E-Mobilität

Parken an E-Ladesäulen: Falschparkern droht ein saftiges Bußgeld

Die Regeln, wer an Ladesäulen für E-Autos parken darf, verwirren. Beim Bußgeld gibt es Einigkeit.

München/Dortmund – Auch Menschen, die täglich mit dem Auto unterwegs sind, kennen nicht alle Verkehrsregeln oder sind sich jeder Maßnahme bewusst. Vor allem dann nicht, wenn es sich um relativ junge Verkehrsregeln handelt, wie sie zum Jahresstart 2022 eingeführt wurden.

UnternehmenADAC
Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V.Europas größter Verkehrsclub
HauptsitzMünchen

Parken an E-Ladesäulen: ADAC klärt über Regeln auf und übt Kritik

Auch Ladesäulen für E-Autos sind ein neueres Phänomen und sie breiten sich immer weiter aus. Ob auf Parkplätzen von Supermärkten oder an anderen öffentlichen Stellplätzen – es gibt inzwischen viele Möglichkeiten, das E-Auto aufzuladen.

Wie ist aber die rechtliche Lage, wenn es darum geht, an den Ladesäulen zu parken – auch wenn man kein Elektroauto hat oder sein Fahrzeug gar nicht aufladen muss? Der ADAC klärt über die Regeln auf und kritisiert jedoch im gleichen Atemzug, dass diese uneinheitlich und verwirrend für Autofahrer sein.

Parken an Ladesäulen: Uneinheitliche Regel für E-Autos sorgt für Verwirrung

Der Verkehrsclub fordert, dieses „Schilder-Wirrwarr“ durch bundesweit einheitliche Regeln für Laden und Parken zu ersetzen. Die aktuelle Beschilderung sei laut ADAC teilweise „unklar und missverständlich“. Denn das große Problem: Nicht in allen Städten in Deutschland dürfen E-Autos an den Ladesäulen parken.

In fünf Städten, darunter Berlin, dürfen E-Autos aller Art an den Säulen parken. In München dürfen jedoch nur Fahrzeuge parken, die ein E-Kennzeichen haben und die das Auto gerade laden. Hamburg hat jedoch die Regel eingeführt, dass generell nur Autos mit einem E-Kennzeichen hier parken dürfen – unabhängig davon, ob der Pkw gerade geladen wird oder nicht. Eine Übersicht über die Park-Regeln in den Städten bietet der ADAC.

ADAC: Kritik an verwirrenden Regeln für Parkplätze mit Ladesäulen

Um noch für mehr Verwirrung zu sorgen, dürfen laut ADAC in einigen Städten sogar Autos mit Verbrenner-Motor auf den Parkplätzen mit Ladesäulen parken – allerdings nur nachts.

Hinzu kommt noch, dass selbst die Schilder laut ADAC keine eindeutige Auskunft liefern. Beim Zusatzzeichen „Während des Ladevorgangs“ bleibe beispielsweise offen, was gilt, wenn die Batterie voll ist, das Auto aber noch parkt.

Der ADAC kritisiert uneinheitliche Regeln beim Parken an öffentlichen Stromladesäulen.

In einer Sache ist man sich beim Parken an Ladesäulen allerdings noch einig: Es bleibt weiter kostenlos. Erste Supermärkte – wie etwa Lidl – haben jedoch schon Regeln eingeführt, dass nur kostenlos Strom „gezapft“ werden darf, wenn man auch beim Discounter einkauft. Darüber berichtete Bw24*. Also auch hier drohen sich nach und nach uneinheitliche Regeln anzubahnen. Auch sollen künftig Gemeinden individuell darüber abstimmen, ob das Parken auf einem E-Parkplatz kostenlos ist.

Parken an Ladesäulen: ADAC empfiehlt Autofahrern folgende Regeln zu beachten

Woher sollen aber nun Autofahrer und Besitzer von E-Autos wissen, ob sie überhaupt an Ladesäulen parken dürfen. Und wenn ja, wann und wie lange. Der ADAC gibt einige Richtlinien vor, an die sich Autofahrer halten können – dann sind sie auf der sicheren Seite.

Das gilt laut ADAC für Elektroautos:

  • Für die Fahrer von Elektroautos gelten in erster Linie die Beschilderungen an der Ladesäule. Diese können eine zulässige Parkdauer oder einen Zeitraum angeben.
  • Voraussetzung zum kostenlosen Parken an einer Ladesäule ist in den meisten Fällen ein gültiges E-Kennzeichen am Fahrzeug. Verfügt das Elektrofahrzeug über kein E-Kennzeichen, können die Behörden ein Verwarnungs- oder Bußgeld ausstellen.
  • Es gibt Kommunen, in denen das Parken eines Elektroautos nur in Verbindung mit dem Ladevorgang gestattet ist. Ist das Kabel nicht angeschlossen, gilt das gleiche Parkverbot wie für Verbrenner. Wer sich unsicher ist, sollte sich vorher informieren oder den Parkplatz, wenn nicht unbedingt nötig, besser meiden.

Das sollten Besitzer von Autos mit Verbrennermotor beim Parken an Ladesäulen für E-Autos beachten:

  • Es gibt für Verbrenner keine Ausnahme vom Parkverbot an Ladesäulen. Dies gilt auch außerhalb des sogenannten Bewirtschaftungszeitraums, der meist zwischen 20 Uhr und 9 Uhr liegt. Autofahrer mit Diesel- oder Benzin-betriebenen Autos sollten also einen weiten Bogen um Parkplätze mit Ladesäulen machen.

Parken an Ladesäulen: Falschparkern droht ein Bußgeld – auch für E-Autos

Der ADAC rät allen Autofahrern, sich prinzipiell fair zu verhalten. Um Konflikte zu vermeiden, sollten E-Autofahrer niemals an einer Ladesäule parken, wenn sie ihren Pkw nicht laden. Auch sollten sie nur an Ladesäulen parken, wenn es wirklich nötig ist, dass das Auto geladen werden muss. Nach dem Laden sei es fair, wenn man sich schnellstmöglich wieder von dem Parkplatz entfernt.

Auch der Bußgeldkatalog sieht seit der Änderung 2021 Strafen für Falschparker vor, die unberechtigterweise auf Parkplätzen mit Ladesäulen parken. Noch wird der Verstoß von Stadt zu Stadt unterschiedlich ausgelegt. Wie aus dem Katalog jedoch hervorgeht, müssen Besitzer von Diesel oder Benziner mit einem Bußgeld in Höhe von 55 Euro rechnen, wenn sie unerlaubt auf einem E-Parkplatz stehen. *BW24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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