Überall kleine Glücksbringer

Marienkäfer-Plage: Was hinter dem Phänomen steckt und wie man die Käfer los wird

Aktuell sind fast überall Marienkäfer zu sehen. Gibt es in Deutschland eine Plage der vermeintlichen Glücksbringer? Wir erklären das Phänomen.

Nordrhein-Westfalen - Sie hängen aus Hauswänden, sitzen in Fensterrahmen oder krabbeln in Wohnungen in der Badewanne herum: Marienkäfer findet man im Moment nicht ausschließlich in Gärten und auf Pflanzen. Ganze Schwärme machen sich aktuell in ganz neuen Lebensräumen breit.

InsektAsiatischer Marienkäfer
Wissenschaftlicher NameHarmonia axyridis
FamilieMarienkäfer (Coccinellidae)
LebensraumJapan, China, Nordamerika, Europa

Marienkäfer-Plage 2020: Insekten suchen sich ab Oktober ein Winterquartier

Aber wie kommt es dazu? Laut einem Bericht des Redaktionsntetzwerks Deutschland (RND) sind die kleinen Insekten derzeit wieder auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier.

Dafür machen sie sich im Oktober und November - zu Beginn der kalten Jahreszeit - in großen Schwärmen auf den Weg in wärmere Regionen. Eigentlich zieht es die Marienkäfer dabei meist in europäischer Länder, wo der Winter eher mild ist. Aufgrund der milden Herbsttage in Deutschland sind die gepunkteten Käfer aber auch hier auf der Suche nach einem Quartier.

Marienkäferplage 2020: Insekten verirren sich in die Wohnung

Schwarmweise fliegen nun viele Marienkäfer hierzulande umher. Das fällt vor allem auf, weil die sich Insekten auf ihrer Reise immer wieder mal ausruhen - als Rastplatz dienen unter anderem Häuserwände oder die Fenster von Wohnungen.

Dem einen oder anderen mag das nun schon vorkommen, wie eine Marienkäfer-Plage. Denn gerade, wenn man sein Fenster mal für ein paar Stunden geöffnet lässt, muss man damit rechnen, dass die Käfer sich auch ins Haus oder in die Wohnung verirren. Aber Achtung: Überwintern können die Insekten innerhalb der Wohnräume übrigens nicht*, berichtet 24garten.de. Sie benötigen kühle, frostfreie Räume für ihre Winterruhe.

Marienkäfer-Plage 2020: Käfer suchen sich ein Winterquartier

Geeignete Winterquartiere für Marienkäfer sind laut RND Laubhaufen, abgestorbenes Holz, Moosdecken, Gräserbüschel und Ritzen in Steinhaufen. Dort bleiben die Käfer dann bis zum nächsten Frühjahr in ihrem Winterquartier und verfallen in eine Kältestarre. Zwischen März und April, wenn die Temperaturen ansteigen, verlassen sie ihre Winterquartiere wieder.

Wer sich nun aber von den derzeitigen Ansammlungen der Marienkäfer in den eigenen vier Wänden gestört fühlt, hat einige einfache Möglichkeiten, die Insekten wieder loszuwerden. Wichtig: Marienkäfer sind für Menschen absolut ungefährlich - sie sollten bei der Beseitigung also nicht getötet werden, wie wa.de* berichtet.

Marienkäfer-Plage 2020: Einfache Möglichkeiten, die käfer loszuwerden

  • Ein Fliegengitter kann verhindern, dass sich die Käfer im Fensterrahmen einnisten.
  • Die Marienkäfer können mit einem Strumpf über den Sauger vorsichtig eingesaugt werden. Die Tiere sammeln sich dann alle an der Socke, sodass man sie anschließend wieder im Freien aussetzen kann.
  • Es gibt auch Düfte, die die Insekten fernhalten. Dazu gehören: Lorbeerblätter, Lavendel und Vanille.

Marienkäferplage 2020: Harlekin-Käfer aus Asien macht sich in Europa breit

Übrigens: Die aktuelle Marienkäfer-Plage besteht vor allem aus Käfern aus dem asiatischen Raum. Die Art des sogenannten Harlekin-Marienkäfers war in Deutschland zunächst nicht heimisch, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aber immer mehr verbreitet. Das Aussehen der Insekten reicht von orange ohne Flecken bis zu schwarz mit roten Flecken. Seine Deckflügel sind hellgelb bis dunkelrot. Meist hat der asiatische Marienkäfer 19 schwarze Flecken

In Deutschland ist vor allem der Siebenpunkt-Marienkäfer heimisch. Allein in Mitteleuropa bringt er es mit seiner Verwandtschaft auf über 70 verschiedene Arten. Weltweit gibt es von der Familie der Marienkäfer etwa 6000 Arten. *wa.de und 24garten.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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