Öko-Test

Schwermetalle, krebserregend: Schock-Ergebnis für Haferflocken von Rewe und Aldi

Der Öko-Test hat in Haferflocken von Rewe, Aldi und weiteren Supermärkten und Discountern ungesunde Inhaltsstoffe gefunden – darunter auch krebserregende.

Dortmund – Haferflocken gelten als eine der gesündesten Getreidesorten. Besonders ihr Reichtum an Ballaststoffen und Eiweiß macht sie beliebt. Viele essen sie zum Frühstück im Porridge oder Müsli. Bestimmte Marken kerniger Haferflocken sind aber alles andere als gesund. Der Öko-Test hat einige bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden, die nicht in die Müsli-Schale gehören. Vier Produkten sind sogar potenziell krebserregend.

Haferflocken im Test: Gefährliche Inhaltsstoffe nachgewiesen

Zunächst die gute Nachricht: Von den 29 geprüften kernigen Haferflocken waren viele in Ordnung. 18 haben sogar die Bestnote „sehr gut“ bekommen. In anderen wurden dagegen bedenkliche Stoffe gefunden. Darunter befanden sich Schimmelpilzgifte, Pestizide und Mineralölbestandteile.

Ein weiteres Problem im Haferflocken-Test: Schwermetalle. Zwei Marken waren mit so viel Nickel belastet, dass ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht keine 40 Gramm davon am Tag essen sollte, so der Öko-Test. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit definiert bei Nickel eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 13 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Glyphosat in Haferflocken: Pflanzenschutzmittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein

In vier der Haferflocken hat Öko-Test sogar Glyphosat gefunden. Glyphosat ist ein Spritzgift, das in der EU zugelassen ist und in Deutschland unter strengen Vorlagen verwendet werden darf. In den vergangenen Jahren wurde der Einsatz allerdings immer weiter eingeschränkt. Hobbygärtner dürfen zum Beispiel kein Glyphosat mehr versprühen.

Vor allem, weil dies die biologische Vielfalt gefährdet. Außerdem stuft die internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein (mehr Service-News bei RUHR24).

Haferflocken von Rewe, Aldi Nord, Norma und Jeden Tag schneiden besonders schlecht ab

Die am schlechtesten bewerteten Haferflocken sind günstige (Eigen-)Produkte, die in großen deutschen Supermarkt- und Discounterketten verkauft werden. Sie fielen mit der Note „ungenügend“ durch. Dabei hatten zum Beispiel die zarten Haferflocken von der Rewe-Eigenmarke „Ja“ vor zwei Jahren im Öko-Test noch mit „gut“ abgeschnitten.

Von diesen vier Marken sollten Kundinnen und Kunden von Rewe, Norma, Aldi Nord und Co. deshalb lieber Abstand nehmen:

  • Golden Breakfast Haferflocken kernig (Norma)
  • Ja! Kernige Haferflocken (Rewe)
  • Jeden Tag Haferflocken kernig (Combi, tegut, Globus und mehr)
  • Knusperone kernige Haferflocken (Aldi Nord)

Norma hat bereits reagiert und seine „Golden Breakfast Haferflocken kernig“ aus dem Sortiment genommen. Das Produkt hatte den höchsten gemessenen Glyphosat-Gehalt im Test und war zusätzlich mit Schimmelpilzgiften belastet.

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