Lebensmittelverschwendung

So halten Lebensmittel länger: Tipps die Oma schon kannte

Es ist ganz einfach möglich, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. Die richtige Lagerung wirkt Lebensmittelverschwendung entgegen und schont den Geldbeutel.

  • Jeder Mensch in Deutschland wirft rund 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg.
  • Das muss allerdings nicht sein, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt Tipps, die gut für Umwelt und Geldbeutel sind.
  • Auch altbekannte Techniken - wie Lebensmittel einkochen - kommen zum Einsatz.

Dortmund - Wer kennt es nicht, der Brokkoli wurde erst gestern gekauft und schon schimmelt er. Die Champignons stehen erst ein paar Stunden zu Hause im Regal und schon sind sie feucht und sehen nicht sehr lecker aus. Besonders unappetitlich wird es, wenn die Lebensmittelmotten aus dem Mehl fliegen. Das muss nicht sein, es kommt auf die richtige Lagerung an, weiß RUHR24.de*.

Lebensmittel landen tonnenweise im Müll: BMEL hat Tipps

Wer seine Lebensmittel richtig lagert, muss hinterher weniger wegschmeißen. Das ist nicht nur für den eigenen Geldbeutel gut, sondern wirkt auch massenhafter Lebensmittelverschwendung entgegen. Denn: Im Jahr werden 12 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Immer mehr Menschen und Supermärkte wollen jetzt gegen die Verschwendung von Lebensmitteln angehen*.

Mehr als die Hälfte der Lebensmittelabfälle entstehen dabei in privaten Haushalten - das muss nicht sein! Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat einige Tipps, die auch die Haushaltskasse ein wenig aufbessern können.

Lebensmittelvorräte: Das gehört in den Schrank

Vorausschauend planen ist die halbe Miete - klar, denn wer zu viel einkauft, schmeißt am Ende auch mehr weg. Vor jedem Einkauf sollten zunächst die Vorräte überprüft werden. Was fehlt und was muss aufgefüllt werden?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt folgende Grundausstattung:

Im Vorratsschrank

  • Nudeln und Reis
  • Mehl und Backpulver
  • Haferflocken 
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Gewürze
  • Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch
  • Konserven
  • Passierte Tomaten
  • Tomatenmark
  • Honig und Marmelade
  • Öl und Essig
  • Instant-Brühe
  • Senf

Im Kühlschrank

  • Eier
  • Käse
  • Milch, Joghurt und Quark
  • Butter oder Margarine

Im Gefrierschrank

  • Tiefkühl-Kräuter
  • TK-Gemüse
  • TK-Obst
  • Fisch
  • Brot

Die Liste der Vorräte sollte natürlich an die eigenen Ernährungsgewohnheiten und Vorlieben angepasst werden. Für den Katastrophenfall hat die Bundesregierung eine eigene Vorrats-Liste* erstellt.

Lebensmittel einkaufen: Planen was in dieser Woche auf den Tisch kommt

Der Einkaufszettel spart einem viele Nerven und auch Geld.

Sind die Vorräte überprüft, kann auch schon der Einkaufszettel geschrieben werden. Was steht in dieser Woche an? Kommt Besuch? Der Speiseplan für die kommenden Tage sollte zumindest grob stehen, damit der Einkauf nicht zum Irrlauf wird und einfach irgendwas im Einkaufswagen landet.*

Frisches und Verderbliches sollte auf jeden Fall erst gekauft werden, wenn es auch zum Einsatz kommen soll. Obst und Gemüse kann schon vorher gekauft werden, bei richtiger Lagerung halten sich diese Lebensmittel einige Tage.

Wird Gemüse dann verarbeitet, sollten die Reste unbedingt aufgehoben werden. Denn vieles Gemüse lässt sich wieder anpflanzen, das Prinzip nennt sich Regrow.

Lebensmittel wie Obst und Gemüse im Kühlschrank lagern - aber bitte nicht alles

Dabei können fast alle Gemüsesorten im Kühlschrank gelagert werden. Nur Auberginen, Tomaten, Kartoffeln und Kürbis mögen es nicht so kalt. Beim Obst sieht es hingegen etwas anders aus.

