Umstrittene Kontaktnachverfolgung

Kritik an Corona-App: Update und neuer Name sollen es richten

Coronavirus - Luca-App
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Bekommt ein Update: die Luca-APP (Symbolbild).

Die zuletzt in die Kritik geratene Luca-App soll noch im September ein Update bekommen. Aktuell laufen Tests mit ausgewählten Ämtern und Nutzern.

Deutschland – Die neue Version soll im Laufe des Septembers für jeden zur Verfügung stehen. Dabei wird es einige entscheidende Neuerungen geben (weitere News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Luca-AppApp zur Kontaktpersonennachverfolgung
EntwicklerNexenio
Maintainerculture4life GmbH

Luca-App bekommt Update und neuen Namen – das soll sich jetzt ändern

In erster Linie soll es bei den Änderungen um eine bessere und schnellere Risikobewertung durch die Gesundheitsämter gehen. Patrick Hennig, Geschäftsführer von Luca, erklärt dazu Anfang September: „Mit den neuen Funktionen schlagen wir jetzt gemeinsam mit den Gesundheitsämtern das nächste Kapitel in der Pandemiebekämpfung auf: Durch eine systematische Risikobewertung können diese noch schneller, einfacher und differenzierter bewerten, Nutzer:innen informieren, warnen und kontaktieren.“

Und das soll sich konkret ändern:

  • Warnhinweise: Die Gesundheitsämter sollen Nutzer der App bald direkt kontaktieren und in unterschiedlichen Abstufungen warnen können. Mit den Hinweisen können die Gesundheitsämter individuelle, einer Situation entsprechende Handlungsempfehlungen über die App geben. So kann ein Gesundheitsamt beispielsweise einen Restaurant-Besuch anders bewerten als ein Open-Air-Festival.
  • Automatisierung der Cluster-Erkennung: Das System soll Orte mit möglichem erhöhten Infektionsgeschehen automatisch erkennen und Nutzer entsprechend informieren.
  • Mobile App für Betriebe: Betriebe bekommen eine eigene App, die das Luca Locations Managementtool um eine mobile Komponente erweitert. Die wichtigsten Funktionen sind damit zukünftig direkt auf dem Smartphone verfügbar. Das Ziel: Der Check-in soll schneller und einfacher werden.
  • Datenqualität: Eckdaten des jeweiligen Standortes wie Belüftung, Größe oder Laufwege sollen künftig berücksichtigt werden. Mögliche Risiken sollen so schneller erkannt und bewertet werden können.
  • Redesign und neuer Name: Die Luca App erhält ein neues Design – dabei wird das Feedback der Nutzer berücksichtigt. Künftig soll die App außerdem Luca+ (Luca Plus) heißen.
Der Musiker Smudo ist das Gesicht hinter der Luca-App.

Luca – Corona-App ist nicht unumstritten

Das erklärte Ziel der Macher von Luca ist es, der Zettelwirtschaft bei der Kontaktnachverfolgung in der Pandemie ein Ende zu setzen. Die Warn-App, die von Rapper Smudo beworben wird, kommt in vielen Bundesländern zum Einsatz – sie wurde millionenfach gedownloadet.

Allerdings geriet Luca immer wieder in die Kritik. Insbesondere bei Datenschützern ist sie umstritten. Zuletzt hatte eine Spiegel-Umfrage auch den Nutzen infrage gestellt. Die Auswertung zeigte, dass Gesundheitsämter die Daten scheinbar wenig nutzen, da sie sie für zu unzuverlässig hielten.

Video: Kritik an Luca-App zurückgewiesen: „System ist sicher“

Die neue Version Luca+ soll diesen Nutzen nun erhöhen. Sie wird aktuell mit ausgewählten Gesundheitsämtern und Usern getestet. Im Laufe des Septembers wird sie Schritt für Schritt zur Verfügung stehen.

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