Coronavirus und Arztbesuche

Jens Spahn setzte sich für Krankschreibung per Video ein: So soll es künftig laufen

Wegen Corona meiden viele den Besuch in einer Arztpraxis. Die Krankschreibung per Video könnte bald gesetzlich verankert werden.

Deutschland - Schnupfen, Husten und Fieber müssen nicht auf Corona hindeuten, sondern sind auch bekannte Erkältungssymptome. Wegen der Pandemie meiden viele aber derzeit den Gang zum Arzt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlägt die gesetzliche Krankschreibung per Video vor (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

NameCovid-19, Coronavirus
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Prävention u.a.Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen

Coronavirus und Arztbesuch: Krankschreibungen während der Pandemie

Wenn es nach Spahn geht, könnte die sogenannte digitale Krankschreibung bald zur Normalität werden. Ein Gesetzesentwurf des Gesundheitsministers sei bereits fertiggestellt, wie t3n berichtet.

Völlig neu ist diese Idee allerdings nicht: Wegen erhöhter Ansteckungsraten mit dem Coronavirus hat Spahn bereits ermöglicht, dass Erkrankte nicht mehr grundsätzlich persönlich vor Ort sein müssen, um eine Krankschreibung zu erhalten.

Seit Juli 2020 ist eine Krankschreibung per Video für maximal sieben Tage bereits möglich. Seit Oktober reicht sogar ein Attest per Telefon. Mit einer festen Verankerung im Gesetz der digitalen Krankschreibung sollen Arztpraxen weiter entlastet werden.

Digitale Krankschreibung: Schwere Krankheiten laut Spahn weiterhin ausgenommen

Aber was bedeutet die digitale Krankschreibung konkret? Beschäftigte würden so künftig dauerhaft die Möglichkeit bekommen, sich per Videosprechstunde eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einzuholen.

Sowohl eine erstmalige Krankschreibung als auch eine Verlängerung eines bereits bestehenden Attests sollen laut dem Gesetzesentwurf von Jens Spahn möglich sein - ganz ohne persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient. Ausnahmen gibt es allerdings auch hier.

Gesundheitsminister Jens Spahn will die digitale Krankschreibung im Gesetz verankern. Er selbst tritt derzeit öffentlich nur noch mit Maske auf.

So beinhaltet der Gesetzesentwurf des Gesundheitsministers keine mittelschweren bis schweren Erkrankungen. Diese würden eine besondere Form der Untersuchung voraussetzen. Derzeit gibt es noch weitere Dinge, die Erkrankte bei einer Krankschreibung per Video beachten sollten.

Digitale Kranschreibung soll vor allem Arztpraxen entlasten

Demnach soll das digitale Attest vor allem bei ansteckenden Krankheiten infrage kommen. „Insbesondere bei einfach gelagerten Erkrankungsfällen und zur Vermeidung von Infektionen über Wartezimmer, sollte die Feststellung von Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der Videosprechstunde auch im Rahmen einer ausschließlichen Fernbehandlung erfolgen können“, heißt es laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland im Gesetzesentwurf.

Die entsprechende Richtlinie soll durch das höchste Entscheidungsgremium der gesetzlichen Krankenversicherung, dem Gemeinsamen Bundesausschuss, angepasst werden.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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