Traditioneller Weihnachtsspot

Lidl löscht irre Weihnachtswerbung gegen Edeka und Aldi

Jedes Jahr zu Weihnachten gibt es von Discountern und Supermärkten emotionale Weihnachtsspots, die einfach zu Tränen rühren. Lidl hat sich etwas anderes überlegt.

Update, Donnerstag (16. Dezember): Dortmund – Die Lidl-Weihnachtswerbung ist verschwunden! Das berichtet echo24.de*. Das News-Portal hat bei Lidl nachgefragt: Aufgrund der Nähe zum Film „Joker“ habe man aus eigenem Antrieb heraus sich entschieden, das Video zu löschen.

DiscounterLidl
Anzahl der Beschäftigten315.000
Gründung1973

Penny und Aldi haben es vorgemacht: Weihnachtsspots rühren zu Tränen

Erstmeldung, Mittwoch (8. Dezember): Die Weihnachtszeit ist im vollen Gange, die Innenstädte locken mit Glühwein und Angeboten und auch die Discounter und Supermärkte haben sich bereits in Weihnachtsstimmung gebracht. Traditionell feuern die Lebensmittelhändler in dieser festlichen Zeit besonders emotionale Werbespots ab und rühren Kunden und Kundinnen zu Tränen. Lidl hat sich dieses Jahr etwas besonderes überlegt.

Der Discounter Penny hat es bereits vorgemacht und einen emotionalen Weihnachtsspot veröffentlicht, der besonders Eltern ansprechen dürfte. Darin zu sehen: Eine Mutter, die sich für ihren Sohn all die Erfahrungen wünscht, die er während der Corona-Pandemie nicht machen konnte. Tränen sind unausweichlich.

Und auch Aldi Süd hat bereits groß aufgefahren und erzählt die herzzerreißende Geschichte von einem alleinerziehenden Bahnfahrer, der Heiligabend nicht mit seinem Sohn verbringen kann. Auch hier: Taschentücher sollten unbedingt bereitgehalten werden!

Lidl nimmt Aldi und Edeka auf die Schippe: Weihnachtsspot erzählt düsteren Thriller

Auch Lidl lässt sich natürlich nicht lumpen und feuert einen Werbespot* passend zur Weihnachtszeit ab – allerdings einen etwas anderen als die Konkurrenz. Denn für den Discounter ist es inzwischen fast schon zur Tradition geworden, die emotionalen Spots der Konkurrenz auf die Schippe zu nehmen und echte Thriller zu produzieren.

Dieses Jahr erzählt Lidl die düstere Geschichte von Arnold, der der „geniale Kopf hinter den traurigen Geschichten“ der Supermärkte sein soll. Er ist es also, der die ganzen traurigen Weihnachtsgeschichten für Aldi, Edeka und Co. gesponnen haben soll. So haben auch Kai Karotte von Aldi und der alte Mann von Edeka, der seine Familie heimkommen ließ, einen Gastauftritt.

Lidl haut irren Weihnachtsspot raus: Der „Cringe“ will Weihnachten zerstören

Das allerdings hat ihn gebrochen – er wird zum „Cringe“ (Jugendwort 2021, steht für etwas Peinliches und in dem Spot eine Anlehnung an den Film „Der Grinch“). In seiner Rolle als „Cringe“ will er Weihnachten zerstören und verhindern, dass Supermärkte und Discounter ihre steigenden Preise weiterhin hinter emotionalen Weihnachtsspots verstecken.

In einer fulminanten Schlussszene versucht seine Freundin ihn von seinem Vorhaben abzubringen, immerhin seien doch „nicht alle teuer“. Der Cringe schreit nur: „Wer nicht?!“ Die Auflösung ist in diesem Fall klar: Es soll Lidl sein – denn immerhin handelt es sich immer noch um einen Werbespot für den Discounter. Auch, wenn das bei all der Spannung schnell vergessen werden kann.

Lidl hat seinen neusten Weihnachtsspot veröffentlicht – und wird dafür gefeiert.

Lidl wird von Kunden und Kundinnen gefeiert: „Standing Ovation für euch“

Das Urteil der Kunden und Kundinnen fällt eindeutig aus: Unter einem Facebook-Post des Discounters wird der Spot fast einstimmig gefeiert:

  • „Demjenigen, dem das eingefallen ist, sollte für einen Oscar nominiert werden“
  • „Gebt dem Genie hinter dem Werbespot mehr Geld und ein eigenes Büro!! FANTASTISCH!!!“
  • „Wenn Lidl Werbung eine bessere Qualität hat, als die meisten der deutschen Filme.“
  • „Ey ihr seit unglaublich Respekt! Euer Mut und Ideen verdienen viel mehr Wertschätzung. Standing Ovation für euch.“
  • „O!M!G! Der Cringe!!! Megaaaaa, ich wusste, dass das auch ein Weihnachtsspot ist, aber über weihnachtsspots?? Endgeil“

Lidl-Parodie auf den „Joker“ kommt nicht nur gut an: „Ich bin schockiert“

Wenigstens ein User hätte sich jedoch einen ganz anderen Spot gewünscht: „Macht lieber mal ne ordentliche Werbung für Feuerwerk. Was sich gegen diesen blödsinnigen Beschluss richtet.“ Denn auch Lidl ist betroffen vom bundesweiten Verkaufsverbot von Feuerwerk und Pyrotechnik.

Einige User stören sich außerdem an der offensichtlichen Joker-Parodie. „Ein Meisterwerk wie den Joker zu kopieren und zu missbrauchen geht absolut gar nicht. Da hat Lidl auch nicht verstanden, worum es eigentlich geht in dem Film. Billig kopiert. Ich bin schockiert“, schreibt ein Facebook-Nutzer. In den weiteren Kommentaren kommt Kritik dieser Art vereinzelt immer wieder auf – anscheinend ist für einige Menschen der Film „Joker“ unantastbar, eine Parodie wird da nicht geduldet. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa, Screenshot Lidl; Collage: RUHR24

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