Plötzlich Luxusgüter

Preis-Explosion im Supermarkt: Lebensmittel werden im Herbst 2021 teurer

Ab Herbst könnten einige Lebensmittel im Supermarkt mit neuen Preisen ausgezeichnet werden. Manche alltäglichen Produkte steigen dadurch zum Luxusgut auf.

Dortmund – Ein bisschen Zimt auf den Milchreis, ein wenig Pfeffer für die Würze – was heute wie selbstverständlich zu Hause im Gewürzregal steht, könnte bald nur noch nach einem deutlich tieferen Griff ins Portemonnaie erschwinglich sein: Gewürze werden immer teurer. Warum ist das so? Und auf was müssen wir bald vielleicht verzichten?

Pfefferscharf schmeckendes Gewürz
wissenschaftlicher NamePiper nigrum
Anbau Indien, Indonesien, Vietnam, China, aber auch Madagaskar, Sri Lanka und Brasilien

Preise im Supermarkt steigen: Gewürze werden teurer – Preisanstieg hat viele Gründe

Es kommt einem Blick in die weite Vergangenheit gleich. Denn einst waren Gewürze wertvoll wie Gold und nur den wohlhabendsten Menschen zugänglich. Zu den teuersten Gewürzen gehörten Safran und Vanille. Aber auch Zimt und Pfeffer handelte man im späten Mittelalter zu heute unvorstellbaren Preisen. Sie galten als Statussymbol und waren für das „Fußvolk“ kaum erschwinglich.

Doch zukünftig könnten manche Gewürze wieder zu den Luxusgütern gehören. Schon jetzt zeichnen sich deutliche Preissteigerungen ab. Auch Preise für andere Lebensmittel wie Nudeln sind zuletzt nahezu explodiert.

Grund dafür ist, dass einige Produkte schon in Kürze nicht mehr in dem Maße verfügbar sein werden, wie wir es bislang gewohnt sind. Der Preis eines Produkts jedoch, wird maßgeblich von seiner Verfügbarkeit beeinflusst: Was nur in geringen Mengen vorhanden ist, ist teuer.

Lebensmittel werden zu Luxusgütern: Warum Gewürze oder Kaffee teurer werden

„Viele Lebensmittel könnten für viele Menschen unerschwinglich werden“, so Monique Raats, von der University of Surrey gegenüber der BBC. Auch Schokolade und Kaffee könnten laut Monika Zurek (University of Oxford) bald zu den Luxusgütern gehören. Beide Forscherinnen machen maßgeblich den Klimawandel für die Preissteigerungen verantwortlich. Doch auch andere Faktoren tragen dazu bei, dass sich die Preise mancher Lebensmittel derzeit drastisch erhöhen.

Ein Mann in Vietnam trägt Stämme eines Zimtbaums. Zimt wächst vor allem in Sri Lanka, Indonesien, China, Vietnam und Madagaskar.

Wie wmn.de vorrechnet, erhöhten sich allein die Frachtkosten für einen Container aus China dramatisch. Schuld daran sei die Corona-Pandemie. Aktuell lägen die Kosten rund 900 Prozent über den Frachtkosten, als vor der Pandemie. Besonders für die Gewürzindustrie, die von Importen aus anderen Länder abhängig sei, ist das fatal. Diese Gewürze sind deshalb schon jetzt von einem Preisanstieg betroffen:

  • Paprika
  • Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • Kurkuma
  • Ingwer
  • Muskat
  • Zimt
  • Zwiebeln

Und nicht nur die steigenden Frachtkosten stellen ein Problem dar. Wie wmn.de weiter berichtet, erschweren Lieferengpässe und die gestiegene Nachfrage nach Gewürzen in den Herkunftsländern die Lage. Coronabedingt fehlende Erntehelfer sind dabei nur ein weiterer Grund, warum Gewürze knapp und somit teuer werden.

Teure Gewürze: schlechtere Ernten durch den Klimawandel

Zusätzlich erkennt auch Markus Weck, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes der Gewürzindustrie, das schlechte Wetter in Süd- und Osteuropa als Grund für schlechtere Ernten und dadurch knapper werdende Rohstoffe. Starkregen, Trockenheit und Waldbrände – der Klimawandel sorgt auch aus seiner Sicht für einen Preisanstieg bei den Gewürzen (mehr Service-News auf Ruhr24)

Eine Entspannung der Lage erwartet Weck laut wmn.de erst in der zweiten Jahreshälfte 2022. Bis dahin bliebe die Lage sowohl bei den klassischen Gewürzen als auch beim Ankauf vieler weiterer Produkte wie Senfsaat oder mediterraner Kräuter extrem angespannt.

Rubriklistenbild: © JEAN-PIERRE MULLER/afp

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