Nur zwei Mittel wirken

Läuse richtig erkennen und bekämpfen: Mit diesen Tipps klappt es

„Wir haben Läuse“ – diese Warnung kennen die meisten Eltern, deren Kinder in Kitas oder Schulen sind. Was man bei Läusen nicht tun sollte und was hilft.

Nordrhein-Westfalen – Dass vor allem Kinder immer wieder von Kopfläusen betroffen sind, liegt in erster Linie daran, dass sie engeren Sozialkontakt zu anderen haben als Erwachsene – zum Beispiel in Schulbussen oder Krabbelgruppen. Dabei haben Mädchen übrigens häufiger Läuse als Jungen, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie durchschnittlich längere Haare haben und mehr Kontakte pflegen.

Insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten werden Kopfläuse häufig zum unbeliebten Begleiter. Zwar ist den Läusen die Jahreszeit eigentlich egal, aber wenn es draußen kalt ist, rücken wir in warmen Räumen enger zusammen – die ideale Voraussetzung für die Verbreitung von Läusen.

Die Kopflaus Insekt
wissenschaftlicher Name Pediculus humanes capitis
Länge 0,25 - 0,3 cm (Erwachsener)
Ordnung Tierläuse

Läuse bei Kindern: umgehend das Umfeld informieren

Läusebefall ist laut Infektionsschutzgesetz §34 Abs. 5 meldepflichtig. Eltern, deren Kinder betroffen sind, haben einen Befall umgehend der entsprechenden Kita oder Schule zu melden. Diese wiederum ist verpflichtet, das Gesundheitsamt davon zu unterrichten – und auch sämtliche Eltern der gleichen Klasse oder Gruppe zu informieren.

Die Kopflaus: Aussehen und Lebenszyklus

Kopfläuse sind etwa 2 bis 3,5 mm lang und haben eine graue bis durchsichtige Farbgebung. Nach einer Blutmahlzeit färben sie sich bräunlich bis rot-braun. Mit ihren zu Klammergreifern an den Beinen können sie sich sehr gut an menschlichen Haaren festhalten.

Weibliche Kopfläuse legen in Haaren Eier (sogenannte Nissen) ab, aus denen nach 7 bis 10 Tagen Larven schlüpfen. Die leeren Eihüllen erkennt man daran, dass sie im Haar weiß schimmern. Eine Larve wächst nach 8 bis 10 Tagen zur Kopflaus aus. Wichtig zu wissen: Ansteckend sind nur die ausgewachsenen Läuse.

Kopfläuse sind lästig, aber nicht gefährlich. Mit ihren Beinen halten sie sich an Haaren fest.

Übertragungswege von Kopfläusen – Haustiere sind keine Gefahr

Kopfläuse werden fast ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Von Hunden, Meerschweinchen und anderen Haustieren geht also keine Gefahr aus.

Bei der Übertragung ist ein Kopf-an-Kopf-Kontakt notwendig. Erwachsene Läuse sind dann in der Lage, den Wirt zu wechseln. Eine Übertragung über Mützen oder Schals ist eher selten.

Verdacht auf Läuse – das ist zu tun

Grundsätzlich gilt: Kopfläuse sind lästig, aber in den meisten Fällen nicht gefährlich. Damit sie sich nicht weiter verbreiten, sollte man sie aber schnellstmöglich loswerden.

Wenn eine Kita oder Schule von Läusebefall betroffen ist, ist es ratsam, dass Eltern Haare und Kopfhaut ihrer Kinder nach Läusen untersuchen. Vor allem hinter den Ohren, im Nacken oder an den Schläfen sitzen die Läuse häufig, da dort die Temperatur für ihre Eier optimal ist.

Kopfläuse erkennen und richtig auskämmen

Um die Kopfläuse besser zu erkennen, rät das Portal kindergesundheit-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wie folgt vorzugehen:

  • Das Haar zunächst mit einer Pflegespülung anfeuchten. Das hindert die Läuse am Krabbeln.
  • Anschließend mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm (aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus) auskämmen.
  • Den Kamm dabei nach jeder Strähne auf Küchenpapier abstreifen, um Läuse oder Läuseeier zu erkennen und zu entfernen.
  • Der Vorgang ist aufwendig und kann je nach Haarlänge bis zu 30 Minuten dauern. Im Anschluss den Läusekamm gründlich abspülen.

Häufig machen sich Läuse auch durch einen unangenehmen Juckreiz auf dem Kopf bemerkbar. Dieser entsteht dadurch, dass die Kopfläuse beim Blutsaugen etwas Speichel in die Kopfhaut abgeben. Was viele nicht wissen: Der Juckreiz ist nicht immer eine Begleiterscheinung. So haben Untersuchungen ergeben, dass dieses Symptom nur etwa in einem von fünf Fällen auftritt.

Kopfläuse können zu unangenehmem Juckreiz führen. Vor allem Kinder sind betroffen.

Kopfläuse bei Kindern: Vorsicht vor Hausmitteln und falschen Mythen

Entgegen hartnäckiger Gerüchte ist fehlende Sauberkeit kein Grund für Läusebefall. Im Gegenteil: Kopfläuse mögen gewaschene Haare lieber als fettige.

Auch nicht ratsam sind alternative Behandlungsmethoden mit Hausmitteln wie Olivenöl, Essig oder Mayonnaise. Selbst langes Föhnen ist nicht wirksam. Sinnvoll ist hingegen das Waschen von Bettwäsche und Kleidung bei 60 Grad, denn dabei sterben die Läuse ab.

Kopfläuse wieder entfernen – wirksame Hilfe aus der Apotheke

Am wichtigsten ist es, den Kopflausträger ausfindig zu machen und die betroffenen Kinder oder Erwachsenen schnellstmöglich zu behandeln, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Zur Behandlung von Kopfläusen gibt es in Apotheken eine Reihe wirksamer Präparate wie Sprays oder Läuseshampoos.

Von der Deutschen Pediculosis Gesellschaft werden dabei zweierlei Wirkstoffe als wirksam anerkannt. Zum einen Insektengifte wie Pyrethroide, die das Nervensystem der Läuse angreifen und sie so töten. Außerdem Dimeticon-Präparate, das sind Silikonöle, die die Läuse umhüllen und dadurch ersticken.

Lästige Läuse loswerden – Ausdauer ist gefragt

Bei der Anwendung unbedingt die vom jeweiligen Hersteller angegebene Einwirkzeit beachten und das Mittel gleichmäßig auf dem Kopf verteilen. Nach ca. 8 bis 10 Tagen das Läusemittel erneut anwenden.

Das Auskämmen der Läuse sollte man sogar über zwei Wochen lang alle vier Tage wiederholen. Mit etwas Geduld kann man die lästigen Begleiter so erfolgreich loswerden.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa