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Warnung vor Küchenrollen: Kontakt mit Lebensmitteln birgt Risiko

Küchenrolle kann vielfältig im Haushalt verwendet werden. Allerdings stecken in dem Einwegartikel oftmals kritische Stoffe.

Dortmund – Küchenrolle wird, wie der Name schon sagt, häufig in der Küche und damit auch in der Nähe von Lebensmitteln verwendet. Aber nicht alle sind dafür überhaupt geeignet. Im schlimmsten Fall drohen gesundheitliche Folgen für einige Organe.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Gründung1985
ChefredakteurHans Oppermann

Küchenrolle und Lebensmittel: Kontakt ist nicht immer eine gute Idee

Das gewachsene Obst abtupfen, das überschüssige Fett auf der Pfanne oder dem Waffeleisen entfernen oder Wasser vom Schneidebrett wischen: Küchenrolle ist ein Helfer in vielen Situationen. Doch gerade mit Essen sollte es nicht immer in Berührung kommen.

Der Grund: Laut einer Untersuchung von Öko-Test enthalten viele der Einwegprodukte Chlorpropanol 3-MCPD. Immerhin zehn von 18 untersuchten Küchenkrepps enthielten den umstrittenen Stoff. 3-MCPD ist eine halogenorganische Verbindung, die von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft wird. In Tierversuchen hat der Stoff auch Nieren und Hoden beschädigt. Ist die Verbindung in den Küchentüchern gefährlich für die Gesundheit?

Einwegpapier in der Küche: Küchenrolle enthält schädliche Stoffe

Laut Öko-Test ist die Gefahr nicht akut. Das Verbrauchermagazin beruft sich auf eine Rechnung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Demnach dürfen sich bei zwei Blätter Küchenpapier binnen 24 Stunden nur 12 Mikrogramm 3-MCPD lösen, wenn sie für 24 Stunden im kalten Wasser liegen.

Bei einem Menschen der 60 Kilogramm wiegt, würden diese 12 Mikrogramm ein Zehntel der tolerablen, täglichen Aufnahmemenge (TDI) erfüllen. Bisher sei außerdem ungeklärt, wie viel Chlorpronanol tatsächlich bei Kontakt mit Küchenkrepp auf die Lebensmittel übergehen kann.

Nicht jede Küchenrolle sollte man unbedenklich benutzen.

Allerdings: Nicht nur Chlorpronanol wurden von Öko-Test in Küchenpapier entdeckt. Auch andere halogenoraganische Verbindungen können in dem praktischen Haushaltshelfer vorkommen. Nachgewiesen wurden etwa Chlorbleiche, die wegen dem eingesetzten Altpapier in die Papiertücher gelangen. Viele halogenorganische Verbindungen gelten als allergisierend, können als eine Allergie auslösen.

Küchentücher benutzen: Undenklich oder Finger weg?

Ob Verbraucher also wirklich ihre Küchentücher in Verbindung mit Lebensmitteln verwenden möchte, bleibt abzuwägen. Auf besonders häufige Nutzung von Küchentüchern sollte man wohl berufend auf der BfR-Rechnung besser verzichten. Aber wie kann man sich vor den kritischen Inhaltsstoffen, von denen auch bei Teelichtern einige vorhanden sind, schützen? Öko-Test empfiehlt beispielsweise beim Kauf das auf Siegel „Blauer Engel“ zu achten.

Grundsätzlich lässt sich Küchenpapier aber auch durch nachhaltige Alternativen ersetzen. Etwa durch einen einfachen Wischlappen, Baumwolltücher oder auch Gläser und Tupperware zum Aufbewahren von Lebensmitteln.

Rubriklistenbild: © Canva; Collage: RUHR24