Wegen Preisveränderungen

Lidl schmeißt Schokolade aus dem Sortiment: Regale sind teilweise leer

Zwischen Lidl und Rittersport kracht es gerade gewaltig. Auch wenn sich beide Konzerne bedeckt halten, der Lieferstopp kommt nicht aus heiterem Himmel.

NRW – Naschkatzen und Schokoladenfans müssen jetzt ganz stark sein! Denn schon bald könnten Lücken in der Schokoladenabteilung beim Discounter Lidl auftauchen, die dem ein oder anderen Schokoliebhaber wohl so gar nicht schmecken dürfte.

LidlInternational tätiges deutsches Discounterunternehmen
HauptsitzNeckarsulm (Baden-Württemberg)
Gründung1932

Rittersport beliefert Lidl seit Mai nicht mehr mit Schokolade – Preiskonflikt ist eskaliert

Die Schokoladenmarke Rittersport und der Discounter-Riese Lidl befinden sich allem Anschein nach schon seit Wochen im Preisstreit für die kleinen Schokoladentafeln. Bei der Lidl-Schwester Kaufland hat der gleiche Konflikt mit Rittersport, der laut der Lebensmittel Zeitung bereits seit Beginn des Jahres anhält, zu sichtbaren Lücken in den Regalen einiger Filialen geführt.

Lidl ist offenbar nicht bereit, eine von Rittersport eingeleitete Preiserhöhung zu akzeptieren. Die Folge: Der aus Baden-Württemberg stammende Schokoladenkonzern beliefert Lidl laut Brancheninsidern bereits seit Anfang Mai nicht mehr mit den bekannten quadratischen Schokoladentafeln.

Mit dem radikalen Lieferstopp ist eine neue Stufe der Eskalation im Handelsstreit zwischen Lidl und Rittersport erreicht.

Preiskonflikt zwischen Lidl und Rittersport: Schoko-Hersteller rechtfertigt Erhöhungen mit Nachhaltigkeit

Doch wie genau kam es zu dem Preiskonflikt? Rittersport hatte schon im vergangenen Herbst angekündigt, die Preise zeitnah zu erhöhen. Als Grund gab der Konzern laut Lebensmittel Zeitung vor allem „Investitionen in Nachhaltigkeit“ an.

Bei anderen Händlern habe das laut Marktdaten „zu keinen am Umsatz erkennbaren Auseinandersetzungen mit Händlern geführt.“ Nirgendwo sonst wird sich also so sehr um Schokoladenpreise gezankt, wie zwischen der Schwarz-Gruppe, zu denen Lidl und Kaufland gehören, und Rittersport.

Preiskonflikt: Lidl und Kaufland wollen Preiserhöhungen von Rittersport nicht weitergeben

Ein Blick in die vergangenen Wochen und Monate zeigt, dass Meinungsverschiedenheiten zwischen Herstellern und Händlern in Bezug auf die Verkaufspreise bei bestimmten Produkten momentan zunehmen. Im April befanden sich Rewe und die Württemberger Weingärtnerzentralgenossenschaft (WZG) in einem vergleichbaren Streit um Preiserhöhungen.

Dieser Konflikt konnte aus Sicht der Weinliebhaber zum Glück beigelegt werden, die Parteien haben sich einigen können. Auch der Preisstreit zu Beginn des Jahres zwischen Edeka und einem Putzmittel-Hersteller, der ebenfalls in einem zwischenzeitlichen Lieferstopp mündete, fand schnell ein Ende.

Lidl und Rittersport befinden sich im Preisstreit.

Preiskonflikt: Konzerne wollen keine Angaben zu Verhandlungen machen

Ob der Konflikt zwischen Lidl und Kaufland auf der einen und Rittersport auf der anderen Seite ähnlich glimpflich ausgehen wird wie der laut HNA wochenlange Schokoladenstreit zwischen Edeka und der Mondelēz-Tochter Milka, ist derzeit nicht abzusehen. Auf Nachfrage der Lebensmittel Zeitung äußerten sich weder Michael Lessmann, Deutschlandchef von Rittersport noch der Lidl-Konzern eindeutig zum Status quo der Verhandlungen und der Lieferantenbeziehung.

Schokofans müssen sich also weiter gedulden, bis beispielsweise 100-Gramm-Tafeln von Rittersport im neuen Design die Regale von Lidl schmücken. Ein Argument, das für eine schnelle Beilegung des Konflikts sprechen könnte, ist der gestiegene Marktanteil von Rittersport, was auf eine möglicherweise besserer Verhandlungsposition hindeuten könnte. Laut der Lebensmittel Zeitung setzten deutsche Handelsketten „mit den Produkten des Herstellers (...) demnach rund 5 Prozent mehr um“, während der Markt insgesamt stagniere.

Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/Imago; Leon Kuegeler/photothek.de/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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