Nach Gerichtsurteil

Lidl: Fake-Thermomix darf nicht verkauft werden – was das für Kunden bedeutet

Lidl darf seinen beliebten Fake des Thermomix nicht mehr verkaufen. Was das für Kunden bedeutet.

Dortmund – Bei der Aktionsware von Lidl hat der Discounter in der Vergangenheit auch regelmäßig den „Monsieur Cuisine“ angeboten: eine multifunktionale Küchenmaschine. Diese soll dem Thermomix von Vorwerk allerdings so stark ähneln, dass das Unternehmen Lidl verklagt hat. Nach einem Jahr ist der Streit scheinbar immer noch nicht belegt.

NameLidl
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1973

Fake-Thermomix: Lidl darf Monsieur Cuisine nicht mehr verkaufen – Vorwerk gewinnt vor Gericht

Denn die Klage von Vorwerk war zwar erfolgreich, Lidl scheint sich davon aber nicht beeindrucken zu lassen. Vorwerk hat dem Discounter vorgeworfen, ein Heizelement in der Küchenmaschine zu nutzen, für welches das Wuppertaler Unternehmen bereits ein Patent angemeldet hat.

Laut Spiegel hat das Unternehmen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf recht bekommen – Lidl darf den „Monsieur Cuisine Connect“ mit Touchscreen in Deutschland somit nicht mehr verkaufen. Ein spanisches Gericht bewertete den Streit anders: Hier wurden deutliche Unterschiede zwischen dem Lidl-Produkt und dem Thermomix angeführt. In Spanien ist das ursprüngliche Gerät von Lidl daher nicht erhältlich.

Trotz Rechtsstreit mit Vorwerk: Lidl verkauft Fake-Thermomix Monsieur Cuisine weiterhin

Was erstmal nach einem starken Dämpfer für Lidl klingt, scheint das Unternehmen nicht zu beeindrucken. Eine offizielle Stellungnahme des Discounters liegt nach dem Urteil zwar noch nicht vor. Ein Blick in den Lidl-Online-Shop zeigt aber: Der Discounter verkauft das Produkt weiterhin für rund 400 Euro.

Ignoriert Lidl das Urteil? Nein. Denn ein Hinweis auf der Produktseite zeigt: Die Küchenmaschine ist mit einem verändertem Heizelement ausgestattet. An Design und Funktion hat sich allerdings nichts verändert. Ob Lidl mit dieser Maßnahme keine weiteren rechtlichen Schritte befürchten muss, ist unklar.

Thermomix ist wichtiges Produkt für Vorwerk

Vorwerk könnte sich durch den Rechtsstreit mit Lidl nämlich mehr erhofft haben. Laut Spiegel ist der Thermomix ein wichtiges Produkt. Im ersten Jahr der Corona-Pandemie (2020) machte das Wuppertaler Unternehmen mit der Maschine rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz – das ist die Hälfte des Gesamtumsatzes.

Möglicherweise müssen Lidl-Kunden bald auf die Thermomix-Kopie Monsieur Cuisine Connect verzichten.

Das Gerät ist außerdem seit 2021 bequem online erhältlich. Vorher konnte man den Thermomix nur dann erwerben, wenn man an einem Kochkurs teilgenommen hat. Der Thermomix kostet aktuell (Stand: Februar 2022) mehr als 1300 Euro.

Rubriklistenbild: © Ulrich Wagner/dpa/RUHR24; Collage: RUHR24

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