Wer betroffen ist

Krankenkassen-Beiträge werden so teuer wie nie – aber nicht für alle Verbraucher

Die Zusatzbeiträge der Krankenversicherung sollen im Jahr 2023 deutlich erhöht werden. So teuer kann es für Betroffene werden.

Kassel – In Deutschland sind mehr als 57 Millionen Menschen gesetzlich krankenversichert. Auf die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kommt im Jahr 2023 eine Beitragserhöhung zu. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat für das kommende Jahr eine Erhöhung der Zusatzbeiträge um 0,3 Prozentpunkte angekündigt, wie hna.de berichtet.

Träger einer KrankenversicherungKrankenkassen
Anzahl in Deutschland97 (Stand: 1.1.2022)
AufgabenVolle oder teilweise Kostenübernahme für Therapien bei Krankheit, Mutterschaft oder bspw. nach einem Unfall
Ranking laut HandelsblattTK (Platz 1), HEK (Platz 2), HHK (Platz 3)

Krankenkassen-Beiträge steigen: Rekorddefizit von 17 Milliarden Euro

Der allgemeine Beitragssatz liegt derzeit bei 14,6 Prozent, 2023 läge er dann bei 16,2 Prozent. Noch nie war der Beitrag für die Krankenversicherung, der vom Bruttolohn abgeführt wird, so hoch. Bereits 2022 haben sich die Beiträge von einigen Krankenversicherungen erhöht.

Der höhere Beitrag soll die gesetzliche Krankenkasse (GKV) aus dem Finanzloch bringen. Grund seien unter anderem die hohen Gesundheitskosten im Rahmen der Corona-Pandemie. Das Rekorddefizit von 17 Milliarden Euro sollen nun vor allem die Versicherten zu spüren bekommen. Und das zu einem Zeitpunkt, wo Inflation, steigende Energiepreise und teurere Lebensmittel ohnehin auf den Geldbeutel der Verbraucher drücken.

Krankenkassen-Beitrag steigt: Zusatzbeiträge werden teurer – Abzüge beim Bruttolohn

Der Krankenkassen-Beitrag in Deutschland setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Dabei ist der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent vom Bruttolohn festgeschrieben. Unter bestimmten Umständen gilt ein ermäßigter Satz von 14 Prozent. Dieser Satz soll auch in Lauterbachs Plan unverändert bleiben. Knackpunkt ist der Zusatzbeitrag, welcher ebenfalls als Anteil vom Bruttolohn berechnet wird.

Die Höhe der Zusatzbeiträge werden allerdings von jeder Krankenkasse in einem gewissen Rahmen selbst festlegt. Bei den aktuell kostengünstigsten Kassen betragen die Zusatzbeiträge derzeit 0,35 Prozentpunkte, bei den teuersten 2,5 Prozentpunkte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,3 Prozent (mehr Service-News bei RUHR24).

Krankenkassen-Beiträge steigen: So teuer wird es für Verbraucher

Bei dem aktuellen Beitragssatz von 14,6 Prozent zahlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer derzeit durchschnittlich so viel für die Krankenversicherung:

Bruttogehalt: 2000 Euro159 Euro im Monat / 1908 Euro pro Jahr
Bruttogehalt: 3000 Euro238,50 Euro im Monat / 2862 Euro pro Jahr
Bruttogehalt: 4000 Euro318 Euro im Monat / 3816 Euro pro Jahr
Die Zusatzbeiträge der Krankenversicherung sollen im Jahr 2023 steigen. (Symbolbild)

Krankenkassen-Beitrag steigt: Das erwartet Verbraucher bei diesem Bruttogehalt

Gemäß Lauterbachs Plänen, den Zusatzbeitrag um 0,3 Prozent auf 1,6 Prozent zu erhöhen, läge der Beitragssatz der Krankenversicherung bei 16,2 Prozent. Das ergebe folgende Zahlen:

Bruttogehalt: 2000 Euro162 Euro im Monat / 1944 Euro pro Jahr - 36 Euro mehr
Bruttogehalt: 3000 Euro243 Euro im Monat / 2916 Euro pro Jahr - 54 Euro mehr
Bruttogehalt: 4000 Euro324 Euro im Monat / 3888 Euro pro Jahr - 72 Euro mehr

Bei einem Verdienst von 4000 Euro brutto im Monat, welches der aktuelle Durchschnittsverdienst in Deutschland ist, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher rund 72 Euro mehr pro Jahr für die Krankenversicherung zahlen. Da die Krankenkassen jedoch individuell über die Höhe des Zusatzbeitrags entscheiden, kann die Summe je nach Kasse höher oder niedriger ausfallen.

Rubriklistenbild: © Inderlied/Kirchner-Media/Imago

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