Smoothies, Fruchtsäfte und Milch

Pfand wird knallhart ausgeweitet: Fast alle Getränke im Supermarkt werden teurer

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Änderung ab 2022 bei Lidl, Aldi und Edeka: Fruchtsäfte, Smoothies und mehr werden teurer.

Ab Juli 2022 wartet eine Änderung auf Kunden von Lidl, Aldi und Edeka: Dadurch werden unter anderem Fruchtsäfte und Smoothies, aber auch teilweise alkoholische Getränke teurer.

NRW – Im kommenden Jahr erwartet Supermarkt- und Discounter-Kunden eine Preiserhöhung. Betroffen sind fast allerart Getränke-Flaschen und Dosen, berichtet RUHR24*. Grund für die steigenden Preise ist das neue Verpackungsgesetz, welches strengere Regeln für Getränkeverpackungen veranlasst.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946 in Essen

Lidl, Aldi und Edeka: Harte Pfandregeln kommen – diese Getränke werden deshalb teurer

Ein Smoothie oder ein Kakao für zwischendurch ist für viele ein beliebter Snack aus dem Kühlregal bei Edeka, Lidl oder Aldi. Ab dem 1. Juli 2022 fallen diese Produkte allerdings auch unter die neue Pfandpflicht. Dies hat der Bundestag zuletzt mit einer Gesetzesänderung des Bundesumweltministeriums beschlossen.

Grund für den neuen Gesetzesbeschluss: Alle Plastikflaschen und Dosen von Getränken sollen künftig wiederverwendet werden. Durch die Erweiterung der Pfandpflicht kommen die bisher nicht eingeschlossenen Verpackungen hinzu und sollen in das Pfandsystem mit einfließen. Dazu gehören besonders gekühlte Produkte. Diese Produkte werden 2022 auch pfandpflichtig:

  • Säfte und Smoothies in Plastikflaschen sowie Dosen
  • Verpackungen für Obst- und Gemüse-Shots
  • Alle Getränkedosen (inklusive alkoholischer Mischgetränke)

Auch 2024 neue Regeln für Lidl, Aldi und Co.: Pfandpflicht auf Plastikflaschen wird weiter ausgeweitet

2024 werden zusätzlich folgende Produkte, besonders von Milchprodukten, mit Pfand belegt: To-Go-Produkte wie beispielsweise Kaffee aus der Kühltheke und Milchshakes und Kakao-Produkte aus Plastikflaschen und Dosen. Ab 2023 wird es auch eine Änderung für Restaurants und Lieferdienste, die vor allem in der Corona-Pandemie* sehr beliebt geworden sind, geben. Sie müssen für bestelltes Essen und bestellte Getränke Mehrwegbehälter anbieten.

Alle künftig pfandpflichtigen Produkte werden wie gehabt über die schon vorhandenen Pfandautomaten abgegeben, wie es sie in fast jedem Aldi, Lidl oder Edeka gibt. Allerdings ist noch nicht klar, ob dies auch für die Verpackungen der Milchprodukte gilt. Der Grund: Die Flaschen und Dosen mit Produktresten könnten schimmeln. Wie bw24.de* berichtet, ist außerdem noch nicht geklärt, wie die Rückgabe der Milch und Milchmischgetränke, auf die das Pfand erhoben wird, ablaufen soll.

Kein Einweg-Plastik mehr bei Aldi, Lidl und Edeka: EU-weites Verkaufsverbot ab Juli 2021

Die nächste Änderung für Kunden steht kurz bevor: Ab dem 3. Juli 2021 gilt in der gesamten Europäischen Union (EU) ein Verkaufsverbot für Einweg-Plastik*. Davon sind folgende Einweg-Produkte betroffen:

  • Einweg-Besteck (Gabeln, Messer, Löffel)
  • Teller
  • Trinkhalme („Strohhalme“) 
  • Rührstäbchen
  • To-Go-Becher
  • Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus Styropor
  • Wattestäbchen
  • Luftballonstäbe aus Kunststoff

Zudem werden auch „kompostierbare Plastikverpackungen“ verboten. Diese zersetzen sich nicht vollständig, sondern zerfallen zu Mikroplastik. Die EU-Staaten sind zudem dazu verpflichtet diese Regelung in das nationale Recht aufzunehmen (alle News zu Aldi*, Lidl* und Edeka* auf RUHR24).

Kommendes Jahr wird es außerdem eine weitere Neuheit im Supermarkt und im Discounter geben: Sie müssen ab dem 1. Januar 2022 auch alte Elektrogeräte annehmen und entsorgen*. Das hat der Bundestag im April mit der Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes beschlossen. Der Grund: „Ich will Verbraucherinnen und Verbrauchern die Rückgabe von alten Elektrogeräten so einfach wie möglich machen. Sie sollen das ganz nebenbei beim Wocheneinkauf oder beim Online-Shopping erledigen können“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) laut einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt (BMU).

Video: Verbot von Einweg-Plastik

Seit über 18 Jahren gibt es das System in Deutschland, bei dem es Pfand auf bestimmte Dosen und Flaschen gibt, weiß merkur.de*. Doch beispielsweise Plastikflaschen von Säften waren bisher ausgeschlossen. In Zukunft soll sich besonders bei den PET-Einweg-Flaschen viel tun. Bis 2030 sollen insgesamt 30 Prozent der Flaschen aus recyceltem Plastik bestehen. *RUHR24, merkur und bw24 sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.