Gegen die Pandemie

Lidl spendet Corona-Tests an Bedürftige: Aktion hat jedoch bitteren Beigeschmack

Mitten im Corona-Sommer 2021 spendet der Discounter Lidl etliche Corona-Tests an die Tafeln in Deutschland. Die Frage ist: Warum erst jetzt?

Neckarsulm - Seit Ende Februar sind die sogenannten Corona-Selbsttests auch für Laien zugelassen. Wenig später hatten Supermärkte, Drogerien und sogar Online-Shops die gefragten Test-Kits im Angebot - zu teils horrenden Preisen. Mittlerweile hat die Nachfrage nach den Selbsttests stark nachgelassen. In den Geschäften werden sie zu Ladenhütern, die selbst zu Schleuderpreisen kaum noch weggehen.

Discounter Lidl
Gründung1973
SitzNeckarsulm

Corona-Schnelltests werden in Deutschland zu Ladenhütern - Preise für Tests sinken rapide

Wer dieser Tage einen Blick in die Online-Shops von Lidl, Aldi oder dm wirft, dem fällt eine Sache besonders zügig auf: Die Preise für Corona-Schnelltests haben extrem nachgelassen. Mittlerweile muss man für einen Test gerade mal 80 Cent bezahlen. Vor ein paar Monaten wären solche Preise noch undenkbar gewesen. Gerade in den ersten Wochen nach Verkaufsstart war der Andrang auf die Tests riesig (mehr Lidl-News bei RUHR24).

Mittlerweile hat die Nachfrage nach den Selbsttests nachgelassen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Inzidenzen in Deutschlands Städten sinken immer weiter und immer mehr Menschen sind gegen das Coronavirus geimpft. Dazu kommt, dass man aktuell für kaum noch etwas einen negativen Corona-Test benötigt. Die Folge: Keiner will die Selbsttests mehr kaufen.

Lidl spendet Corona-Schnelltests an deutsche Tafeln: Verfolgt der Discounter wirklich wohltätige Zwecke?

Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Sicherheit“ teilt Lidl mit, dass die gespendeten Corona-Tests vor allem den Mitarbeitern der Tafeln zugutekommen sollen. Zusätzlich könnten die lokalen Tafeln ihre Tests aber auch an finanziell benachteiligte Menschen weitergeben.

Angesichts der sinkenden Preise für die Schnelltests und die Tatsache, dass der Einzelhandel die Tests kaum noch los bekommt, stellt sich allerdings die Frage: Will Lidl seine Schnelltests vielleicht einfach nur loswerden?

Lidl: Spende von Corona-Schnelltests an deutsche Tafeln kommt Monate zu spät

Immerhin ist der Discounter mit seiner vermeintlich wohltätigen Aktion spät dran: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit Wochen stabil unter 10. Es gibt immer weniger Corona-Tote und auch die Belegung der Intensivbetten nimmt in Deutschland stetig ab.

Lidl schmückt sich mit Wohltätigkeitslorbeeren, obwohl der Zeitpunkt der Spende nicht gerade optimal ist. Im März oder April, als die Inzidenzen je nach Region noch bei weit über 100 lagen, hätten deutlich mehr Personen von der Aktion profitiert. Damals wurden die Schnelltests-Sets aber noch für knapp 22 Euro pro 5er-Packung in den Filialen verkauft und eben nicht an Bedürftige oder Mitarbeiter mit täglichem Menschenkontakt verteilt.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa