Experten schlagen Alarm

Gefährliche Viren in Leberwurst werden zur Gesundheitsgefahr

In mehreren Leberwurst-Produkten wurden Hepatitis-E-Viren gefunden. Experten warnen vor dem Verzehr, denn es droht Gesundheitsgefahr.

NRW – Bei einer Stichprobenuntersuchung des rbb-Verbrauchermagazins „Super.Markt“ wurden in mehreren Leberwurst-Produkten Hepatitis-E-Viren gefunden. Insgesamt zehn Proben wurden genommen – sieben davon waren positiv. Eine Infektion mit Hepatitis-E kann zu verschiedensten Symptomen bis hin zu einer schweren Leberentzündung führen.

Warnung vor Leberwurst: Hepatitis-Viren in Wurst – Gesundheitsgefahr droht

Die zehn getesteten Leberwurst-Produkte stammen von verschiedenen Supermärkten und Discountern – unter anderem Aldi, Edeka und Real. Zudem wurden Proben von Markenprodukten und No-Name-Produkten genommen (alle Rückrufe und Warnungen auf RUHR24).

„Wir wissen zwar, dass die Belastung in den letzten Jahren zugenommen hat, aber dass so viele Proben wirklich Viren aufweisen, das ist schon erschreckend“, sagt Britta Schautz, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzentrale Berlin, gegenüber dem rbb.

Hepatitis E (HEV)

Infektionen verlaufen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) überwiegend asymptomatisch. Falls doch Symptome auftreten: Gelbfärbung der Haut, Schleimhäute und innerer Organe, Dunkel­färbung des Urins, Ent­färbung des Stuhls, Fieber, Ober­bauch­be­schwerden, Müdigkeit und Verlust des Appetits. Aber auch neurologische Symptome könnten auftreten. Zudem können schwere Leberentzündungen auftreten.

Die Inkubationszeit beträgt 15 bis 64 Tage.

Ursprung: In den meisten Fällen durch „zoonotische Übertragung“, also über Tiere. Besonders der Verzehr von unzureichend gegartem Schweine- und Wildfleisch oder kontaminiertes Trinkwasser ist häufig die Ursache für eine Infektion.

Sieben von zehn Leberwurst-Produkten infiziert: Hepatitis-Viren gefunden

Knapp 70 Prozent der getesteten Proben enthielten die Viren des Hepatitis-E-Virus. Folgende sieben Leberwurst-Produkte wurden positiv auf das Virus getestet:

  • „Delikatess Leberwurst“, Marke: Mühlenhof, gekauft bei Penny
  • „Pfälzer Leberwurst“, Marke: Cornelius, gekauft bei Edeka
  • „Leberwurst fein“, Marke: Hofmaier, gekauft bei Netto
  • „Feine Leberwurst“, Marke: Wiltmann, gekauft bei Real
  • „Leberwurst mit Kalbfleisch“, Marke: Gut und Günstig, Hausmarke von Edeka
  • „Leberwurst fein“, Marke: Gut Drei Eichen, gekauft bei Aldi
  • „Pommersche Leberwurst“, Marke: Plüntsch, gekauft bei Denn‘s
In mehreren Leberwurst-Produkten wurden Hepatitis-E-Viren gefunden.

Die restlichen drei Produkte sind nicht befallen:

  • „Feine Leberwurst“, Marke: Schröder‘s, gekauft bei Bio Company
  • „Grobe Pfälzer Leberwurst“, Marke: Cornelius, gekauft bei Netto
  • „Feine Leberwurst“, Marke: Du Darfst, gekauft bei Real

Experten warnen vor dem Verzehr von Leberwurst – es droht Gesundheitsgefahr

Laut dem rbb berufen sich die Hersteller „vor allem auf die sichere Herstellung der Leberwurst durch Erhitzen“. Die Viren seien zwar noch nachweisbar, allerdings gehe „keine Gefahr von ihnen aus“. Jedoch sei laut Schautz ein Restrisiko nicht auszuschließen: „Viren haben in Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen. Sie kommen da auch in der Regel nicht vor. Und genau das müssen die Hersteller ausschließen, indem sie ihre Rohprodukte gut kontrollieren und natürlich auch im Endprodukt sicherstellen, dass keine Viren vorhanden sind, die den Verbraucher schädigen könnten.“

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung rät vom Verzehr der betroffenen Produkte ab. Besonders hochempfindliche Risikogruppen sollten aufpassen. Zudem sollten Verbraucher aktuell beim Verzehr von Zucchini vorsichtig sein.

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey/ dpa

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