Bundesamt gibt Tipps

Kürbis schmeckt bitter? Bloß nicht essen – sonst könnte Vergiftung drohen

Manche Kürbisse enthalten Cucurbitacine. Der Verzehr ist giftig und kann übel enden. Ein Bundesamt gibt jetzt Tipps, wie man erkennt, ob es ein giftiges Exemplar ist.

Dortmund – Endlich ist Kürbis-Zeit. Über das Gemüse heißt es, es sei die Entschädigung dafür, dass der Sommer nun vorbei ist. Und wenn man an eine wärmende Kürbis-Suppe, einen würzigen Pumpkin Spice-Latte oder an die sämigen Spalten aus dem Ofen denkt, stimmt das ja auch irgendwie, oder? Aber aufgepasst, so lecker die meisten Kürbis-Sorten auch sind, so gefährlich sind wiederum andere. Das Bundeszentrum für Ernährung klärt nun aber auf, woran man erkennen kann, ob es Kürbis giftig ist oder nicht.

BitterstoffeCurcubitacine
VorkommenBei Kürbis- und Braunwurzgewächsen
ZugehörigkeitGruppe der Triterpene
Nebenwirkungen bei VerzehrSchleimhautreizungen, Übelkeit, Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen

Welche Kürbisse sind giftig: Bundeszentrum für Ernährung klärt auf

Genau genommen geht es um sogenannte Cucurbitacine. Das sind Bitterstoffe, die für den Menschen schädlich, ja sogar giftig sind. Bei Verzehr kann es laut dem Bundeszentrum zu unangenehmen Schleimhautreizungen, Übelkeit, Magenkrämpfe, Durchfall und Erbrechen kommen. Auch verstärkter Speichelfluss, Kopfschmerzen und Herzrasen sind klassische Symptome einer solchen Lebensmittelvergiftung. 2015 starb ein Hobbygärtner in Baden-Württemberg an einer Vergiftung, nachdem er eine selbst angebaute Zucchini verspeist hatte.

Kürbis-Sorten, die die giftigen Stoffe enthalten, sollten also auf keinen Fall verarbeitet oder gegessen werden. Denn im schlimmsten Fall kann es sogar zum Tod durch Kreislaufversagen kommen – das droht etwa bei Verzehr größerer Mengen an Cucurbitacin von etwa 300 Milligramm. Besonders Kinder, alte oder kranke Menschen sind dabei gefährdet. Wer nach dem Verzehr von Kürbis oder auch Zucchini erste der genannten Symptome verspürt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Woher weiß man jedoch, welcher Kürbis giftig ist und welche Sorten nicht gegessen werden sollten?

Kürbis: Giftige Bitterstoffe können gefährlich für die Gesundheit werden

Aus den meisten Kürbissorten, die hierzulande im Supermarkt landen, wurden die giftigen Bitterstoffe herausgezüchtet. Hier besteht also keine Gefahr. In Zierkürbissen, die insbesondere für Halloween oder andere dekorative Zwecke genutzt werden, sind Cucurbitacine jedoch noch enthalten. Denn ursprünglich produzieren die Kürbisse die Bitterstoffe, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Sie sind nicht nur in Kürbissen, sondern auch in anderen Kürbisgewächsen wie Gurke oder Zucchinis enthalten.

Wenn es nun versehentlich zu einer Kreuzung zwischen Speise- und Zierkürbissen kommt, können Kürbisse, die eigentlich essbar sind, plötzlich wieder die für uns Menschen problematischen Inhaltsstoffe herstellen. Besonders gefährdet sind dabei Hobbygärtner, die Kürbisse selbst anbauen – insbesondere dann, wenn sie Speise- und Zierkürbisse im heimischen Garten haben. Wie das Bundeszentrum für Ernährung mitteilt, kann es aber auch in seltenen Fällen zu spontan auftretenden Rückmutationen bei bereits kultivierten Züchtungen kommen. Dann enthalten deren Nachkommen ebenso wieder die giftigen Bitterstoffe (mehr Lifehacks bei RUHR24).

Wer einen Kürbis isst, sollte aufpassen: Schmeckt er bitter, sollte man die Hände davon lassen – es droht die Gefahr einer Vergiftung.

Giftige Kürbisse erkennen: Bundeszentrum für Ernährung gibt Tipps

Wenn es nun auch gelegentlich der Fall sein kann, dass Speisekürbisse den giftigen Bitterstoff enthalten, wie kann man dann sicher sein, welcher Kürbis essbar ist und welcher nicht? In der Regel schreckt der bittere Geschmack die Menschen davon ab, große Mengen von einem Kürbis zu essen, der Cucurbitacine enthält.

Da diese beim Kochen jedoch nicht zerstört werden, empfiehlt es sich, immer vorab den Kürbis in seiner rohen Form einmal zu probieren. Schmeckt er bitter, sollte er besser gleich weggeworfen werden, statt im Kochtopf zu landen. Wie das Bundesamt erklärt, nimmt der Gehalt an Cucurbitacin je stärker zu, desto reifer ein Kürbis wird.

Einige wenige Sorten, wie zum Beispiel der Flaschenkürbis, können daher in jungem Stadium der Reife noch geerntet und gegessen werden, solange sie noch keine Bitterstoffe enthalten. Wer sich nicht sicher ist, wie alt der Kürbis ist, sollte deshalb ebenfalls vorher den geschmacklichen Bittertest machen.

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