Lage spitzt sich zu

Mallorca-Urlaub: Inzidenz auf Balearen über 400 – härtere Maßnahmen kommen

Die Inzidenz auf den Balearischen Inseln hat mittlerweile die 400er-Marke überschritten. Die beliebte Urlaubsinsel Mallorca plant nun härtere Regeln für Urlauber.

Update, Dienstag (20. Juli), 7.50 Uhr: Mallorca – Die Inzidenz auf den Balearischen Inseln liegt am Dienstag (20. Juli) bei rund 410. Auf Mallorca selbst liegt sie bei knapp über 300. Jetzt sollen doch härtere Maßnahmen kommen, wie die Mallorca Zeitung berichtet. Noch letzte Woche sprachen sich die Verantwortlichen gegen solche Schritte aus. Am Montagabend (19. Juli) habe der balearische Regierungssprecher und Tourismusminister Iago Negueruela die neuen Beschränkungen auf einer Pressekonferenz in Palma bekannt gegeben.

Mallorcaspanische Insel im Mittelmeer
Fläche3.640 km²
InselgruppeBalearische Inseln

Urlaub auf Mallorca 2021: Neues Partyverbot soll Virus eindämmen

Um die Tourismus-Saison trotz steigender Zahlen nicht zu gefährden, wolle man jetzt gezielt gegen die „Infektionstreiber“ vorgehen, weiß die Mallorca Zeitung. Zur Verbreitung des Virus beigetragen hatten insbesondere nächtliche Trinkgelage und Partys – deshalb will man hier jetzt verschärfen.

Konkret sollen ab Samstag (24. Juli) auf Mallorca, Menorca und Ibiza Versammlungen von Personen aus unterschiedlichen Haushalten im Freien und in Innenräumen zwischen 1 und 6 Uhr morgens verboten werden. „Ab 1 Uhr darf man nur noch mit jenen zusammen sein, mit denen man zusammenlebt“, erklärt Negueruela dazu. Diese Neuregelung muss zuvor noch vom Oberlandesgericht genehmigt werden.

Partyverbot auf Mallorca – Insel plant extrem hohe Bußgelder

Außerdem werden auch die Strafen für die Teilnahme an Trinkgelagen und Partys massiv erhöht – und zwar um das Zehnfache (!). Bislang lag das Mindestbußgeld für die Teilnahme an einer illegalen Feier bei 100 Euro.

Auf Mallorca steigen die Infektionszahlen.

Jetzt sollen Feiernde auf illegalen Partys nun 1000 Euro zahlen. Wenn ein Partygast mit der Teilnahme gegen eine auferlegte Quarantäne verstößt, soll sich das Bußgeld auf 2000 Euro erhöhen. Wer eine solche Party veranstaltet, muss sogar bis zu 100.000 Euro zahlen.

Urlaub auf Mallorca: Weitere Beschränkungen für Touristen

Auch die Sperrstunde soll von 2 Uhr auf 1 Uhr vorgezogen werden. Zudem wird die Anzahl an Gästen an einem Tisch beschränkt: In der Außengastronomie sind künftig nur noch acht statt zuvor zwölf Personen erlaubt, in Innenräumen sechs statt vier Personen.

Ebenso wird der Zugang zu den Stränden wieder eingeschränkt. Zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens dürfen sie nicht betreten werden.

Update, Montag (19. Juli), 8.20 Uhr: Die Inzidenz auf den Balearen steigt weiter. Sie lag laut der Corona-Ampel der spanischen Regierung am Freitag (16. Juli) bei rund 300 – auf Mallorca über 270. Der Anteil der Delta-Variante liegt auf der beliebten Urlaubsinsel derzeit bei 85 Prozent. Noch schreckt die Balearen-Regierung aber vor härteren Maßnahmen zurück – stattdessen hat man auf der Insel jetzt das nächste Quarantäne-Hotel errichtet.

Sommerurlaub auf Mallorca 2021: Partys sorgen für steigende Corona-Zahlen

Ein Lockdown, wie ihn die beliebte, griechische Ferieninsel Mykonos umsetzt, scheint auf Mallorca undenkbar. Auch die Wiedereinführung der nächtlichen Ausgangssperre gelten als unwahrscheinlich, obwohl einige Bürgermeister dafür plädieren, wie die Mallorca Zeitung berichtet. Erst Anfang Juni hatte Spaniens Oberstes Gericht die Ausgangssperre gekippt.