Manche Obstsorten können ihre Vitamine und Frische am besten bewahren, wenn es kühl ist, andere hingegen reagieren empfindlich.

Obst lagern: Nicht jede Sorte mag es kalt

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt diese Faustregel vor: "Heimisches wie Apfel, Kirsche oder Zwetschge können kühl lagern, Exotisches wie Mango, Banane oder Zitrusfrucht gehört nicht in den Kühlschrank. Ausnahmen: Feigen und Kiwis." Werden Erdbeeren beispielsweise im Kühlschrank gelagert, können sie bis zu fünf Tage frisch* bleiben.

Außerdem sollten Tomaten, Äpfel, Aprikosen und Pflaumen getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten aufbewahrt werden. Denn sie lassen anderes Obst und Gemüse schneller verderben. Doch mit einem Trick bekommt man auch Obst, Gemüse und sogar trockenes Brot wieder frisch

Nudeln und Teigwaren am besten im Kühlschrank lagern

Auch frische Teigwaren wie Nudeln oder Gnocchi gehören in den Kühlschrank, sie sind sehr keimanfällig. Im Kühlschrank, der im Sommer anders eingestellt* werden sollte, halten sie sich drei bis vier Tage.

Gekochte Nudeln sollten zunächst zwei bis drei Stunden abkühlen, bevor sie luftdicht verschlossen in einem Behälter in den Kühlschrank wandern. Ein Extratipp für geschmeidige Nudeln: Vor der Aufbewahrung im Kühlschrank die Nudeln mit kaltem Wasser abbrausen, so verkleben sie nicht.

Lebensmittel gut verschließen: zum Beispiel Trockenwaren wie Pasta und Mehl

Ungekochte trockene Pasta ist meist bis zu einem Jahr haltbar. Sie sollte bei Zimmertemperatur gelagert werden. Wichtig: Sie muss gut verschlossen und trocken gelagert werden.

Das gilt auch für andere Trockenwaren wie Mehl, Müsli oder Tee. Sie sind besonders anfällig für Schädlinge wie Motten.

Käse in einem Salzwassertuch lagern

Milchprodukte, wie Käse oder Joghurt, gehören natürlich in den Kühlschrank, am besten in das mittlere Fach - dort stimmt die Temperatur. Manche Käsesorten wie Parmesan halten sich in einem Stück Papier oder in einem Wachstuch länger.

Käse am Stück kann sich bis zu drei Wochen im Kühlschrank halten. Dazu kann man ein Geschirrtuch in Salzwasser tränken, es auswringen und den Käse darin einwickeln. So bleibt er frisch und saftig und trocknet nicht aus. Den Vorgang sollte man alle zwei Tage wiederholen.

Vorsicht bei Fleisch: Kühlkette nicht unterbrechen

Rohes Fleisch und Wurst gehören nach dem Einkauf ohne Umwege in den Kühlschrank, da sie leicht verderblich sind. Auf einen Teller gelegt und mit Klarsichtfolie abgedeckt, bleibt rohes Fleisch im untersten Kühlschrankfach am längsten frisch.

Wie lange rohes Fleisch haltbar ist, hängt von der Sorte ab. Rindfleisch hält drei bis vier Tage durch, Hackfleisch jedoch nur einen Tag. Dabei sollte unbedingt das Mindesthaltbarkeitsdatum beachtet werden. Da die Angabe jedoch oft missverstanden wird, soll nun auch eine Änderung beim Mindesthaltbarkeitsdatum gegen Lebensmittelverschwendung helfen. Die Partei der Grünen will die Angabe teilweise sogar ganz abschaffen. 

Generell sollte der Gesundheit zu liebe nicht all zu viel Fleisch und Wurst gegessen werden. Denn laut der Weltgesundheitsorganisation WHO stehen diese Lebensmittel im Verdacht, das Risiko einer Krebserkrankung* zu erhöhen.

