Eigenmarken des Discounters

Lidl räumt nach Vorwürfen Missstände ein: „Nicht akzeptabel“

Tierschützer machen Lidl schwere Vorwürfe und sprechen von Tierquälerei. Nun äußerte sich der Discounter erstmals selbst.

Dortmund – Erst kürzlich gab es Tierquälerei-Vorwürfe gegen Haribo. Nun haben Tierschützer Videos veröffentlicht, welche angeblich aus dem Maststall eines Lidl-Lieferanten stammen sollen. Das Fleisch sei in den Produkten der Discounter-Eigenmarke „Metzgerfrisch“ und „Grillmeister“ zu finden. Lidl hat dazu nun Stellung bezogen.

DiscounterLidl
Gründung1973
Umsatz100,8 Mrd. Euro (2021)

Fleisch-Skandal bei Lidl: Tierschützer werfen Discounter Tierquälerei vor

In einem Video sind Hühner zu sehen, welche unter katastrophalen Bedingungen leben. Die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“ forderte diesbezüglich Konsequenzen.

In einer Pressemeldung der Stiftung heißt es, in den Videos könne man sehen, „wie Masthühner nicht nur unter ihren Haltungsbedingungen, sondern auch unter den Folgen ihres angezüchteten Extrem-Wachstums leiden“. Zudem seien in den Videos sowohl kranke, sterbende, tote als auch verweste Hühner zu sehen, wie der Stern berichtet. Die Aufnahmen wurden in Niedersachsen im Sommer 2022 gemacht, wie die Albert Schweitzer Stiftung angibt.

Albert-Schweizer-Stiftung fassungslos angesichts „Qualzucht-Hühnern aus trostlosen Massenställen“

Der Präsident der Albert-Schweitzer-Stiftung, Mahi Klosterhalfen, kommt somit zu dem Entschluss: „Lidls Hühnerfleisch aus ‚Stallhaltung Plus‘ kommt von Qualzucht-Hühnern aus trostlosen Massenställen. Das belegen die Recherchen.“ Klosterhalfen stellt sich demnach die Frage, die sich vermutlich mehrere Menschen bereits gestellt haben: „Stellt Lidl sich das unter ‚Qualität‘ und ‚Tierwohl‘ vor?“

Er ist ganz klar der Meinung, dass es so nicht weitergehen kann und macht dem Discounter eine klare Ansage: „Wir fordern Lidl auf, Verantwortung zu übernehmen: Setzen Sie die Mindeststandards der europäischen Masthuhn-Initiative für alle Hühner um!“

Er ist allerdings nicht der einzige, der gegen Lidl vorgehen möchte. Die Partnerorganisation Equalia, welche die Videos gemacht hat, soll bereits eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Osnabrück gestellt haben. Lidl hat sich nun selbst zu dem Skandal geäußert.

Bilder zeigen üble Zustände und Tierquälerei bei einem Lidl-Zulieferer.

Fleisch-Skandal bei Lidl: Discounter reagiert auf Vorwürfe von Tierschützern

Auf eine Anfrage von RTL verkündet Lidl, dass man die Anschuldigungen ernst nehme und die beschriebenen Zustände „nicht akzeptabel“ seien. „Um diesen nachzugehen, stehen wir mit dem Lieferanten, der neben uns auch viele weitere Marktteilnehmer in Deutschland beliefert, in Kontakt“, hieß es in der Stellungnahme des Unternehmens weiter.

Demnach setze man alles daran, die Vorwürfe der Tierschutzorganisation zu prüfen. Dies geschehe nach Angaben von RTL sowohl durch einen externen Sachverständigen als auch durch interne Prozesse. „Auf Basis der Ergebnisse dieser Prüfung behalten wir uns weitere Schritte vor“, heißt es abschließend von Lidl.

Doch nicht nur Lidl, sondern auch der Fleischkonzern Tönnies hat bereits einen bundesweiten Shitstorm erlebt. Was letztendlich bei den Prüfungen des Handelsunternehmens herauskommen wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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