Das kann ins Auge gehen

Stiftung Warentest prüft Volumen-Mascara: Verbotene Stoffe in Marken-Produkten entdeckt

Die Stiftung Warentest hat in ihrer August-Ausgabe Volumen-Mascara getestet. Die Hälfte schneidet gut ab – vier Produkte enthalten allerdings verbotene Stoffe.

Deutschland – Mascara für mehr Volumen werben mit einem „atemberaubenden Augenaufschlag“, „dreimal mehr Volumen“ und ähnlichen Versprechen. Solche Aussagen wurden von der Stiftung Warentest jetzt auf den Prüfstand gestellt. Im Fokus des Tests stand dementsprechend die Frage: Halten die Mascara, was sie versprechen – und sorgen sie wirklich für längere und vor allem vollere Wimpern?

Stiftung Warentestgemeinnützige deutsche Verbraucherorganisation
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
SitzBerlin

Mascara für mehr Volumen im Test: So hat die Stiftung Warentest geprüft

Für den Mascara-Test 2021 haben die Prüfer insgesamt 14 Produkte einem kritischen Blick unterzogen. Insgesamt 20 Probandinnen sowie drei geschulte Fachleute beur­teilten dazu Faktoren wie Volumen und Länge, Schwung, Trennung der Wimpern oder natürliches Aussehen der Volumen-Mascara.

Neben den kosmetischen Eigenschaften wurden auch die Inhaltsstoffe im Labor geprüft. Ebenfalls flossen die Deklaration sowie die Anwendung der Produkte in das Ergebnis mit ein (weitere Testberichte bei RUHR24).

Mascara im Test: Die Hälfte ist gut – der Preis spielt keine Rolle

Zunächst die guten Nachrichten: Sieben der Produkte – und damit genau die Hälfte – sorgen tatsächlich für mehr Volumen und ebenso auch für längere Wimpern. Vier der guten Marken bieten zudem auch einen schönen Wimpernschwung.

Ebenfalls erfreulich: Auf den Preis kommt es dabei nicht an. Ganz vorne landet sowohl ein mittelpreisiges Produkt von Maybelline, das mit rund 60 Euro pro 10 ml teuerste von Chanel – aber auch eine günstige Rossmann-Eigenmarke (Preis: 3,50 Euro).

Mascara im Test: Wasserfeste Wimperntusche enttäuscht auf ganzer Linie

Enttäuschend fällt hingegen das Urteil der wasserfesten Volumen-Mascara aus. Keines der drei getesteten Produkte kann hier überzeugen.

Der Grund: Anders als versprochen sind zwei gar nicht wasserfest. Lediglich ein Produkt besteht den Sprühtest – dieses trägt aber bei der Werbung zu dick auf.

Mascara im Test: Zwei „Billig-Marken“ enthalten krebserregenden Stoff

In vier der geprüften Volumen-Mascara finden die Tester Stoffe, die verboten sind. Zwei besonders günstige Marken enthalten den polyzyklischen, aromatischen Kohlenwasserstoff Naphthalin.

Dieser gilt als krebserregend. Besonders kritisch: Die von den Testern nachgewiesenen Spuren des Stoffes liegen über dem in der EU zugelassenen Wert für Kosmetika.

Volumen-Mascara bei Stiftung Warentest: Giftiges Arsen bei Dm und Sante Naturkosmetik

Zwei Produkte enthalten daneben das krebserregende und giftige Schwermetall Arsen. Auch hier liegt die gefundene Menge über dem zugelassenen Wert. Die Stiftung Warentest gibt an, dass ein akutes Gesundheitsrisiko aber nicht bestehe, da die Mascara nur in geringen Mengen getuscht würden – und Haut und Augen kaum damit in Kontakt kämen.

Daher erhielten diese beiden bekannten Produkte trotz des Arsen-Funds noch die Gesamtnote „ausreichend“:

Dass ausgerechnet in zertifizierter Naturkosmetik von Sante ein unzulässig hoher Gehalt an Arsen nachgewiesen wird, ist sicher besonders kritisch zu betrachten. Schließlich wird Naturkosmetik insbesondere von Anwenderinnen bevorzugt, die Wert auf unbedenkliche Inhaltsstoffe legen.

Fazit nach Ergebnissen von Stiftung Warentest: Augen auf beim Mascara-Kauf

Im Februar 2021 hatte auch Öko-Test bereits auf das Problem von Arsen in Mascara hingewiesen. Öko-Test bemängelt dabei noch andere Inhaltsstoffe wie Paraffin, MOAH oder BHT – empfiehlt aber grundsätzlich, auf Naturkosmetik zu setzen.

Der aktuelle Test zeigt: Wer sich voluminöse Wimpern wünscht, findet viele gute Produkte. Allerdings lohnt es ich immer, auf Inhaltsstoffe und Testberichte zu schauen – ob bei konventioneller oder bei Natur-Kosmetik.

Rubriklistenbild: © Rafael Ben-Ari/dpa

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