Steaks, Butter und Öl betroffen

Lebensmittel-Diebstahl nimmt zu – aber Maßnahme trifft alle Supermarkt-Kunden

Die Preise für Lebensmittel machen Einkaufen aktuell zur Qual. Die Inflation ist deutlich zu spüren. Das zwingt Händler zum Handeln.

Dortmund – Supermärkte und Discounter sind der Spiegel der Krisen, die Europa derzeit stemmen muss. In der Corona-Pandemie wurden viele Waren knapp, die Regale waren mit gähnender Leere gefüllt. Mit dem Beginn des russischen Angriff-Kriegs wurde das Sonnenblumenöl knapp. Jetzt in der aus allen Krisen resultierenden Inflation haben Händler anscheinend mit Diebstählen zu kämpfen.

DiscounterLidl
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1932, Deutschland

Discounter und Supermärkte schützen sich mit Sicherungen vor Dieben

Zumindest macht es genau diesen Anschein, als würden Kunden und Kundinnen, angesichts der gestiegenen Preise, das ein oder andere – teure – Lebensmittel gerne mal an der Kasse vorbeischmuggeln wollen. Supermärkte und Discounter rüsten sich aktuell gegen mögliche Diebstähle von eben jenen Produkten.

Das aber vielleicht auch nur in weiser Voraussicht, denn wie Focus Online berichtet, wollen sich Supermärkte und Discounter zu aktuellen Diebstählen nicht äußern. Insider berichten allerdings, dass in den Vormonaten zunehmend Kaffee, Schokolade und Honig gestohlen wurde, offizielle Quellen dazu gibt es aber nicht. Klar ist aber: Neuerdings prangen Sicherheits-Etiketten und andere Sicherungen den Kunden und Kundinnen entgegen.

Lidl sichert seine Steaks und Butter mit speziellen Sicherheits-Etiketten vor Dieben

Zunächst konnte man diesen „Trend“ nur in Großbritannien beobachten. Dort wurde bei Aldi Käse am Stück in ein Sicherheitsnetz gehüllt. Einfach mitgehen lassen? Sinnlos. Die Alarmglocken hätten direkt geschlagen und der Diebstahl wäre schnell aufgeflogen. Ähnliche Sicherheitskonstrukte kannten wir vor ein paar Monaten nur an Waren wie hochprozentigem und teurem Alkohol oder auch an Rasierklingen.

Doch jetzt bleiben wir auch in Deutschland nicht davon verschont, als Kunde oder Kundin unter Generalverdacht gestellt zu werden. Der Discounter Lidl wappnet sich gegen Langfinger und schützt aktuell seine Steaks. Aber auch Butter soll nun geschützt werden – mit einem Sicherheitssticker, der ein Signal abgibt, wenn er an der Kasse nicht deaktiviert oder entfernt wird.

Lidl, Aldi und Edeka setzen auch Diebstahlsicherung an Waren – Rewe sieht keinen Anlass

Aber nicht nur Lidl versucht sich angesichts der Not der Kunden zu schützen. Laut Focus Online wurden ähnliche Sicherungen auch in vereinzelten Filialen von Netto in Westdeutschland und Edeka in München gesichtet. Dort wurden vor allem Marken-Kaffee, hochwertiger Honig und teure Bio-Fleischprodukte abgesichert. Auch Ferrero-Produkte wie Raffaelo, Mon Chéri oder Giotto brauchen wohl mehr Schutz.

Demnach haben einige Filialen von Aldi und Lidl auch Sicherungen an Öl-Flaschen und auf Babymilch-Produkten angebracht. Ein Sprecher der Rewe Markt GmbH erklärt gegenüber der Berliner Zeitung hingegen, dass man nicht auf Diebstahlsicherungen zurückgreifen wolle. Die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen seien angemessen und ausreichend.

Kaufland vertraut seine „ehrlichen“ Kunden und verzichtet auf Diebstahlsicherungen

Kaufland setzt derweil auf Ladendetektive und Kameras, um eventuelle Langfinger ausfindig zu machen. „Der weitaus größte Teil unserer Kunden ist ehrlich“, erklärt ein Sprecher gegenüber der Zeitung.

Tatsächlich ist es aber so, dass Discounter und Supermärkte immer mehr Filialen mit Diebstahlsicherungen an der Kasse ausstatten. Ein Großteil der Filialen verfüge aber nicht über die Technik, um Waren mit einem Diebstahlschutz zu sichern. Insider verraten gegenüber Focus Online, dass viele der Etiketten lediglich der Abschreckung dienen würden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Gstettenbauer

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