Nachhaltig oder wirtschaftlich?

Lidl setzt mit weniger Plastik bei Eigenmarke auf mehr Nachhaltigkeit - doch es gibt einen Haken

Lidl will durch ein Produkt Plastik reduzieren. Die Sachen hat allerdings einen Haken. 
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Lidl will durch ein Produkt Plastik reduzieren. Die Sachen hat allerdings einen Haken. 

Nachhaltigkeit liegt im Trend und auch Lidl will sich nun weiter daran beteiligen. Mit einem Produkt möchte der Discounter weniger Plastik verursachen.

  • Lidl möchte bei Putzmittel den Einsatz von Plastik bei der Verpackung reduzieren.
  • Die Idee ist Teil einer größeren Strategie.
  • Allerdings müssen Kunden schnell sein, um die neuen Produkte zu ergattern.

NRW - Den eigenen Konsum hinterfragen und Plastik im Haushalt nach und nach reduzieren: Nachhaltigkeit ist im Trend und auch immer mehr namhafte Hersteller und Supermärkte kriegen davon Wind. Aldi Süd etwa setzt nun auf den Anbau von Kräutern in den eigenen Filialen - und vermeidet so Transport und Verpackung.

Als Nächstes will Lidl ein bestimmtes Produkt mit weniger Einsatz von neuem Plastik beziehungsweise PET gestalten.

Lidl reduziert Plastik bei Reinigungsmitteln

Der Discounter setzt bei seinen hauseigenen Reinigungsmitteln der Marke "W5" nun auf sogenannte Nachfülltabs, die den Plastikgehalt langfristig reduzieren sollen, wie Lidl mitteilt. Diese sind in vier verschiedenen Sorten erhältlich und werden in der Sprühflasche in Wasser aufgelöst. So muss nicht jedes Mal ein neuer Behälter gekauft werden, sondern der gebrauchte wird weiterbenutzt.

Lidl ist allerdings nicht der erste Vertreiber mit dieser ressourcensparenden Idee: Einige, auf nachhaltigen Lebensstil spezialisierte Hersteller bieten Tabs dieser Art bereits seit längerem an und leisten damit einen positiven Beitrag zum Umweltschutz.

Auch die Verpackung von Reinigungsmitteln bei Lidl soll nachhaltiger werden

Doch nicht nur der Inhalt der Reinigungsmittel soll zukünftig Müll vermeiden. Lidl setzt bei den neuen Produkten auch auf eine recycelte Verpackung, die ebenfalls Plastik einsparen soll. Die Flaschenkörper von Allzweck-, Bad-, WC-, Glas- und Multifettreiniger sowie Klar-, Weich- und Handgeschirrspülmittel bestehen ab sofort zu 100 Prozent aus recyceltem und transparenten PET. Gleichzeitig wurde damit die Recyclingfähigkeit der Flaschen verbessert.

Lidl möchte mit Tabs zum Wiederbefüllen von Sprühflaschen Plastik reduzieren. Allerdings sind die Produkte nur für kurze Zeit erhältlich. 

Laut Angaben von Lidl, wo sich demnächst die Preise ändern, werden durch diese Maßnahme jährlich bis zu 1.400 Tonnen PET weniger benötigt. Die neuen Flaschen sollen mit dem Zusatz-Logo "verantwortlicher verpackt" ausgezeichnet sein. Damit will Lidl auch weitere Eigenmarken kennzeichnen, die nachhaltiger gestaltet werden. 

Lidl: plastiksparende Alternative zu Reinigungsmitteln nur für kurze Zeit erhältlich

In diese Behälter und Sprühflaschen können anschließend die neuen Tabs zur Wiederverwendung in Wasser aufgelöst werden. Die Tabs sollen zunächst in den Sorten "Frische & Glanz", "Frisch & Sauber", "Streifenfreier Glanz" und "Reinigung & Glanz" erhältlich sein und 1,49 Euro je Zweierpackung kosten.

Allerdings: Wer sich die plastiksparenden Tabs sichern und ausprobieren möchte, sollte schnell sein, denn es gibt einen Haken. Die neuen Produkte sind seit dem 11. Mai (Montag) zunächst nur rund eine Woche bei Lidl, der im Zusammenhang mit dem Coronavirus eine moderne Einlasskontrolle entwickelt, erhältlich.

Lidl streicht zudem auch ein für die Kunden eigentlich interessantes Angebot und macht es wie Aldi. Zukünftig wird es keine Reisen mehr beim Discounter geben. 

Lidl: Immer mehr Produkte sollen nachhaltiger werden

Es stehen aber womöglich noch weitere Neuerungen an: Lidl hat sich im Rahmen der "Reset Plastic"-Strategie zum Ziel gesetzt, alle Kunststoffverpackungen seiner Eigenmarken bis 2025 komplett recyclingfähig zu machen und damit insgesamt 20 Prozent Plastik einzusparen. Der Discounter möchte außerdem verstärkt recyceltes Plastik einsetzen.

Video: Aldi vs. Lidl

Wie die Kunden von Lidl die neuen Produkte annehmen, soll der siebentägige Testlauf zeigen. Aktuell bittet der Supermarkt seine Kunden sogar konkret um Hilfe: In der Veganwerkstatt sollen neue pflanzliche Produkte entstehen, bald bei Lidl im Regal landen könnten.

 Die "Reset Plastic"-Strategie stammt, wie die Idee mit den Nachfülltabs, allerdings nicht von Lidl selbst, sondern von der Schwarz-Gruppe, zu der neben dem Discounter auch Kaufland gehört. Sie soll die Vision "Weniger Plastik - geschlossene Kreisläufe" des Handelsunternehmens verwirklichen.

Um seinen Kunden künftig neben einem breiteren Angebot auch mehr Komfort beim Einkaufen anzubieten, stellt Lidl ab sofort kostenloses WLAN in all seinen Filialen bereit.

Eine Neuerung gibt es auch beim Supermarkt-Konkurrenten Edeka, wo jetzt Plastik-Verpackungen geändert werden

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