Mit Showrooms gegen die Krise

Media Markt verändert sich und bringt Lighthouse-Konzept nach Deutschland

In Krisenzeiten versucht MediaMarkt seine Kundschaft durch Lighthouse-Filialen zu überzeugen. Vom neuen Konzept verspricht sich der Konzern viel.

Berlin – Wer sich während des Shoppings bei Media Markt schon immer nach einem größeren Event-Faktor gesehnt hat, wird im neu eröffneten „Berliner Tech Village“ wohl voll auf seine Kosten kommen. Im Shoppingcenter Alexa will der deutsche Elektronik-Fachmarkt seinen Kundinnen und Kunden durch eine neue „Lighthouse“-Filiale (deutsch: Leuchtturm) mehr Spektakel bieten – und so mitunter die aktuelle Krise meistern.

MediaMarktSaturn Retail GroupBetreiber der größten europäischen Elektronik-Fachmarktkette
Gründung1979
SitzIngolstadt

Mutterkonzern von MediaMarktSaturn ist krisengebeutelt – Schulden von 2,5 Milliarden Euro

Zuletzt gab es weniger gute Nachrichten für den finanziell gebeutelten Handelskonzern Ceconomy, dem die MediaMarktSaturn Retail Group gehört. Beide Elektronik-Fachhändler sind vom Filialsterben betroffen, Ceconomy verbrennt mittlerweile täglich Geld, berichtet die Welt. Demnach stieg die Verschuldung des Konzerns jüngst „um fast eine Milliarde Euro auf 2,5 Milliarden Euro“ an.

Als Folge daraus kündigten die Elektronikhändler Saturn und Media Markt kürzlich an, auf gewohnte Rabatte direkt nach dem Verkaufsstart von Produkten verzichten zu wollen. Der fallende Aktienkurs und der Umsatz-Verlust sorgen bei der Konzernführung in Zeiten der Inflation und steigender Energiepreise wohl für die ein oder andere Sorgenfalte.

Lighthouse-Filialen in ganz Europa sorgen bei MediaMartkSaturn für Zuversicht

Doch in der aktuellen Krise gibt es auch erfreuliche Nachrichten für den Mutterkonzern von MediaMarktSaturn. Schließlich konnte kürzlich das in europäischen Städten wie Rotterdam, Mailand oder Rom erfolgreich getestete Filialkonzept „Lighthouse“ erstmals auch in Deutschland präsentiert werden, berichtet die Lebensmittel Zeitung.

Nach dem mehr als vier Monate andauerndem Umbau erwartet die Kundschaft im Berliner Alexanderplatz das 8000 Quadrameter umfassende „Tech Village Berlin“. Auf vier Etagen finden die Kunden 40.000 Artikel (mehr Service-News auf RUHR24).

Nach dem Umbau soll nun das Lighthouse „Tech Village Berlin“ die Kunden überzeugen

Dank mehreren Neuerungen sollen die Kunden sich dort wohler fühlen: Dazu zählen nicht nur ein moderneres Design, besserer Service und eine „Barista“-Kaffeebar, sondern vor allem Marken-Boutiquen und die insgesamt sechs „Experience-Flächen“, wo Kunden Produkte testen können.

In den 35 Marken-Boutiquen, die um die klassische Verkaufsfläche platziert sind, präsentieren Partner unterschiedlichster Bereiche ihre Produkte. Je nach Abteilung und jeweils passend zur zentralen Verkaufsfläche bieten beispielsweise Konzerne wie Apple, Miele oder JBL ihre Ware in „Showrooms“ an.

Showrooms, Kaffee-Angebote, Experience-Flächen – Kunden sollen besseren Service genießen

Der Eindruck, es handele sich nicht nur um einen klassischen Elektronikmarkt, sondern auch um eine Art Messe, ist Teil der Konzernstrategie, berichtet die LZ. Im „Tech Village Berlin“ sei eben „das ganze Jahr über Messe“, so Jörg Bauer, COO Media-Markt-Saturn Deutschland, zur Eröffnung. Um stets auf dem neusten Stand zu bleiben, könne die Kundschaft „sich hier jeden Tag einen Überblick über die angesagtesten Trends der Branche verschaffen“.

Von den neuen „Lighthouse“-Märkten verspricht sich MediaMarktSaturn sehr viel. In den europaweit etablierten Standorten sei das Konzept „sehr gut“ angenommen worden und habe sich als „wirtschaftlich erfolgreich“ erwiesen, erklärt Karsten Wildberger, CEO von Ceconomy und Media-Saturn der LZ. Zum erwarteten Umsatz und möglichen Besucherzahlen wollte sich der Konzern allerdings nicht äußern.

Der MediaMarkt in Berlin am Alexanderplatz ist nun die erste deutsche „Lighthouse“-Filiale.

Konzept „wirtschaftlich erfolgreich“ - MediaMarktSaturn baut Filialen in ganz Europa in Lighthouses um

Verbraucherinnen und Verbraucher, die Produkte gerne ausprobieren wollen und zudem ein Faible für Kaffee haben, können sich hierzulande womöglich bald schon auf weitere „Tech Villages“ freuen.

Konkreten und verlässlichen Angaben gibt es dazu bislang allerdings nicht. Die nächsten „Lighthouse“-Märkte sollen noch in diesem Jahr in Wien und Madrid folgen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Schöning

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