügend Schutz vor der Sonne hat – zum Beispiel mit Stoff oder ausreichend Sonnencreme.

Medikamente reagieren auf Wärme: Dosierung und Wirksamkeit kann sich verändern.

Einige Mittel können aber auch den Körper beeinflussen, sodass dieser weniger schwitzt. Dies kann zur sogenannten Hyperthermie führen, also einer Überhitzung des Körpers. Schilddrüsen-Hormonpräparate, trizyklische Antidepressiva und Antihistaminika sind die bekanntesten Stoffe, die eine solche Reaktion mit sich bringen können. Wer nach der Einnahme eines Medikamentes plötzlich Fieber bekommt, sollte schnellstmöglich zum Arzt gehen.

Zudem ist Vorsicht geboten: Nur weil ein Medikament den Körper anfälliger bei Hitze macht, sollte niemand ein Präparat auf eigene Faust absetzen. Dies sollte immer mit einem Arzt besprochen werden. *tz ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Scott Olson/ Getty Images/ AFP, Philipp von Ditfurth/ dpa; Collage: RUHR24

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