Das kann ins Auge gehen

Mascara im Öko-Test: Giftiges Arsen entdeckt – Bekannte Marken rasseln durch

Öko-Test hat Mascara getestet. Das Ergebnis erschreckt: Die Hälfte fällt wegen bedenklicher Stoffe durch, zwei enthalten sogar Arsen.

Deutschland – In einer Ausgabe 2021 stellen die Prüfer von Öko-Test Wimperntusche auf den Prüfstand. Neben Mineralöl und bedenklichen Konservierungsstoffen wird dabei vor allem Arsen zum Problem. Der Stoff ist giftig und krebserregend. Das Resultat: Die Hälfte der getesteten Produkte fallen durch, richtig überzeugen kann nur die Naturkosmetik (alle Testberichte auf RUHR24.de).

Öko-TextVerbrauchermagazin
Verkaufte Auflage112.433 Exemplare
ChefredakteurHans Oppermann

Mascara bei Öko-Test: Bedenkliche Inhaltsstoffe schockieren – Produkte sind deutlich schlechter geworden

Öko-Test verweist darauf, dass noch 2019 die meisten der damals getesteten Mascara „in Ordnung“ gewesen wären. Die Inhaltsstoffe hätten sich seither deutlich zum Schlechteren verändert.

So fallen von den 18 im aktuellen Test geprüften Produkten rund die Hälfte durch: Die Tester vergeben siebenmal „ungenügend“ (!), einmal „mangelhaft“. Von diesen acht Produkten rät das Verbrauchermagazin dringend ab.

Öko-Test stellt Wimperntusche auf den Prüfstand – Naturkosmetik liegt deutlich vorn

Eingekauft haben die Tester die Mascara in Drogeriemärkten als auch Parfümerien und Bio-Märkten. Die Preisspanne reicht von 2,32 Euro bis zu 24,38 Euro pro zehn Milliliter. Unter den 18 getesteten Produkten sind insgesamt sieben, die zur Naturkosmetik gehören.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass diese zertifizierten Naturkosmetikprodukte deutlich besser abschneiden als die konventionelle Kosmetik. Alle fünf Produkte, die die Note „sehr gut“ erhalten, gehören zur Naturkosmetik. Es gibt allerdings auch eine Einschränkung: Eines der Naturkosmetik-Produkte fällt mit „ungenügend“ durch.

Problemfall Wimperntusche: Hochgiftiges Arsen und andere bedenkliche Inhaltssoffe

Der Grund: Diese eine Naturkosmetik-Mascara enthält giftiges Arsen. Und sie ist damit nicht allein. Ein teureres Produkt aus der Parfümerie enthält das Gift ebenfalls. Aber nicht nur Arsen wird in Mascara zum Problem. Die Tester finden daneben zahlreiche andere Problemstoffe.

So enthalten einige der Produkte Propylparaben oder Butylhydroxytoluol (BHT). Beide Stoffe stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken. Auch Formaldehyd wurde nachgewiesen, das bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizt. Wer also öfter Probleme mit durch Mascara gereizten Augen hat, sollte genauestens auf die Inhaltsstoffe achten.

Mascara im Öko-Test: bedenkliche Substanzen noch nicht einmal ausgewiesen

Doch selbst der genaue Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe hilft nicht immer weiter, wie Öko-Test aufdeckt. So enthielten die Mascara zweier bekannter Marken halogenorganische Verbindungen, die als allergieauslösend gelten. Diese wurde aber auf den Verpackungen gar nicht aufgeführt.

Ein weiteres Problem sind die Paraffine, die die meisten konventionellen Mascara enthalten. Die synthetischen Fette sind aus Erdöl hergestellt und können mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) belastet sein, wie Öko-Test erklärt. In sieben Mascaras fand das Labor der Tester diese MOAH-Verbindungen. Darunter sind auch krebserregende Substanzen.

Giftige und krebserregende Stoffe in Mascara: diese drei Produkte sind die absoluten Verlierer

Vorab: Große Verlierer sind die sieben Produkte, die ein „ungenügend“ erhalten. Von allen diesen sieben Mascara raten die Tester unbedingt ab! Darunter sind diese drei die allerschlechtesten, da sie am meisten bedenkliche Stoffe enthalten:

  • Maybelline The Colossal Go Extreme Mascara, very black (Note: ungenügend; Problemstoffe: Paraffin, MOAH, nicht ausgezeichnete halogenorganische Verbindung)
  • Nyx On the Rise Volume Liftscara, OTRL01 black (Note: ungenügend; Problemstoffe: Paraffin, Formaldehyd-Abspalter)
  • PS... 3D Lash Effect Mascara, black (Note: ungenügend; Problemstoffe: Paraffin, MOAH, BHT)
  • Alle Verlierer und Gewinner im Test gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Auffällig ist, dass die drei Verlierer kein Arsen enthalten. Die Menge an anderen Problemstoffen in diesen Produkten also noch gravierender ist als das Gift alleine. Sämtliche der anderen fünf Mascara mit „ungenügend“ sind übrigens ebenfalls aus Drogerien bekannte Marken.

Mascara im Test: beliebtestes Kosmetikprodukt kann nicht überzeugen

Die Testergebnisse erschrecken vor allem deshalb, weil Mascara das mit Abstand beliebteste und am meisten gekaufte Kosmetikprodukt in Deutschland ist. Es hat fast den Anschein, als würden Hersteller konventioneller Kosmetik wenig Wert auf die Unbedenklichkeit von Inhaltsstoffen legen.

Auch beim Haarschaum stellte Ökotest bereits fest, dass Naturkosmetik eher überzeugt. Das Problem: Der gewünschte optische Effekt ist bei Naturkosmetik insgesamt oft weniger zufriedenstellend.

Inhaltsstoffe in Kosmetik – hier findet man weitergehende Infos

Wer daher grundsätzlich nicht auf konventionelle Kosmetik verzichten möchte, kann sich näher über die einzelnen Inhaltsstoffe in seinen Produkten informieren. Neben den regelmäßigen Tests von Öko-Test oder Stiftung Warentest findet man zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale oder auf der Seite Hautschutzengel Infos zu Inhaltsstoffen.

Auch in der kostenfreien Version stehen beim Hautschutzengel wichtige Informationen zu den einzelnen Stoffen bereit. Unzählige Kosmetikprodukte auf dem deutschen Markt sind hier auch einzeln nach Inhaltsstoffen bewertet.

 

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