Sparsam bei fünf Lebensmitteln

Krebsrisiko: Lebensmitteln, die das Risiko erhöhen - und welche, die es senken

Die Ernährung hat mitunter Einfluss, ob jemand an Krebs erkrankt. Das Krebsrisiko kann je nach Lebensmittel erhöht oder gesenkt werden. 

  • Krebs ist eine Erkrankung, die viele Menschen fürchten, aber es gibt Möglichkeiten, das Risiko einer Erkrankung zu senken.
  • Dabei ist besonders eine ausgewogene Ernährung wichtig. 
  • Und von einigen Lebensmitteln sollten wir nur in Maßen essen. Hier die Tipps für eine Ernährung mit möglichst geringem Krebsrisiko.

Dortmund - Das weiß wahrscheinlich jeder: Eine ausgewogene Ernährung hält uns fit und gesund. Wer ein paar Regeln beachtet, kann sogar sein Krebsrisiko senken. Denn laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährung für jede dritte Krebserkrankung verantwortlich. Mit einigen Tipps der Stiftung Warentest lässt sich Risiko senken. 

Organisation

Weltgesundheitsorganisation WHO

Zentrale

Genf, Schweiz

Gründung

7. April 1948

Krebs: Es gibt keine Garantie nicht daran zu erkranken

Institutionen wie die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO können mit ihrer Forschung immer mehr Übeltäter ausmachen, die eine Krebserkrankung begünstigen können. Dabei handelt es sich aber immer um einen dynamischen Prozess. So können Lebensmittel, die unter Verdacht standen, Krebserkrankungen zu begünstigen, mit weiterer Forschung von diesem Vorwurf freigesprochen werden.

Kaffee galt lange als krebserregend – jetzt nicht mehr. Der Süßstoff Aspartam stand lange unter dem Verdacht, dieser wurde nun aber entkräftet. Bei einigen Lebensmitteln kann die Forschung noch keine abschließenden Ergebnisse präsentieren. Fest steht: Es gibt keine Garantie für ein krebsfreies Leben. Auch wer alle krebserregenden Lebensmittel streicht, auf Alkohol und Tabak verzichtet, kann an Krebs erkranken. Doch statistisch gesehen, können wir zumindest versuchen dagegen an zu arbeiten.

Krebsrisiko senken: Superfoods alleine schaffen das nicht

Bisher haben die Wissenschaftler noch kein Wunderlebensmittel gefunden, das eine Krebserkrankung verhindert, auch wenn einige Superfoods das von sich behaupten möchten. Aber generell sind sich die Forscher einig, dass es möglichst bunt auf dem Teller sein sollte.

Besonders Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkorn liefern viele Vitamine und Ballaststoffen, die Verdauung und Immunsystem stärken. Gute Nachricht für alle Menschen, die sich hauptsächlich pflanzlich ernähren: Laut WHO sinkt das Krebsrisiko um satte 11 Prozent, wenn vorwiegend Pflanzen auf dem Teller landen.

Pflanzen sind also unsere Basis um das Krebsrisiko zu senken. Das wird aber einigen Menschen sicherlich zu wenig sein. Wie sieht es also mit Fleisch, Milch und Zucker aus? Muss strenger Verzicht herrschen, wenn ich mein Risiko an Krebs zu erkranken senken will? Die Stiftung Warentest hat Tipps.

Krebsrisiko steigt durch den Verzehr von verarbeiteten Fleisch

Schlechte Nachricht für Wurst-Liebhaber: Verarbeitetes Fleisch wie Salami, Wiener und Kassler hat die WHO bereits 2015 als karzinogen (also als krebserzeugend) eingestuft. Gepökeltes, geräuchertes und gesalzenes Fleisch steigert das Risiko für Darmkrebs. Genau wie das Tabakrauchen stehen sie auf der höchsten Krebsrisikostufe (an den Folgen des Rauchens zu sterben ist aber 175 Mal höher).

Wer mehr als 50 Gramm Wurst am Tag isst, steigert damit sein Darmkrebsrisiko um 18 Prozent. Daher sollte möglichst wenig davon gegessen werden.

Darmkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs durch zu viel Fleisch

Es gilt als nicht ganz so gefährlich wie die Wurst, aber das Risiko besteht dennoch: rotes Fleisch. Unverarbeitetes rotes Fleisch gilt bei der Internationalen Agentur für Krebsforschung als "wahrscheinlich krebserregend". Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Prostatakrebs könnte durch rotes Fleisch verursacht werden.

