Sensoren am Boden: Wie Lidl, Aldi und Co. mit ihren Parkplätzen verdienen

Seit Montag hat Aldi wieder seine Thermomix-Kopie im Angebot. Lidl hat jetzt darauf reagiert - inklusive Seitenhieb gegen den Konkurrenten. Foto: dpa
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Seit Montag hat Aldi wieder seine Thermomix-Kopie im Angebot. Lidl hat jetzt darauf reagiert - inklusive Seitenhieb gegen den Konkurrenten. Foto: dpa

Die eigenen Parkplätze als neue Einnahmequelle? Lidl geht gegen Langzeitparker vor und verdient damit Geld. Auch Aldi zieht nach. Hier die Infos.

In vielen Städten nutzen Langzeitparker die Parkplätze von Lidl, Aldi und Co. Die Discounter schieben dem deshalb mehr und mehr einen Riegel vor.

  • Lidl beschäftigt externe Dienstleister, die die eigenen Parkplätze überwachen.
  • Mit Innovativer Technik werden Langzeitparker ausfindig gemacht und zur Kasse gebeten.
  • Auch andere Discounter wie Aldi, Penny und Netto ziehen nach.

Lidl: Kunden dürfen Parkplätze zum Einkaufen eine Stunde nutzen

Wer zur "Rush Hour" bei Lidl veganes Hack oder ähnliches einkaufen will, der sollte sich dabei nicht zu viel Zeit lassen. Zumindest bei der Anreise mit dem Pkw. Denn länger als eine Stunde dürfen die Parkplätze von vielen Filialen nicht benutzt werden.

Der Grund: Besonders in der Nähe von Büroräumen oder Arztpraxen werden die Stellflächen von Langzeitparkern weniger während des Einkaufs, als für die Wartezeit beim Arzt besetzt.

Übrigens: Lidl, bringt jetzt einen Teelöffel zur Zuckerreduzierung raus. Mit ihm soll man 20 Prozent Zucker einsparen können.

Vielleicht wird es da für manch einen Kunden zur Option auf den Online-Shop des Discounters zurückzugreifen. Denn nach Lidl zieht nun auch Aldi Nord nach und baut den digitalen Handel auf. Allerdings gibt es nur bestimmte Produkte im Angebot.

Externer Parkplatz-Dienst verteilt bei Lidl Knöllchen

Den Discountern geht das gehörig gegen den Strich. Wie Chip berichtet, hat Lidl deshalb über 70 Prozent der Parkplätze an einen externen Dienstleister verpachtet, der Knöllchen verteilt.

Je nach Stadt, Lage und Kundenfrequenz sind bis zu 30 Euro fällig, wenn das Auto auf diesen Flächen länger als eine Stunde steht. Für Lidl, dessen Streit mit einem Hersteller ein Vorteil für die Kunden werden könnte, ein sehr lukratives Geschäft: Denn zusätzlich zur Pachtgebühr, wird der Discounter auch prozentual an den Strafgebühren beteiligt.

Sensoren am Boden übermitteln Daten an Parkplatz-Dienstleister

Entsprechend innovativ zeigt sich die Unternehmenskette auch, was die Verbesserung der Parkplatz-Überwachung betrifft. So befinden sich Sensoren am Boden der Parkplätze, die ein Signal übermitteln, sobald ein Auto länger als eine Stunde auf der Fläche steht.

Noch drastischer geht Lidl laut Chip in einer größeren Filiale im Münchener Norden vor. Dort überwachen die externen Dienstleister wie "Parkraum Service" oder "ParkWatch" auch, ob der Kunde tatsächlich zum Laden läuft. Ist das nicht der Fall, gibt es ein Knöllchen.

Kassenbon hilft bei Knöllchen nicht immer

Wer als Kunde der Meinung ist, er habe zu Unrecht ein Knöllchen bekommen, der kann dieses laut Lidl durch Vorlage des Kassenbons stornieren. Das scheint in der Praxis aber nicht immer reibungslos zu funktionieren.

Wie Chip berichtet, verweist der Discounter die betroffenen Kunden an den externen Parkplatzdienstleister. Und der stellt sich beim Stornieren wohl oft quer.

Nicht nur Lidl: Auch Aldi, Netto und Penny gehen gegen Langzeitparker vor

Die Herangehensweise von Lidl scheint auch bei weiteren Discountern zur Gängigen Umgangsweise mit Falschparkern zu werden. Denn auch Aldi, Netto oder Penny beauftragen inzwischen an einigen Filialen externe Dienstleister, die die Parkplätze überwachen.

Zu Halloween 2019 brachte Lidl eine Werbung heraus. Figuren aus bekannten Horrorfilmen erschrecken sich in diesem Clip, der bei Youtube zu sehen ist, vor den Preisen der Konkurrenz wie Rewe oder Penny. Die Fans finden es super.