Tricks aus der Haushaltskiste

Lebensmittelmotten bekämpfen: Bei Sprays ist Vorsicht geboten

Lebensmittelmotten bekämpfen ist nicht schwer. Bei einigen Mitteln ist jedoch Vorsicht geboten. Lieber sollte man zu einfachen Tricks aus der Haushaltskiste greifen.

Dortmund – Da hat man sich gerade auf das Müsli am Morgen oder den Couscous-Salat am Abend gefreut, als einem beim Öffnen der Packung eine Lebensmittelmotte entgegenflattert. Die Laune ist damit im Keller, denn in der Regel fängt dann die Suche und die Bekämpfung der lästigen Tierchen an. RUHR24 hat die drei wichtigsten Schritte zusammengefasst, die bei Lebensmittelmotten zu beachten sind.

InsektDörrobstmotte oder Lebensmittelmotte
Wissenschaftlicher NamePlodia interpunctella
MerkmaleGröße 4 bis 10 mm, hellgrau bis graugelbe Flügelfarbe, dunkler kupferrot gefärbter Körper, Lebensdauer 10 bis 14 Tage

Lebensmittelmotten bekämpfen: Die drei wichtigsten Schritte

Eins vorweg: Ein Befall mit Lebensmittelmotten, oder auch Dörrobstmotten, ist zwar äußerst ärgerlich, aber zum Glück relativ leicht in den Griff zu bekommen. Wer das Pech hat, eine Lebensmittelmotte in der Küche oder in der Vorratskammer gesichtet zu haben, sollte folgende drei Schritte angehen, um die lästigen Tiere wieder loszuwerden:

  • Mottenfall richtig erkennen und die Ursache finden
  • Lebensmittelmotten bekämpfen
  • Lebensmittelmotten vorbeugen

Befall von Lebensmittelmotten: So erkennt man die lästigen Dörrobstmotten

Sichtet man ein Tier in der Küche, sollte man zunächst sicherstellen, ob es sich tatsächlich um eine Lebensmittelmotte handelt oder nicht. Gut zu erkennen sind sie an ihren Flügeln. Diese sind am Anfang hell und enden mit einer rötlichen Farbe. Aber auch Mehlmotten können in der Küche vorkommen. Diese sind eher grau gefärbt.

In einem nächsten Schritt sollte man herausfinden, ob es sich nur um eine einzelne Motte handelt, die sich zufällig verirrt hat, oder ob sich tatsächlich Maden in den Lebensmitteln versteckt haben. Kommt einem ein Tier beim Öffnen einer Packung entgegen, kann man sich schon sicher sein, es mit einem Befall von Dörrobstmotten zu tun zu haben.

Lebensmittelmotten erkennen: Fadengespinste in den Nahrungsmitteln sind deutliches Zeichen

Um das sicherzustellen, heißt es jetzt, alle Lebensmittel in der Vorratskammer einmal genauer zu untersuchen. Denn Lebensmittelmotten legen ihre Eier in unterschiedliche Nahrungsmittel – zum Beispiel in Getreide, Mehl, Nüsse, Hülsenfrüchte, Trockenobst, Tee, Kräuter oder Kakao. Dort schlüpfen die Larven und ernähren sich von den Lebensmitteln, bis sie sich schließlich zu einer ausgewachsenen Motte entwickelt haben.

Dabei hinterlassen sie in den Lebensmitteln und im Schrank feine Fadengespinste, sichtbar angefressene Körner oder auch leere Puppengehäuse. Hin und wieder kann man auch die Bewegung der Lebensmittelmaden erkennen. Hat man das Unglück gesichtet, heißt es: schnell handeln. Denn eine einzige Motte kann bis zu 300 Eier legen – sie vermehren sich also rasend schnell, wenn man nichts dagegen unternimmt (mehr Lifehacks bei RUHR24).

Befall mit Lebensmittelmotten: Ist mangelnde Hygiene der Grund?

Lebensmittelmotten haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Sie können selbst im saubersten Haushalt vorkommen. In der Regel holt man sich die Tiere mit den Lebensmitteln ins Haus, die man einkauft und die schon mit Motten befallen sind. Ist das der Fall, haben die Motten leichtes Spiel, auch andere Nahrungsmittel zu befallen.

