Zucker- und Fettreduziert

Stiftung Warentest testet umstrittene Light-Produkte - und kommt zu einem überraschenden Ergebnis

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Light-Produkte müssen nicht immer Mogelpackungen sein.

Immer mehr greifen in den Supermärkten zu Light-Produkten. Für viele eine Mogelpackung. Stiftung Warentest testete jetzt die umstrittenen Produkte.

  • Light-Produkte stehen im Ruf, eine echte Mogelpackung zu sein. 
  • Stiftung Warentest hat daher die Produkte unter die Lupe genommen.
  • Oft müssen die Verbraucher bei Light-Produkten Kompromisse eingehen.

Dortmund - Besonders in der Weihnachtszeit legen viele gerne mal ein paar Kilos zu. Dazu tragen die vielen leckeren Weihnachtsüßigkeiten und das deftige Essen einen Teil bei. Daher greifen einige dann auf die Light-Produkte zurück. Und diese haben bei Stiftung Warentest jetzt besser abgeschnitten, als ihr Ruf als Mogelpackung. 

Light-Produkte sind bei den Deutschen beliebt

Nach einer Umfrage kaufen rund 40 % der Deutschen regelmäßig im Supermarkt und Discounter Light-Produkte. Grund genug für Stiftung Warentest, 77 Produkte davon ausführlich zu testen. Darunter zählen unter anderem Müsli, Margarine, Milchprodukte, Salami, Käse und Frikadellen. Aber auch andere typische Weihnachtstraditionen, wie das Raclette-Grillen, hat Stiftung Warentest bereits getestet. 

Oft gelten die Light-Produkte als Mogelpackung. Es gibt aber auch klare Gewinner unter den Produkten. Mit ihnen lassen sich wirklich einiges an Zucker oder Fett einsparen. Gut abgeschnitten haben Produkte wie Frikadellen, Salami, Halbfettmargarine, Schnitt-, Weich- und Frischkäse.

Light-Produkte kann sich bei Käse, Frikadellen und Müsli lohnen

Die fettreduzierte Version wird hier einfach mit magerem Fleisch, fettarmer Milch oder sogar mit Wasser gestreckt. Das ganze funktioniert also ohne lästige ungesunde Zusatzstoffe. Daher lohnt sich der Kauf dieser Light-Produkte. Vor allem, weil man von diesen meist eine größere Menge zu sich nimmt.

Aber auch Zuckerreduziert kann sich lohnen, vor allem beim Müsli. Dort wird der Zucker häufig durch mehr Haferflocken kompensiert. Haferflocken sind zwar von Natur aus kalorienreich, haben aber auch mehr Ballaststoffe und machen dadurch schneller satt. 

Fehlender Zucker in Light-Produkten wird durch andere Süßungsmittel ersetzt

Im Großen und Ganzen fällt das Ergebnis dennoch eher durchwachsen aus. Jedes zweite Produkt fiel in dem Light-Test durch. So muss bei diesen Produkten häufig ein Kompromiss eingegangen werden. Man spart mit den Produkten zwar Zucker, Fett und Kalorien, erhält dafür dann aber auch ungesunde Fette und umstrittene Süßstoffe sowie Zusatzstoffe. 

Der Grund: Zucker und Fett sind Geschmacksträger und machen in vielen Produkten den typischen Geschmack aus. Wenn diese also wegfallen, muss man mit Zusatz- und Süßstoffen nachhelfen. Diese sind allerdings meist künstlich hergestellt und stehen in Verdacht, bei Kindern ADHS auszulösen oder krebsfördernd zu sein.

Gute Light-Produkte: Streckung der Nahrungsmittel durch Milch oder Wasser

Wenn ein Produkt mit weniger Zucker beworben wird, bedeutet das meist, dass nicht einfach der Zucker reduziert worden ist, sondern eine andere Art von Süßungsmittel beigefügt wurde. Nur vier von 22 Produkten waren wirklich zuckerreduziert, ohne das nachgeholfen wurde.

Und diese machen Hoffnung: Stiftung Warentest, die zuletzt auch den Weihnachtsklassiker Klöße testeten, haben einen Gewinner gefunden. Der Schokoladen-Pudding "Monte" wirbt mit 30 Prozent weniger Zucker. Zum Süßen wurde mehr Vollmilch genommen. Der "Ketchup für Kids" von Real wurde mit Wasser gestreckt. So haben die Produkte zwischen 15 und 30 Prozent weniger Zucker, als ihre normalen Versionen.

Beim Kauf von Light-Produkten sollte auf die Zutatenliste geschaut werden

Bei dem Versprechen, dass das Produkt weniger Fett beinhaltet, wird die Sache schon schwieriger. Hier ist der Kompromiss meist ungesundes Palmfett oder Zucker. Bei zwei von vier Salatdressings ist zwar der Fettgehalt gesunken, jedoch wurde dem Produkt dafür mehr Zucker zugefügt. Gesünder ist es dadurch nicht geworden. 

Video: Streichfette im Test - Wie gut sind die Alternativen zu Butter?

Verbraucher können sich sicher sein, ein gesundes Produkt erwischt zu haben, wenn sie Nahrungsmittel bevorzugen, die von Natur aus weniger Zucker enthalten. Dazu zählen Gemüse, Naturjoghurt, Magerquark und Schinken. Generell sollten die Verbraucher einen Blick auf die Nährwerttabellen und Zutatenlisten werfen. Diese verraten, wie gesund das Produkt wirklich ist.