Im Zuge der Digitalisierung

Lidl: Neue Preisschilder in Regenbogenfarben als Orientierungshilfe für Kunden

Preisschilder bei Lidl
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Lidl ändert seine Preisschilder – sie sind bald in vielen bunten Farben zu sehen.

Regenbogenfarben sind derzeit in aller Munde. Auch beim Discounter Lidl wird es in nächster Zeit bunt. Die unterschiedlichen Farben der Preisschilder haben jedoch einen anderen Hintergrund.

Neckarsulm – Am Mittwoch (23. Juni) werden viele Gebäude in Deutschland in den Regenbogenfarben leuchten. Als Zeichen gegen Homophobie und aus Solidarität mit der LGBTQI+-Community. Auch Lidl wird es bald bunt in den Regalreihen. Der Discounter hat ein neues Design für seine digitalen Preisschilder festgelegt.

UnternehmenLidl
Mitarbeiter192.920 (weltweit, Stand 2019/20)
HauptsitzNeckarsulm

Lidl: Digitale Preisschilder in Regenbogenfarben – das ist der Hintergrund

Die Preisschilder bei Lidl sind orange, gelb, pink, hell- und dunkelgrün, rot oder weiß – beinahe wie die Regenbogenfarben, die aktuell für eine große Diskussion sorgen. Hintergrund ist, dass die Stadt München das EM-Stadion beim Spiel Deutschland gegen Ungarn bunt anstrahlen wollte. Eine Reaktion auf ein neues ungarisches Gesetz, dass die Informationsrechte in Bezug auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

Die Uefa hatte den Antrag der Stadt München jedoch abgelehnt, was deutschlandweit für Empörung sorgte. Um das zum Ausdruck zu bringen, leuchten am Mittwoch (23. Juni) an vielen Orten in Deutschland die Regenbogen – ein Zeichen für Toleranz und Gleichstellung. Die Farbgebung der neuen Lidl-Preisschilder hat jedoch einen anderen Hintergrund (mehr Lidl-News bei RUHR24).

Regenbogenfarben: Preisschilder bei Lidl bekommen neues Design

Wie die Lebensmittelzeitung berichtete, will der Discount-Riese mit den neuen Farben den Preisschildern mehr Informationsgehalt und Pep verleihen. Erst im vergangenen Jahr hatte Lidl digitale Anzeigen eingeführt – eingerahmt in Grau. Nun soll es schon bald deutlich bunter werden. Für die Anzeige der Standardpreise wird es künftig einen weißen Rahmen geben.

Um Besonderheiten, Aktionsware oder Neuheiten anzukündigen hat Lidl sich für andere Farben entschieden. So sollen im Obst- und Gemüseregal grüne Schilder den Unterschied zwischen Bio- und konventioneller Ware deutlich machen. Ist ein Produkt vegan, bekommt es ein dunkelgrünes Preisschild verpasst. Auch der Preis für die Bioland-Lebensmittel bei Lidl sind in einem grünen Rahmen angebracht.

Orange steht hingegen für glutenfrei, pink für laktosefrei und knallrot deutet auf ein Sonderangebot hin. Preisschilder von neuen Produkte sollen gelb leuchten. Hintergrund für die neuen Farben bei Lidl, der Ärger mit einem Rückruf von Nudelsoßen hat, ist allerdings kein politischer, sondern ein technischer.

Video: Lidl ruft Nudelsoßen zurück

Neuerung bei Lidl: Preisschilder in bunten Farben liefern Kunden wichtige Hinweise

Laut der Lebensmittelzeitung hatte Lidl mit der Einführung der digitalen Preisschilder das Problem, das Display nicht unterschiedlich einfärben zu können. Nur reduzierte Preise konnten rot auf dem Bildschirm angezeigt werden. Einen grünen Hintergrund, was der Discounter bislang bei Preisschildern aus Papier für Bio-Ware nutze, war nicht möglich. Matthias Oppitz, Deutschland-Chef von Lidl, bezeichnete das als „Hemmschuh“.

Mit den bunten Rahmen habe man das Problem jetzt allerdings gelöst. Noch in diesem Jahr sollen die Preisschilder in den Regenbogenfarben in allen Filialen zu finden sein. Aktuell werden sie jedoch nur in einer Lidl-Filiale in Heilbronn getestet. Auch Lidl-Schwester Kaufland will langfristig auf die digitalen Preisschilder setzen – womöglich auch mit den bunten Rahmen.

Lidl: Warum der Discounter digitale, bunte Preisschilder einführt

In immer mehr Supermärkten und Discountern werden die Preisanzeigen aus Papier durch digitale Displays ersetzt. Das hat zum einen den Hintergrund, dass Papier gespart und damit angeblich was Gutes für die Umwelt getan werden kann. Zum anderen können die Lebensmittel-Giganten durch die elektronischen Displays aber auch schneller auf Preisänderungen reagieren.

Bei Lidl werden die Preise für die Produkte beispielsweise mehrmals pro Woche angepasst. Die Vorgaben zu Preisen, Menge, Verpackungseinheiten oder Reduzierungen kommen dabei direkt von der Zentrale an die einzelnen Filialen. Sie werden digital über Nacht aktualisiert, was den Mitarbeitern Arbeit ersparen soll, da sie die Preisschilder nicht händisch austauschen müssen.