Seitdem sind es tatsächlich vor allem nächtliche Partys, die den Verantwortlichen auf Mallorca zu schaffen machen. Laut einem aktuellen Bericht des Mallorca Magazins kam es alleine am letzten Wochenende zu 150 Anzeigen.

Mallorca-Urlaub: Diese Maßnahmen plant die Balearen-Regierung

Maßnahmen wie ein Verbot des Alkoholverkaufs nach 22 Uhr oder strengere Einreiseregeln für Gruppenreisen wurden bereits eingeführt. Wie die spanische Zeitung Última Hora verdeutlicht, wird zudem darüber diskutiert, ob andere, kleinere Beschränkungen umgesetzt werden sollen – wie beispielsweise die Begrenzung der Personenzahl an Tischen oder bei privaten Treffen.

Wie eine Sprecherin des balearischen Gesundheitsministerium am Samstag (17. Juli) gegenüber der Mallorca Zeitung bestätigte, wird es zudem eine weitere Einrichtung für positiv auf Corona Getestete geben. Das Drei-Sterne-Hotel Pabisa Sofía an der Playa de Palma soll künftig als Quarantäne-Hotel dienen.

Mallorca-Urlauber: Aufenthalt im Quarantäne-Hotel „wie im Gefängnis“

Es wird damit das Hotel Bellver am Paseo Marítimo entlasten, in dem bereits jetzt Urlauber untergebracht sind, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das Hotel Bellver ist durch die steigenden Infektionszahlen derzeit zu mehr als 75 Prozent ausgelastet.

Seit dem 1. Juli werden hier Reisende untergebracht, die sich während ihres Aufenthaltes infizieren. Die Kosten dafür trägt die Inselregierung. Die Lage vor Ort scheint angespannt zu sein. Nach Gesprächen mit „Gästen“ erklärt die Mallorca Zeitung, viele fühlten sich „wie im Gefängnis“.

Corona: Die fünfte Welle trifft im Spanien vor allem Jüngere

Landesweit liegt die Inzidenz in Spanien am Montag (19. Juli) bei rund 350. Seit dem 11. Juli ist Spanien von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft.

Die fünfte Welle in Spanien trifft vor allem jüngere, noch ungeimpfte Personen. Da diese weniger schwere Verläufe zu befürchten haben, gilt die Lage in den Krankenhäusern noch als unkritisch.

Erstmeldung, Montag (12. Juli): Spaniens Inzidenz hat mittlerweile die 200er-Marke überschritten. Damit könnte die Bundesrepublik das Land wieder vom Risikogebiet zum Hochinzidenzgebiet hochstufen. Auch auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca steigen die Corona-Zahlen weiter an – auf den Balearen liegt der 7-Tage-Wert am Montag (12. Juli) bei 205. Die Insel hat nun einen weiteren Schritt gegen Party-Touristen unternommen, die die Regeln nicht einhalten (Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Corona-Lage auf Mallorca: Insbesondere Jüngere infizieren sich

Zum Vergleich: Vor einem Monat, am 12. Juni 2021, lag die 7-Tage-Inzidenz auf den Balearen noch bei 21. Seit dem 23. Juni steigt sie immer weiter an.

Derzeit sind es dabei insbesondere jüngere Menschen, die sich auf der Balearen-Insel mit dem Coronavirus infizieren. Da die Krankheitsverläufe in diesen Altersgruppen zumeist milder sind, ist die Lage in den Krankenhäusern aber noch nicht angespannt.

Corona-Ausbrüche unter Feiernden – Mallorca will Trinkgelagen entgegenwirken

Für mediale Aufmerksamkeit hatte ein Ausbruch unter Jugendlichen gesorgt, die sich Mitte Juni auf ihrer Abschlussfahrt nach Mallorca mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Betroffen waren davon mehr als 800 junge Menschen aus verschiedenen Teilen Spaniens.

Wie die Mallorca Zeitung berichtet, habe das Virus sich insbesondere unter Feiernden auf illegalen Partys verbreitet. Diese finden oftmals in den Gewerbegebieten statt.

