Bordservice im Flugzeug

Hammer für Fluggäste: Lufthansa kündigt wichtige Änderung an Bord an

Immer mehr Fluggesellschaften streichen kostenlose Snacks und Getränke aus ihrem Programm. Nachdem erst Eurowings diesem Trend nachgekommen war, folgt nun auch ein Traditionsunternehmen aus Deutschland.

Frankfurt am Main - Noch vor wenigen Jahren war es ganz normal: Tomatensaft auf dem Flug nach Mallorca und Brötchen auf dem Weg zum nächsten Städtetrip. Die Frage „Wurst oder Käse“ dürften viele von uns noch kennen. Mittlerweile gehört sie allerdings immer öfter der Vergangenheit an. Denn Fluggesellschaften wie Eurowings oder Lufthansa ändern ihre Bord-Konzepte.

FluggesellschaftLufthansa
CEO Carsten Spohr (1. Mai 2014–)
HauptsitzKöln
Umsatz36,42 Milliarden EUR (2019)

Fluggesellschaften bieten immer seltener kostenlose Snacks und Getränke an

Nur wenige Fluggesellschaften bieten überhaupt noch kostenlose Snacks und Getränke an. Besonders betroffen sind Kurzstreckenflüge und die Economy Class. Wer hier auf ein Gläschen Wasser hofft, sollte besser sein Portemonnaie bereithalten. Getränke kosten im Flugzeug rund zwei bis drei Euro.

Bei Billig-Airlines wie Ryanair, Wizz Air und Co. gehört es längst zum Standard, dass für Snacks und Getränke extra gezahlt werden muss. Bei „teureren“ Fluggesellschaften war der Service für viele Jahre lang im Flugpreis mit inbegriffen. Bis man herausgefunden hat, welche Vorteile das Weglassen des kostenlosen Bordservices haben kann.

Lufthansa nimmt kostenlosen Bordservice aus dem Programm und folgt damit einem Trend

Bei Eurowings beispielsweise argumentiert man damit, dass Kunden, die den „Smart Tarif“ gebucht haben, nun statt von Snacks und Getränken vom kostenlosen Priority Boarding profitieren würden. Ob die Passagiere das auch in der Realität so sehen, ist allerdings fraglich. Immerhin kostet der Smart Tarif bereits extra.

Während Eurowings bereits seit dem Sommer 2019 kein kostenloses Bordcatering mehr anbietet, hat die Deutsche Lufthansa mit dem Schritt noch etwas länger gewartet. Doch jetzt ist auch beim deutschen Traditionsunternehmen Schluss mit Freigetränken und Brötchen für alle.

Lufthansa: Ab März 2021 gibt es keine kostenlosen Snacks und Getränke in der Economy Class mehr

Vom kommenden März an müssen die Fluggäste für Snacks und Getränke an Bord bezahlen, wie der Konzern am Dienstag (17. November) in Frankfurt mitteilte. Betroffen sind auch die Tochter-Gesellschaften Swiss und Austrian. Die Änderung gilt für alle Europaflüge in der Economy Class.

Immerhin: Eine Flasche Wasser sollen Passagiere der Lufthansa und Swiss weiterhin bekommen.

Lufthansa will ihren Kunden einen besseren Gastro-Service an Bord bieten

Der Grund für den radikalen Schritt soll laut Angaben der Lufthansa allerdings kein finanzieller sein. Im Gegenteil: Man wolle den Kunden etwas Gutes tun und den ohnehin unbeliebten Service mit etwas Besserem ersetzen. „Unser bisheriges Snackangebot in der Economy Class erfüllt häufig nicht die Erwartungen unserer Gäste“, so Vorstandsmitglied Christina Foerster.

An Bord der Lufthansa müssen Passagiere künftig für Snacks und Getränke bezahlen.

Müsli statt Sandwiches: Lufthansa will ihren Passagieren im Flugzeug gesündere Alternativen anbieten

Statt Schokoriegeln und Sandwiches, die ohnehin niemand essen würde, wolle bei der Lufthansa man künftig qualitativ hochwertige Speisen anbieten, deren Auswahl auf Kundenrückmeldungen basiere. Wie das konkret heißen soll, bleibt unklar.

Einer Sprecherin zufolge sollen die Gerichte gesünder und umweltfreundlicher werden. Auf der Speisekarte könnten dann Salate, Bowls und Müslis stehen. Als Getränke seien Säfte denkbar, was vor allem die Fans des allseits beliebten Tomatensaftes freuen dürfte. Denn der soll natürlich im Angebot bleiben.

Flugverkehr wegen der Corona-Pandemie stark eingebrochen - Lufthansa mit Milliardenverlust

Ob sich angesichts der aktuellen Lage viele Passagiere über das Abschaffen des kostenlosen Bordservices ärgern, ist fraglich. Der Luftverkehr ist aufgrund der Corona-Pandemie im Jahre 2020 um mehr als 90 Prozent zum Vorjahr eingebrochen (alle Nachrichten zum Coronavirus in NRW bei RUHR24.de).

Und es ist kein Geheimnis, dass die Fluggesellschaften mitsamt anderen Bereichen des Tourismus-Sektors als die großen Verlierer der Corona-Krise gelten. So hat beispielsweise die Deutsche Lufthansa im dritten Quartal des Jahres 2020 einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro gemacht. Das teilte das Unternehmen Anfang November mit.

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