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Lidl und Aldi: Fleisch-Angebot verändert sich – Discounter gehen drastischen Schritt

Lidl-Filiale mit Hinweis auf Öffnungszeiten
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Lidl plant eine Änderung bei seinem Fleisch-Angebot. (Symbolbild)

Beim Sortiment von Aldi und Lidl steht eine große Änderung bevor. Ein beliebtes Produkt könnte in Zukunft völlig anders aussehen.

Dortmund - Lebensmittel sind meistens in Verpackung gehüllt, in denen sie besonders lange halten. Getränke wie Säfte etwa kommen oft in Tetrapaks oder Glasflaschen daher, abgepacktes Fleisch wird häufig in Plastikschalen verkauft. So auch Hackfleisch. Genau das soll sich bei den Discountern Aldi und Lidl aber in Zukunft ändern.

UnternehmenAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946 in Essen

Aldi und Lidl: Hackfleisch von Discountern soll zukünftig andere Verpackung kriegen

Wer regelmäßig im Discounter Hackfleisch kauft, dürfte die Verpackung kennen: Bei Aldi, Lidl und Co. kommt das verderbliche Produkt häufig in einer Plastikschale mit Schutzunterlage und Plastikfolie daher. Diese Kombination soll es in Zukunft so nicht mehr geben. Aldi und Lidl wollen die Verpackung reduzieren.

Stattdessen soll reguläres Hackfleisch zukünftig im einfachen Plastikbeutel verpackt werden. Die Idee zum Plastikbeutel ist allerdings nicht neu. Die Supermarktkette Rewe soll das neue Konzept entwickelt haben.

Im Februar 2020 tauchte diese Art der Verpackung zum ersten Mal bei Aldi Süd auf, wie Chip berichtet. Im Juni 2020 dann erstmals auch bei Aldi Nord. Eine Rückkehr zur klassischen Plastikbox soll es zukünftig nicht mehr geben.

Weniger Plastik bei Discountern Aldi und Lidl: Revolution in der Fleischtheke

Und das könnte schon bald für viele Supermärkte in Deutschland gelten. Denn auch bei Lidl soll die Variante des Plastikbeutels für Hack umgesetzt werden. Die Verpackung dient als Maßnahme für weniger Verpackungsmüll und damit gleichzeitig weniger Plastik. Auch, wenn nach wie vor Plastik für die Hacktüten eingesetzt wird.

Allein Aldi will bis Ende 2025 den Verpackungsmüll der Eigenmarken um bis zu 30 Prozent reduzieren. Schon bis Ende 2022 sollen außerdem alle Verpackungen der Discounter-Eigenmarken auch recyclingfähig sein. Ob dabei zukünftig auch vor allen recyceltes Plastik zum Einsatz kommen soll, ist bisher noch nicht bekannt. Dabei ist dieser Schritt für die Nachhaltigkeit besonders wichtig, um nicht unnötig neue Ressourcen zu verwenden.

Lidl hat ähnliche Ziele: „Im Rahmen der Plastikstrategie REset Plastic arbeitet Lidl Deutschland kontinuierlich an der Verpackungsoptimierung seiner Eigenmarkenprodukte“, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. Lidls Schritt zu weniger Plastik bedeutet unter anderem, auf einen zusätzlichen Deckel auf Joghurtbechern zu verzichten. Auch Marken wie Alpro setzen seit einigen Monaten auf diese Plastikeinsparung (mehr News zu Lidl bei RUHR24).

Aldi und Lidl setzen auf weniger Plastik: Viele Veränderungen

Doch nicht nur in Sachen Joghurt und Hackfleisch gibt es drastische Änderungen bei Aldi. Bis 2025 soll auch die Hälfte der Obst- und Gemüsetheke des Discounters aus loser Ware bestehen. Soll heißen: auf Plastikverpackungen soll weitestgehend verzichtet werden. Auch Brot möchte Aldi zukünftig nicht in Tüten, sondern in wiederverwendbaren Beuteln anbieten.

Wie Chip berichtet, hat dieser Schritt für Aldi womöglich noch einen positiven Nebeneffekt: seitdem Aldi bereits verstärkt auf loses Obst und Gemüse setzt, seien die Umsätze angestiegen.

Steht am Ende nur der kapitalistische Gedanke im Vordergrund der Plastikeinsparung? Oder will Aldi wirklich das nachhaltige Ruder rumdrehen? Noch 2020 wollte der Discounter die eigenen Fleischpreise herunterschrauben. Fleisch gilt gemeinhin als Klimakiller und verursacht durch direkte Emissionen von Lachgas oder Methan einen verhältnismäßig hohen CO2-Ausstoß (mehr Aldi-News bei RUHR24).

Video: CO2-Bilanz: Diese Erdbeeren sind am nachhaltigsten

Verpackungen in der Zukunft: Aldi und Lidl gehen wichtigen Schritt

Maßnahmen wie die Einsparung von Plastik könnten nach Einschätzung der Lebensmittel Zeitung aber an Bedeutung gewinnen. Plastikverpackungen in Supermärkten ernten immer wieder Kritik, gerade weil viele Artikel mehrfach verpackt sind. Die Entsorgungsbranche wünscht sich laut Chip Veränderung.

Für Hersteller und Verbraucher haben Plastikschalen, wie sie in der Vergangenheit oft beim Hackfleisch eingesetzt wurden, auch Vorteile. Die Lebensmittel bleiben darin beispielsweise lange haltbar. Allerdings können Verpackungen mit verschiedenen Elementen in Sortieranlagen nicht oder nur sehr aufwendig getrennt werden. Oft wandern sie in die Verbrennung zur Energieerzeugung und werden dem Recyclingkreislauf damit letztlich für immer entzogen.