Discounter im Umbruch

Lidl schmeißt Aktionsware raus – Nonfood-Sortiment schrumpft drastisch

Aufgrund der Inflation schrumpft das Sortiment bei Lidl. Viele Waren und Produkte sind ab 2023 nicht mehr erhältlich.

Berlin – Lidl hat mit Problemen zu kämpfen: Denn das Sortiment beim Discounter wird kleiner und viele Produkte und Waren werden in dem kommenden Jahr in ganz Deutschland nicht mehr erhältlich sein. Das ist eine Konsequenz aus sinkenden Umsatzzahlen, wie die Lebensmittel Zeitung berichtet. Die Ausdünnung der Lidl-Produkte betrifft besonders einen Verkaufsbereich.

Discountunternehmen Lidl
HauptsitzNeckarsulm
Umsatz100,8 Milliarden EUR
Filialen in DeutschlandÜber 3.200 Filialen

Lidl streicht wegen Inflation diverse Produkte aus dem Sortiment

Lidl wagt einen großen Schritt: Aufgrund von sinkenden Umsatzzahlen muss der Discounter viele Produkte dauerhaft aus den Regalen entfernen. Das Lidl-Sortiment wird ausgedünnt, insbesondere der Bereich der Nonfood-Waren ist betroffen.

Elektronikgeräte, Werkzeug und Kleidung könnten demnach im kommenden Jahr bei Lidl größtenteils nicht mehr angeboten werden. Das Problem bei Lidl: die Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg.

Umsatzeinbußen bei Lidl: Kunden müssen auf Waren aus dem Nonfood-Bereich verzichten

Wegen der sinkenden Nachfrage aufgrund der Inflation und einiger Logistikprobleme – auch aufgrund der Hitze und Engpässen bei Lidl – seien die Umsatzzahlen aus dem Nonfood-Bereich im Sortiment nicht wie erwartet. Lediglich zehn Prozent hätte der Anteil am Umsatz diesbezüglich ausgemacht – erwartet worden seien 15 Prozent aus Lidl-Produkten.

Laut Insidern habe sich der Discounter dementsprechend dazu entschieden, die erst vor Kurzem aufgegebenen Bestellungen im Nonfood-Bereich für das kommende Geschäftsjahr deutlich zurückzufahren.

Lidl-Sortiment schrumpft: Profitabler Bereich der Lidl-Produkte wird wegfallen

Bislang waren verspätete Lieferungen der Grund für den Umsatzeinbruch und den etwaigen Rückgang des Lidl-Sortiments, doch in den vergangenen Monaten hätten mehr und mehr sparsame Kunden den Discounter belastet. Deshalb fliegen jetzt viele Produkte aus den Regalen bei Lidl.

Laut Lebensmittel Zeitung werde sich wegen der steigenden Energiepreise um die Kaufkraft der Kunden gesorgt. Besonders bitter: Nach den Backwaren bildet das Nonfood-Geschäft den zweitprofitabelsten Bereich der Lidl-Produkte. Doch die hohen Einlagerungskosten der Nonfood-Ware belaste die Bilanz zusätzlich. Recherchen zufolge soll der Umsatz bei Lidl auf unter 20 Prozent gesunken sein, berichtet kreiszeitung.de.

Das Lidl-Angebot verändert sich. Aktionsware ist bald Geschichte

Nicht nur das Lidl-Sortiment wird sich in den kommenden Monaten verändern. Auch könnte es bei Lidl zu einer Kassenrevolution kommen, die das Einkaufen von Millionen von Menschen verändern könnte. Unterstützt werden soll das Vorhaben durch eine App, derzeit werde in einer Stellenausschreibung nach einem Experten gesucht, der dieses Vorhaben umsetzt, berichtet die Lebensmittel Zeitung.

Hohe Energiekosten und Inflation bei Lidl: Andere Discounter und Supermärkte haben zu kämpfen

Doch Lidl ist nicht der einzige Discounter, der mit Energiekosten und der aktuellen Situation zu kämpfen hat. Auch Aldi, der direkte Konkurrent von Lidl, kämpfe mit ähnlichen Problemen im Nonfood-Bereich.

Ein asiatischer Zulieferer berichtete außerdem von Bestellrückgängen von 30 Prozent bei vielen Kunden. Zuletzt wurde Lidl mit einem neuen Werbespot im Netz gefeiert. Der Discounter feuerte gegen Kaufland und Amber Heard – viele Kunden zeigten sich begeistert.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/Imago

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