Wichtige Kundeninformation

Kaufland-Rückruf wegen Nervengift wird extrem ausgeweitet

Kaufland muss einen Rückruf von mit Nikotin verunreinigten Pilzen ausweiten. Auch Penny ist betroffen.

Update, Donnerstag (3. März), 11.08 Uhr: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert darüber, dass der Rückruf von Pilzen bei Kaufland deutlich ausgeweitet werden muss. Nicht nur zahlreiche weitere Chargen sind nun von der Warnung betroffen, sondern sogar noch ein weiterer Supermarkt.

LebensmitteleinzelhandelKaufland
HauptsitzNeckarsulm
DachorganisationenSchwarz-Gruppe

Rückruf bei Kaufland jetzt auch auf Penny ausgeweitet: Nervengift bei Pilzen gefunden

Bei Kaufland ist nun nicht mehr nur eine Charge der getrockneten Pilze betroffen, sondern zehn. Kunden sollten daher unbedingt nachsehen, ob sie nicht doch von der Warnung betroffen sind. Folgende Details werden bei dem Pilz-Rückruf ergänzt:

ChargennummerMindeshaltbarkeitsdatum
L210604 31.03.2022
L210632 31.03.2022
L21067430.04.2022
L210717 30.04.2022
L210727 30.04.2022
L210768 30.04.2022
L210790 30.04.2022
L21081930.06.2022
L210844 30.06.2022
L21086131.07.2022

Rückruf wegen Nervengift bei Pilzen: Warnung für Kunden von Kaufland und Penny

Die Rizzi Group GmbH, die Kaufland mit den Pilzen beliefert hat, informiert jedoch darüber, dass das Lebensmittel auch bei dem Discounter Penny in den Regalen zu finden ist. Hier wurde gleich bei zwei Produkten das Nervengift Nikotin bei Pilzen nachgewiesen.

Einmal bei „Best Moments Getrocknete Pilzmischung“ (Charge L210810)und einmal bei „Best Moments Getrocknete Steinpilze“ (Charge L210810). In beiden Fällen haben die Pilze eine Inhaltsgröße von 20 Gramm und ein Mindesthaltbarkeitsdatum vom 30.10.2022. Da Nikotin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, sollen Verbraucher den Rückruf bei Kaufland und Penny unbedingt ernst nehmen und die verunreinigten Pilze nicht verwenden.

Rückruf: Kaufland muss Pilze aus dem Verkauf nehmen

Erstmeldung, Dienstag (15. Februar), 10.24 Uhr: Gerade erst sorgte ein Massen-Rückruf von Mandeln in zahlreichen Supermärkten und Drogerien für Aufregung, schon meldet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit den nächsten Verkaufsstopp. Diesmal trifft es Pilze, die bei Kaufland verkauft wurden.

Der Supermarktriese Kaufland, der wie auch der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, informiert in einer aktuellen Mitteilung über den Rückruf von „getrockneten Steinpilzen“. Der Konzern wurde von seinem Zulieferer, der Rizzi Group GmbH, darüber informiert, dass die Pilze eine erhöhte Rückstandmenge an Nikotin enthalten.

Moment, Nikotin? Das kennen die meisten Verbraucher wohl nur in Verbindung mit Zigaretten. Wie kann es aber sein, dass auch bei Pilzen Rückstände gefunden wurden und es deshalb zum Rückruf kommt? Das „Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart“ (CVUA) klärt über den Sachverhalt auf.

Rückruf von Pilzen wegen Nikotin: Behörde klärt über mögliche Ursachen auf

So erklärt die Behörde, dass Nikotin unter anderem als Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurde. In der EU ist das inzwischen allerdings verboten. Bei importierten Produkten könne es dennoch immer wieder vorkommen, dass Lebensmittel mit Nikotin belastet seien.

In der EU wurde daher ein Grenzwert für Nikotin festgelegt, der bei unverarbeitetem Obst und Gemüse nicht überschritten werden darf. Der gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstgehalt liegt bei 0,01 mg/kg. Wird im Rahmen von Lebensmittelkontrollen ein höherer Wert registriert, kann das ein Rückruf zur Folge haben.

Rückruf wegen Nikotin in Lebensmitteln: Behörde legt Grenzwert fest

Doch es gibt laut CVUA noch eine weitere Ursache, warum Nikotin in Produkten vorkommt. So ist es nicht nur ein natürlicher Bestandteil der Tabakpflanze, sondern auch bei anderen Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln, Tomaten und Auberginen.

Allerdings kommt er in dem Gemüse nur in sehr geringen Bestandteilen vor. Interessant ist, dass nach Angaben des CVUA bei Steinpilzen und Tee ein natürliches Vorkommen an Nikotin diskutiert wird. Bislang gibt es dafür aber noch keinen wissenschaftlichen Beleg. 

Kaufland informiert über Rückruf von Pilzen: Kunden sollten Warnung ernst nehmen

Was bei den Pilzen von Kaufland die Ursache für den Nikotinbefund ist, gibt das Unternehmen nicht an. Es bittet lediglich seine Kunden, den Rückruf ernst zu nehmen und die Steinpilze nicht mehr zu verwenden oder zu verzehren. Folgende Details hat Kaufland zu dem Rückruf veröffentlicht:

  • Produkt: Getrocknete Steinpilze
  • Inhalt: 15 Gramm
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 31.05.2022 
  • Charge: L210800
Diese Pilze sind bei Kaufland von einem Rückruf betroffen.

Kaufland-Rückruf: Unternehmen informieren Kunden nur schwammig

Kaufland und die Rizzi Group GmbH informieren allerdings eher dürftig über die potenziellen Folgen, die für Kunden bei Verzehr der verunreinigten Pilze auftreten können. So heißt es lediglich in dem Rückruf-Schreiben, dass „Nikotin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann“.

Kunden sollten die Pilze daher nicht verzehren, sondern sie in einer Kaufland-Filiale zurückgeben. Wie bei Rückrufen üblich, bekommen sie dann den Einkaufspreis zurück – auch ohne Vorlage des Kassenbons.

Rückruf: Pilze mit Nikotin belastet – diese gesundheitlichen Risiken sind möglich

Das CVUA nennt jedoch einige gesundheitliche Risiken, die beim Verzehr von mit Nikotin belasteten Lebensmitteln auftreten können. Allerdings erwähnt die Behörde, dass „eine gesundheitliche Beeinträchtigung bei hohem Verzehr des Lebensmittels nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeschlossen werden“ kann.

Dann drohen jedoch eine „Erhöhung der Atemfrequenz, des Blutdrucks, der Herzfrequenz und fördert die Blutgerinnungsneigung, wodurch die Gefahr von Thrombosen“ zunimmt. Außerdem gilt Nikotin als Nervengift. Wer jedoch nicht raucht oder nur einmalig kontaminierte Lebensmittel zu sich nimmt, muss nicht mit solchen gravierenden Folgen rechnen.

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer via www.imago-images.de

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