Rohes Fleisch und Wurst gehört sofort in den Kühlschrank.

Brot: Entweder zu trocken oder zu feucht

Damit Brot lange frisch bleibt, sollte es weder zu trocken, noch zu feucht aufbewahrt werden. In einem Brotkasten oder Tontopf mit Deckel ist es vor Trockenheit geschützt. Auch in einer Kunststofftüte trocknet Brot nicht aus.

Allerdings besteht die Gefahr, dass sich in der Tüte zu viel Flüssigkeit sammelt und das Brot anfängt zu schimmeln. Besonders geschnittenes ist es anfällig. Länger haltbar hingegen ist Brot am Stück.

Lebensmittel einfrieren: Es gibt einige Ausnahmen

Aber nicht nur die richtige Lagerung wirkt Lebensmittelverschwendung entgegen und schont den Geldbeutel, ebenso können einige Lebensmittel haltbar gemacht werden. Das geht - klar - im Kühlschrank, aber auch einfrieren, einkochen und einlegen hilft dabei, dass die Lebensmittel nicht in der Tonne landen müssen.

Mit wenigen Ausnahmen können fast alle Lebensmittel eingefroren werden. Nur Blattsalate, Tomaten, rohe Kartoffeln, rohe Äpfel und Birnen und Joghurt sollten nicht im Tiefkühlfach gelagert werden.

Andere Lebensmittel wie Beeren, Bohnen oder Spinat halten sich bis zu 15 Monate frisch im Tiefkühlfach. Es gilt der Grundsatz: Je frischer das Produkt, desto länger hält es sich. 

Omas Küche wieder im Trend: Einlegen und Einkochen

Einkochen und Einlegen hört sich nach Omas Küche an, liegt aber wieder voll im Trend. Nicht nur können Lebensmittel so haltbar gemacht werden, auch sind die kleinen Gläschen immer ein schönes Mitbringsel.

Die Gläser sollten kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden, dann sind die Lebensmittel bis zu einem Jahr lang haltbar. Außerdem bleiben Nähstoffverluste laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gering.

Lebensmittel einkochen: Vakuum macht haltbar

So ziemlich alle Lebensmittel können eingekocht werden. Dazu werden die geputzten Lebensmittel in einem sauberen Einmachglas geschichtet und mit Flüssigkeit bedeckt (mit einfachen Tipps bekommt man nervige Aufkleber vom Glas ganz einfach ab*). Das verschlossene Glas wird anschließend in einen Topf gestellt, der mit Wasser befüllt ist. 

Die Gläser sollten bis zu zwei Dritteln im Wasser stehen und auf 75 bis 120 Grad erhitzt werden. Die Einkochzeit variiert zwischen zehn Minuten und zwei Stunden. Für Obst, Säfte und bereits vorgegartes Gemüse können Einkochzeiten schon ab zehn Minuten ausreichend sein. Rohe, harte oder ganze Früchte sowie große Stücke erfordern längere Zeiten von bis zu 90-120 Minuten. Anschließend müssen die Gläser abkühlen, währenddessen bildet sich ein Vakuum und die Lebensmittel werden haltbar gemacht.

Lebensmittel, die übrig sind, können gut eingekocht oder eingelegt werden.

Einlegen in Öl: mediterraner Genuss

Beim Einlegen werden die Lebensmittel mit Öl bedeckt und halten so kühl und dunkel gelagert bis zu vier Monate. Zusätzliches Zuckern, Salzen, Einkochen oder Trocknen verlängert die Haltbarkeit.

Die Lebensmittel sollten etwa zwei Zentimeter hoch mit Öl bedeckt sein und es sollten sich im Glas keine Luftbläschen bilden. Zum Einlegen eignen sich verschiedene Gemüsesorten. Getrocknete Tomaten, Pesto, Basilikum oder Knoblauch bringen mediterranes Flair in die Küche (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de)*. mai

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Hans Wiedl dpa; Collage: RUHR24