Hohe 7-Tage-Inzidenz

Bringt die zweite Corona-Welle den Lockdown? Drosten und Lauterbach haben Idee

Karl Lauterbach und Christian Drosten, Coronavirus
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Drosten und Lauterbach sehen einen Mini-Lockdown als Möglichkeit.

Die Corona-Neuinfektionen steigen in Deutschland weiter rasant an. Die Angst vor dem zweiten Lockdown ist groß. Drosten und Lauterbach haben eine Idee.

NRW - Seit einiger Zeit steigen die Zahlen der neuen Coronavirus-Infektionen immer weiter. Alles erinnert an den Anfang des ersten Lockdowns im Frühjahr. Wiederholt sich dieses Szenario nun wieder?

Name des VirusCoronavirus /SARS-CoV-2
Ausgelöste ErkrankungCOVID-19
ÜbertragungTröpfcheninfektion

Coronavirus in NRW: Ist ein Lockdown unvermeidbar?

Der Lockdown scheint angesichts der Infektionszahlen in vielen Bundesländern fast unumgänglich zu sein. Das sehen auch viele Politiker so. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Virologe Christian Drosten schlagen aber eine neue Variante vor, die einen harten Lockdown wie im Frühjahr umgehen könnte.

Am vergangenen Sonntag (18. Oktober) wurden vom Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 5500 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden festgestellt. Neben den steigenden Coronavirus-Infektionszahlen scheinen auch wieder vermehrt Hamsterkäufe aufzutreten, denn die Angst vor einem zweiten Lockdown steigt. Das melden mehrere Supermarkt-Ketten.

Drosten und Lauterbach zu zweiter Corona-Welle: Mini-Lockdown wäre eine Möglichkeit

Quelle der neuen Variante von Lauterbach und Drosten, über die auch der Merkur berichtet, ist eine Coronavirus-Studie aus Großbritannien. Darin wird ein vorsorglich und zeitlich befristeter Lockdown diskutiert. Dadurch soll die Zunahme von Neuinfektionen verzögert werden. Für Drosten wäre solch ein „Mini-Lockdown“ in den Herbst- und Weihnachtsferien denkbar. Dadurch sollen auch wirtschaftliche Auswirkungen begrenzt werden. Darüber berichtet auch wa.de*.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stimmt per Twitter der neuen Variante des Virologen zu. Die Studie sei interessant und auch für Deutschland denkbar. Durch solch einen „systematischen Kurz-Shutdown“ könnte das exponentielle Wachstum der Corona-Neuinfektionen unterbrochen werden. Gleichzeitig würden die „ökonomischen und schulischen Kosten“ minimiert werden. Zudem mache die Planbarkeit diese Variante sehr attraktiv (alle Artikel rund um das Coronavirus auf RUHR24.de).

NRW kurz vor Coronavirus-Lockdown: Kontakttagebücher könnten helfen

In Großbritannien sieht die Lage noch deutlich schlimmer aus, weswegen dort solch ein systematischer Kurz-Shutdown nun möglicherweise eingesetzt wird. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz lag am Sonntag (18. Oktober) bei 195.

Als Grund für das exponentielle Wachstum werden häufig Cluster genannt. Deshalb schlagen Drosten und Lauterbach auf Twitter zur Bekämpfung Cluster-Kontakttagebücher vor. Dieser Vorschlag beruht auf dem japanischen Modell der „retrospektiven Clustererkennung“. Karl Lauterbach twittert dazu: „Die Arbeit der Gesundheitsämter würde effektiver. Die Corona-Warn-App sollte dafür weiterentwickelt werden.“ Damit läge die Verantwortung zum Teil auch bei der Bevölkerung: „Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält.“

Charité-Virologe Christian Drosten rät zu „Mini-Lockdown“ in Herbst und Winter.

Coronavirus in NRW: Diese Einschränkungen sollen einen Lockdown vermeiden

In NRW tritt ab Montag (19. Oktober) die aktualisierte Coronaschutzverordnung in Kraft. Diese wurde am Freitag (16. Oktober) vom Landeskabinett NRW wegen der steigenden Infektionszahlen beschlossen. Immer mehr Städte und Kreise in NRW überschreiten die 7-Tage-Inzidenz-Grenze von 50 Infektionen auf 100.000 Einwohnern. Insgesamt sind es 30 Städte und Kommunen. Alle Informationen und Neuigkeiten gibt es im RUHR24-Coronavirus-Ticker für NRW.

Video: Coronavirus in Deutschland: Drosten empfiehlt Kontakttagebuch

Daher gelten nun andere Regeln und Einschränkungen für private Feiern im öffentlichen und nicht-öffentlichen Raum: Bei 35 oder mehr Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen dürfen Feste außerhalb der eigenen vier Wände mit höchstens 25 Personen stattfinden. In Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen sind dann nur noch höchstens zehn Teilnehmer erlaubt. 

*WA ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks