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Lidl bietet 3-Euro-Produkt – doch Kunden beschweren sich trotzdem

Gerettetes Obst und Gemüse für nur 3 Euro – das ist bei Lidl ab sofort möglich. Doch teilweise hagelt es bereits Kritik am Inhalt der Tüten.

Dortmund – Der Discounter Lidl hat im Bereich Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung ein neues Konzept hervorgebracht. Um Lebensmittel vor dem Müll zu bewahren, wird aussortiertes Obst und Gemüse in abgepackten Tüten für einen Fixpreis von je 3 Euro verkauft. Die Idee sollte eigentlich bereits im Mai umgesetzt werden, doch ein absurder Grund hat für eine Verzögerung gesorgt.

DiscounterLidl
Gründung1973
HauptsitzNeckarsulm (Baden-Württemberg)

Lidl führt 3-Euro-Rettertüte ein: Konzept „Rettertüte“ geht drei Monate später an den Start

Nach rund drei Monaten Verzögerung hat Lidl sie nun eingeführt – die 3-Euro-Rettertüten. Nach einer Testphase in einer Regionalgesellschaft, sind die Rettertüten ab sofort in jeder Lidl-Filiale Deutschlands erhältlich, so die Lebensmittelzeitung. Ausrangiertes Obst und Gemüse, das noch zu gut für den Müll ist, soll so gerettet werden. Für einen pauschalen Fixpreis von drei Euro bekommen Kunden bis zu fünf Kilogramm Obst und Gemüse „mit kleinen Schönheitsfehlern“, so Lidl.

Eigentlich sollte das Tüten-Konzept bereits im Mai anlaufen, doch ein Rohstoffmangel hat für Verzögerungen gesorgt, teilt die Lebensmittelzeitung mit. Die Beschaffung der Tüten habe mehr Zeit in Anspruch genommen. Das Unternehmen wies diese Erklärung jedoch zurück (mehr zu Supermärkte und Discounter bei RUHR24).

Neben der Einführung der Tüten hat Lidl auch online ein neues Tool entwickelt. In einem Suchfeld können Zutaten aus der Rettertüte eingegeben werden, sodass passende Rezepte ausgesucht werden können.

Lidl führt 3-Euro-Rettertüte ein: Kunden bemängeln Inhalt – teils „verschimmelt und vermatscht“

Das ambitionierte Ziel von Lidl, bis zum Jahr 2025 die Lebensmittelverschwendung um 30 Prozent zu senken, ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Bei Bekanntgabe der Rettertüten haben viele Kunden ihre Zustimmung und Vorfreude mitgeteilt. Doch zum Verkaufsstart muss Lidl nun auch Kritik einstecken.

Unter dem Facebook-Beitrag, in dem Lidl über die neuen Rettertüten informiert, teilen zahlreiche Kunden ihre ersten Erfahrungen mit den Tüten mit. Neben mehrheitlich positiven Berichten und Kommentaren äußern einige Nutzer auch Enttäuschung über die Qualität der Ware. So finden sich Beiträge wie „1kg Weintrauben, von denen ich mindestens 500g entsorgen musste, da verschimmelt und zermatscht“ oder „Hab leider die Hälfte weggeschmissen“.

Lidl möchte die Lebensmittelverschwendung so gut es geht reduzieren.

Lidl führt 3-Euro-Rettertüte ein: Kunden wünschen sich Rettungsaktion auch für andere Lebensmittel

Verbraucher kritisieren vor allem, dass es sich nicht um „kleine Schönheitsfehler“ am Obst und Gemüse handele, sondern es häufig nicht mehr verzehrbar sei. Lidl reagiert auf die Kritik auf Facebook und bittet betroffene Kunden, ihnen das genaue Anliegen in einer gesonderten Nachricht mitzuteilen.

Neben zahlreichen negativen Erfahrungen erfreuen sich jedoch die meisten Kunden über die günstigen Rettertüten. Nutzer äußern unter dem Lidl-Beitrag ihre Begeisterung bis hin zu Wünschen, die Lebensmittelrettung solle auf weitere Produkte erweitert werden.

Auch andere Supermärkte und Discounter folgen bestimmte Maßnahmen, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Aldi hat gegenüber RUHR24 zuletzt mitgeteilt, wie sie mit abgelaufenen Lebensmitteln umgehen.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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