Lebensmittelmotten bekämpfen: Vorsicht vor Mottenfallen und Insektensprays

Eine erste Möglichkeit, gegen Motten vorzugehen, wäre eine Mottenfalle. Öko-Test hat allerdings Mottenfallen getestet und dabei festgestellt, dass das nicht immer die beste Option ist – oftmals sind einfache Hausmittel die bessere Wahl.

Gekaufte Mottenfallen enthalten oftmals Pheromon, den Sexuallockstoffs der Weibchen, der die Männchen anlockt, damit sie an der Falle kleben bleiben. Ein Nachteil: Solche Fallen helfen nicht gegen die Maden, die sich bereits in den Lebensmitteln befinden.

Vorsicht vor Mottenfallen aus dem Handel. Die Duftstoffe sind für den Menschen oftmals nicht ganz ungefährlich.

Im Handel gibt es außerdem noch Sprays, die gegen jegliche Insekten helfen sollen. Hier merkt Öko-Test jedoch an, dass einige der Mittel Inhaltsstoffe enthalten, die für den Menschen schädlich sein können. Esbiothrin, Permethrin oder Chrysanthemen-Extrakt stehen zum Beispiel im Verdacht nervengiftig zu sein. Duftstoffe wie Geraniol und Lavandinöl können Allergien auslösen.

Lebensmittelmotten bekämpfen: Einfache Hausmittel und eine große Putzaktion helfen

Es ist also ratsam, lieber die Finger von solchen Insekten- und Mottenmitteln zu lassen. Um gegen Lebensmittelmotten vorzugehen, sind diese aber auch gar nicht nötig. Denn schon einfache Hausmittel reichen aus, um die lästigen Tiere und ihre Larven zu bekämpfen. So sollte man vorgehen, um die Lebensmittelmotten wieder loszuwerden:

  • Zunächst müssen alle Lebensmittel auf einen möglichen Befall überprüft werden. Alle Vorräte mit einem noch so kleinen Anzeichen auf Dörrobstmotten müssen dann leider komplett entsorgt werden.
  • Danach müssen alle Schränke und Schubladen ausgeräumt und äußerst gründlich gereinigt werden. Am besten eignet sich hier für ein in Essig getränkter Lappen. Dafür Essig mit Wasser im Verhältnis 2:1 mischen.
  • Vorratsdosen und andere Behälter bei hoher Temperatur in der Spülmaschine reinigen.

Das Problem ist: Die Verpuppung der Maden dauert in etwa einen Monat. Übersieht man eine der Larven, kann es sein, dass auch Wochen nach der Putzaktion, plötzlich wieder Motten umherschwirren. Im schlimmsten Fall muss man die Putzaktion dann noch einmal wiederholen.

Lebensmittelmotten vorbeugen: Natron, Nelken und Vorratsdosen

Wer einmal eine Putzaktion nach einem Lebensmittelmottenbefall durchgeführt hat, will das so schnell nicht noch einmal erleben. Dank einfacher Tipps, kann man Lebensmittel- oder Dörrobstmotten aber auch vorbeugen. Dafür sollte man Lebensmittel möglichst in luftdichten Behältern aufbewahren oder in Vorratsgläser umfüllen. Plastiktüten helfen leider nicht, da Motten sich auch durch Tüten durchfressen können.

Zusätzlich kann man noch weitere Haushaltsmittel nutzen, um künftig den Lebensmittelmotten keine Chance zu geben. Ganz oben auf der Liste steht dabei das Allzweckwunder Natron. Dafür einfach Natron mit etwas Mehl im Verhältnis 4:1 mischen. Die Mischung in ein offenes Gefäß füllen und neben die Vorräte stellen. Laut smarticular.net legen die Motten dort ihre Larven ab, die jedoch im Natron nicht überleben können.

Anstatt konventioneller Mottenfallen aus dem Handel kann man auch zu Nelken, Lavendelöl, Lorbeerblättern oder Teebaumöl greifen. Nelken oder Lorbeerblätter einfach im Schrank auslegen. Das Öl beispielsweise auf ein Stück Holz tropfen und das in den Vorratsschrank legen. Motten mögen die Düfte nicht – und bleiben somit den Lebensmitteln fern.

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa, Collage: RUHR24

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