Gartenarbeit im Herbst

Laub entfernen: Fehler kann bis zu 50.000 Euro Bußgeld kosten

Im Herbst fällt im Garten viel Arbeit an, vor allem durch das runterfallende Laub. Teuer wird es, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält.

Dortmund – Obwohl sich die Gartensaison dem Ende zuneigt, gibt es im Herbst noch so einiges zu tun. Für viel Freude sorgen zunächst die bunten Blätter an den Bäumen. Fallen sie dann allerdings ab, sammeln sie sich haufenweise in Gärten und auf Gehwegen. Wer sich bei der Gartenarbeit in diesen Situationen falsch verhält, muss mit hohen Strafen rechnen.

JahreszeitHerbst
meteorologische Dauer1. September bis 30. November 2022
kalendarische Dauer 23. September bis 21. Dezember 2022
Trendfarbe 2022Rot

Gartenarbeit im Herbst: Strafen für falsches Verhalten kosten bis zu 50.000 Euro

Was viele wissen ist, dass im Frühling und Sommer (1. März bis 30. September) Hecken und Sträucher nicht geschnitten oder Bäume gefällt werden dürfen. Dadurch sollen die Natur und insbesondere Tieren geschützt werden. Aber auch im Herbst gelten bestimmte Regeln, die bei der Gartenarbeit beachtet werden müssen.

Nicht nur, wer etwas falsch macht, kann bestraft werden, sondern auch wer nicht genug macht. Wer das Laub auf dem Gehweg vor seinem Grundstück liegen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Eine solche Räumungspflicht gibt es in Deutschland auch für Schnee. Bis zu 50.000 Euro beträgt das Bußgeld für diejenigen, die dem nicht nachkommen.

Laub vom Gehweg entfernen: Unterlassene Räumung ist Ordnungswidrigkeit

In einigen Kommunen wird das Räumen von der Gemeinde übernommen. Auch Unkraut, Pflanzenteile und Blüten müssen entfernt werden. Also alles, was bei Nässe rutschig wird und zu Unfällen führen kann (mehr Tipps für den Garten bei RUHR24).

Sollte es zu einem Unfall kommen, weil Laub oder ähnliches nicht entfernt wurden, kann das Opfer Schmerzensgeld einklagen. Auch für weitere Kosten, die durch das Verfahren entstehen, muss der Hausbesitzer aufkommen.

Laubbläser und -sauger im Garten verwenden: Erlaubte Zeiten müssen beachtet werden

Laub und Pflanzenreste zu entfernen, ist also wichtig. Wer dafür nicht zum Besen oder Laubbesen greift, sondern einen Laubbläser oder -sauger besitzt, steht vor der nächsten Gefahr, ein Bußgeld zu kassieren. Diese gehören nämlich zu den lärmintensiveren Gartengeräten und dürfen deshalb werktags nur vormittags zwischen 9 und 13 sowie nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr verwendet werden.

Bei Laubbläsern muss man vorsichtig sein, zu welcher Uhrzeit man sie nutzen darf.

Verstöße gegen die Lärmschutzvorschrift kosten bis zu maximal 50.000 Euro. Eine Ausnahme sind Geräte mit Umweltzeichen nach der Verordnung Nr. 1980/2000 des Europäischen Parlaments. Die dürfen zu den üblichen Zeiten (werktags von 7 bis 20 Uhr) benutzt werden. Festgelegt ist das in der 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, auch als Geräte- und Maschinenlärmschutz-Verordnung bekannt.

Gartenabfälle entsorgen: Verbrennen von Laub und Holz im eigenen Garten verboten

Das Laub ist entfernt, die Bäume und Sträucher zurückgeschnitten und das Gras gemäht. Stellt sich die Frage: wohin mit den Gartenabfällen? Die darf man auf keinen Fall in der freien Natur entsorgen. Das Ökosystem wird dadurch gestört, die Böden und das Grundwasser verunreinigt. Wer erwischt wird, für den werden Geldstrafen von mehreren Hundert Euro und im Extremfall bis zu 2.500 Euro fällig.

Die Abfälle einfach zu verbrennen, ist laut „mein schöner Garten“ auch kritisch. Selbst wenn das Feuer nur auf dem eigenen Grundstück brennt, ist das in den meisten Fällen verboten. In einigen Gemeinden gibt es Ausnahmen. Aber auch dann muss das Feuer vorab angekündigt und vom Ordnungsamt genehmigt werden.

Abfälle im Garten verbrennen: Geschlossene Feuerstellen sind erlaubt

Zur Sicherheit müssen außerdem strenge Maßnahmen zum Brandschutz und Regeln wie Uhrzeit und Witterungsbedingungen (wenig Wind, trocken) eingehalten werden. Geschlossene Feuerstellen mit einem Durchmesser von unter einem Meter, zum Beispiel ummauerten Feuerstellen, Feuerkörben oder Feuerschalen, sind dagegen erlaubt.

Wer diesen Aufwand nicht auf sich nehmen möchte, sollte die Entsorgungsregeln der Gemeinde beachten. Es gibt allerdings auch sinnvolle Wege, um Laub weiterzuverwenden.

Rubriklistenbild: © Maksim Konstantinov/Gottfried Czepluch/Imago

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