Discounter provoziert

Lidl überrascht mit Corona-Ansage - und sorgt teils für Kritik

Ein voll gepackter Einkaufswagen vor leeren Regalen in einem Supermarkt.
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Der Discounter Lidl hält nichts von Hamsterkäufern.

Der Lebensmitteldiscounter Lidl richtet sich mit einer klaren Corona-Ansage an seine Kunden. Doch davon ist nicht jeder Kunde begeistert.

Nordrhein-Westfalen – Nachdem die Corona-Infektionszahlen in Deutschland vor wenigen Wochen im Herbst wieder weiter nach oben gegangen sind, konnte man ein Phänomen beobachten, welches man zuletzt in den Supermärkten im Frühjahr feststellen konnte: Hamsterkäufe. Dazu hat der Discounter Lidl eine klare Meinung.

UnternehmenLidl
HauptsitzNeckarsulm
CEOIgnazio Paternò

Lidl: Hamsterkäufe während Corona-Pandemie zwingen Discounter zum Handeln

Seit dem 1. November befinden wir uns wieder im (Mini-)Lockdown, auch wenn er nicht ganz so streng ist, wie der erste im Frühjahr. Doch in den Supermärkten und Discountern zeigen sich (erneut) Szenen, die man bereits im Frühjahr erkennen konnte. Einige Produkte sind besonders beliebt, darunter zählen vor allem Toilettenpapier und Desinfektionsmittel (alle Artikel zu Lidl auf RUHR24.de).

Auch dem Lebensmittel-Discounter Lidl scheint schon aufgefallen zu sein, dass in bestimmten Regalen öfter mal gähnende Leere herrscht. Lidl hat zu den Hamsterkäufen während der Corona-Pandemie eine klare Meinung, wie das Unternehmen in einem Post auf Instagram zeigt. Der Discounter zeigt darin einen Hamster, der durchgestrichen ist. Dazu die Worte „Wir müssen draußen bleiben.“

Lidl will Hamsterkäufer abhalten: User auf Instagram reagieren auf Werbung

Damit möchte Lidl vor allem zeigen, dass die Waren für jeden da sind und man nur in handelsüblichen Haushaltsmengen einkaufen soll. Der Discounter macht aber auch klar, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, wie viel haushaltsüblich ist: „Da die Warenversorgung sichergestellt ist und unsere Filialen täglich beliefert werden, gibt es bei Lidl zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Vorgaben bezüglich maximaler Abgabemengen von Produkten.“ Doch die Anti-Hamsterkäufe-Kampagne gefällt nicht jedem, wie einige Kommentatoren auf Instagram zeigen:

  • „Die Leute können doch kaufen was sie wollen. Es geht niemanden was an, wie viel und was. Da muss Lidl sich einen Kopf machen, wie sie die Waren in ausreichender Menge ran bekommt.“
  • „Wo lebe ich denn? Muss ich mir jetzt schon vorschreiben lassen, was ich kaufe? Gehts noch?“
  • „Ich kaufe nicht wie ein Hamster. Toilettenpapier eine Packung. Ich würde aber jetzt dann Plätzchen backen wollen. Da reicht eine Tüte Mehl nicht. Mehr darf und soll ich aber nicht kaufen. Wie soll ich mich jetzt verhalten?“

Hamsterkäufe: Lidl appelliert an Discounter-Kunden während der Corona-Pandemie

Doch solche kritischen Stimmen unter dem Lidl-Post auf Instagram sind nur die Ausnahmen. Der Großteil der Kommentatoren freut sich über die klaren Worte des Discounters und über die lustige Werbung. „Ja richtig, wir sind nicht im Krieg. Viele wollen es einfach nicht verstehen. Also nochmal ein Appell an euch: Wir haben keinen Weltkrieg“, lautet ein Kommentar. „Marketing bei Lidl! Wieder mal eine Gehaltserhöhung. Top“, lautet ein anderer.

Video: Kampf ums Klopapier: Hamsterkäufe in Deutschland nehmen erneut zu

Auch ein Mitarbeiter von Lidl meldet sich in den Kommentaren zu Wort und berichtet von seinen Erlebnissen während der Corona-Pandemie: „Ich arbeite bei Lidl, und was wir da teilweise erleben, ist grenzwertig, manche Leute werden total aggressiv, wenn man sagt, sie dürfen einige Artikel nur begrenzt kaufen. Dabei hat man ja im ersten Lockdown gesehen, dass alle Artikel, außer ein paar Ausnahmen, immer nachgeliefert wurden.“

Lidl macht währenddessen klar, worauf es dem Discounter wirklich ankommt: „Grundsätzlich appellieren wir an jeden Einzelnen, verantwortungsvoll mit der aktuellen Situation und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.“ So soll es auch zu keinen leeren Regalen im Discounter kommen.

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