Unter den oftmals Hunderten von Feiernden habe die Polizei verstärkt Schwierigkeiten, die Corona-Regeln einzuhalten. Solchen nächtlichen Partys und Trinkgelagen will man nun mit einer neuen Maßnahme entgegenwirken.

Mallorca verschärft die Regeln: Kein Alkohol mehr ab 22 Uhr

Konkret bedeutet das: Seit Samstag (10. Juli) ist es ab 22 Uhr überall auf der Insel in Geschäften und an den Tankstellen verboten, Alkohol zu verkaufen. Diese Neuerung ist laut Mallorca Zeitung das Ergebnis eines Treffens des Runden Tisches mit Arbeitgebern und Gewerkschaften am Mittwochabend (7. Juli).

Kritik kommt, wie zu erwarten, von den betroffenen Ladenbesitzern. Wie das Mallorca Magazin weiß, befürchten diese teilweise Umsatzverluste von bis zu 50 Prozent. „Was sollen wir denn dann verkaufen? Milch?“, habe einer der betroffenen Einzelhändler gefragt.

Bereits jetzt darf in den Partyhochburgen Playa de Palma und Magaluf sogar nach 21.30 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden. Da viele private Partys aber außerhalb dieser Hochburgen stattfinden, hat man diese Regel nun ausgeweitet. Der Ausschank in den Bars ist davon aber nicht betroffen, sie dürfen weiterhin bis 2 Uhr öffnen.

Tanzen verboten: Nachtclubs in Partyhochburgen weiter dicht

Die Tanz-Locations sind hingegen weiterhin von Beschränkungen betroffen. Mindestens bis zum 23. Juli bleiben die Clubs und Diskotheken der Party-Hochburgen noch dicht.

Tourismusminister Iago Negueruela hatte gegenüber der Zeitung Diario de Mallorca bereits angedeutet, dass die Tanzclubs in diesem Jahr komplett dicht bleiben könnten. Zwar haben einige Nachtclubs wieder offen – allerdings darf nicht getanzt werden. Zu groß ist derzeit die Angst vor der nächsten Welle.

„Rudelgucken“ erlaubt, Tanzen verboten: Britische Fans schauen Fußball in der Partymeile Magaluf. (Symbolbild)

Wie schnell Feiern das Infektionsgeschehen beeinflussen kann, zeigt ein Blick auf die Nachbarinsel Menorca. Hier stieg die Inzidenz nach den Feiern zur Johannisnacht innerhalb von rund zwei Wochen von 14 (21. Juni) auf über 500 (4. Juli) an.

Um Coronavirus einzudämmen: Mallorca hatte bereits zuvor Einreise für Gruppen verschärft

Bereits zuvor hatte die Regionalregierung der Balearen mit einer Verschärfung reagiert, um Ausbrüche wie den unter den Abschlussklassen zu verhindern. Die Einreiseregeln für Gruppen wurden geändert.

Derzeit müssen Teilnehmer von organisierten Gruppenreisen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen oder aber den Nachweis über vollständigen Impfschutz. Die Neuregelung gilt für Gruppen ab 20 Personen, die Urlaub auf Mallorca, Menorca, Ibiza oder Formentera machen möchten.

Mallorca: Urlaubssaison 2021 ist „völlig anders“ zu bewerten

Neben dem Verkaufsverbot von Alkohol nach 22 Uhr sowie den verschärften Reiseregeln für Gruppenreisen, hat die Insel aber noch keine weiteren Maßnahmen kommuniziert. Im Gegenteil: „Wir müssen jetzt lernen, mit der Krankheit zu leben“, erklärte die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol am Donnerstag (8. Juli) laut Bericht der Mallorca Zeitung.

Durch die höhere Impfquote sei die Gefahr nicht mit vorherigen Wellen zu vergleichen. Die Lage sei nun „völlig anders“ als noch in der letzten Saison. Party-Touristen, die sich unzivilisiert benehmen, heißt aber auch Francina Armengol ausdrücklich nicht willkommen: „Wir werden nicht zulassen, dass das unverantwortliche Verhalten einiger weniger die Anstrengung aller in Gefahr bringt“, meldete sie letzte Woche auf Twitter.

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