Dazu gehört Fleisch vom Schwein, Rind, Lamm und von der Ziege. Geflügel, Wild und Innereien sollten kein Problem darstellen. Generell sollte in einer Woche nicht mehr als 500 Gramm rotes Fleisch verzehrt werden.

Rotes Fleisch gilt als wahrscheinlich krebserregend. Noch schlimmer ist allerdings verarbeitetes Fleisch wie Salami oder Wiener.

Krebs: Milch kann das Risiko senken und steigern – die Menge macht's

Im Kaffee, im Müsli oder einfach mal so: Die Deutschen lieben ihre Milch. Allerdings sollten sie aufpassen, wie weit die Liebe geht. Denn hier kommt es auf das richtige Maß an. 0,2 bis 0,8 Liter Milch am Tag kann sogar vor Dickdarmkrebs und Frauen vor Brustkrebs schützen.

In hohen Mengen kann Kalzium aus Milch und Milchprodukten aber das Prostatakrebsrisiko bei Männern erhöhen. Männer sollten nicht mehr als 1,5 Gramm Kalzium zu sich nehmen. Das entspricht ungefähr 1,25 Litern Milch oder 140 Gramm Hartkäse (mehr Service-Artikel bei RUHR24.de). 

Krebsrisiko steigt mit jedem Drink, der Alkohol enthält

Jedes Glas eines alkoholischen Drinks erhöht laut Weltgesundheitsorganisation WHO das Krebsrisiko. Gleich für sieben arten Krebs wird Alkohol verantwortlich gemacht: in Mundhöhle, Speiseröhre, Hals, Leber, Darm und Brust. Um dem Risiko zu entgehen, durch Alkohol an Krebs zu erkranken, hilft nur Abstinenz.

Laut Stiftung Warentest ist gelegentliches Rauschtrinken kritischer zu bewerten als öfter mal ein Gläschen. Ob nun Sekt, Bier, Wein oder Schnaps auf den Tisch kommt, spielt dabei keine Rolle. Besonders kritisch für Raucher: Alkohol macht die Mundschleimhaut durchlässig Tabakschadstoffe.

Demnach sollte eigentlich ganz auf Alkohol verzichtet werden, wer das nicht will, sollte laut Forschern einen Drink pro Tag bei Frauen und zwei Drinks pro Tag für Männer nicht überschreiten. Als Standardgetränk gelten 0,1 Liter Wein oder 0,3 Liter Bier.

Eigentlich ist jedes Glas zu viel. Wer nicht verzichten will, sollte seinen Alkoholkonsum minimieren.

Krebs durch übermäßigen Zucker-Konsum? Das stimmt nur halb

Zucker galt lange als ein Auslöser für Krebs, aber das ist nur halb wahr. Denn Zucker kann nur indirekt Krebs auslösen. Wer übermäßig Zucker zu sich nimmt, steigert sein Risiko, dick zu werden. Übergewicht wiederum gilt laut WHO als drittgrößter Faktor für Krebs. Das Risiko für gleich 13 Krebsarten wird mit steigendem Gewicht erhöht. Der Merkur berichtet darüber, was eigentlich das Wort "Krebsrisiko" bedeutet. 

Demnach sollten Menschen auf ihre Ernährung achten und Süßigkeiten nicht zu jeder Gelegenheit essen. Zudem kann es schon helfen auf süße Limonaden zu verzichten und stattdessen Wasser zu trinken. Auch Intervallfasten kann beim Abnehmen helfen.

Krebsrisiko mit einigen Tipps senken

Neben den Hinweisen zu den Lebensmitteln gibt die Stiftung Warentest auch noch folgende Tipps:

  • Nicht zu heiße Getränke trinken. Tee oder Kaffee mit mehr als 65 Grad erhöhen das Risiko für Speiseröhrenkrebs.
  • Beim Grillen die Lebensmittel am besten in eine Grillschale legen. So bildet sich keine dunkle Kruste und Würstchen, Gemüse und Grillkäse kommen nicht mit dem Rauch in Kontakt.
  • Wiener Würstchen, Speck, Kassler sollten nicht angebraten werden. Pökelware kann dabei krebserregende Nitrosamine entwickeln.
  • Verkohlten Toast, braune Fritten, schwarze Bratkartoffeln sollten in der Tonne und nicht im Magen landen. 
  • Schimmelt ein Lebensmittel, sollte es auf keinen Fall gegessen werden. Einige Schimmelpilze können krebserregende Gifte erzeugen.

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