Ab 1. Oktober

Krankenkassen: Versicherte haben jetzt Anspruch auf drei neue Leistungen

Ab dem 1. Oktober gibt es neue Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das teilt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Krankenkassen, Kliniken und Ärzten mit.

Deutschland – Ab Oktober 2021 umfasst der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen neue Angebote. Neuerungen gibt es in der Psychotherapie, beim Gesundheits-Check-up und für junge Eltern. Die genauen Änderungen im GKV-Leistungskatalog kennt RUHR24*.

gesetzliche Krankenversicherung (GKV)Form der Krankenkassen in Deutschland
Anzahl der Krankenkassen103 (Stand: 2021)

Neu ab Oktober 2021: Krankenkassen bieten Hepatitis-Screening beim Check-up an

Nicht nur bei den Corona-Regeln ändert sich ab 1. Oktober* einiges – auch bei den gesetzlichen Krankenkassen. Die erste Neuerung betrifft die Gesundheitsuntersuchung, die jedem gesetzlich Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre zusteht. Bei dem Check-up können sich Versicherte ab sofort auch auf die Viruserkrankungen Hepatitis B und Hepatitis C checken lassen.

So sollen Infektionen erkannt werden, die bislang noch symptomlos verlaufen, erklärt der Ausschuss. Denn Spätfolgen einer unbehandelten chronischen Hepatitis ließen sich mittlerweile wirksam verhindern.

Krankenkassen bieten ab sofort neue Leistungen in der ambulanten Psychotherapie

Ebenso erhalten auch psychisch Erkrankte ab sofort weitere Leistungen von ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Ab 1. Oktober 2021 steht Patienten in der ambulanten Psychotherapie eine „gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung“ zu.

Konkret bedeute das: Patienten können ausprobieren, ob eine Gruppentherapie für sie infrage kommt. Wie der G-BA erklärt, informieren Therapeuten sie dazu in bis zu vier Sitzungen (je 100 Minuten) oder aber in bis zu acht Sitzungen (je 50 Minuten) über psychische Störungen. Auch die Arbeitsweise sowie die Chancen einer Gruppentherapie würden in derartigen Kennenlernsitzungen erläutert.

Gleichzeitig gehe es bei dem Angebot aber auch bereits um eine erste Symptomlinderung. Für die Leistung sei kein Anzeige- oder Antragsverfahren gegenüber den Krankenkassen notwendig.

Video – Beitrags-Schock: So teuer werden Krankenkassen im nächsten Jahr

Ab 1. Oktober: Neugeborenen-Screening umfasst zwei Krankheiten mehr

Weitere Änderung ab dem 1. Oktober: Beim Neugeborenen-Screening werden Säuglinge künftig auf 16 Krankheiten untersucht – statt der bisherigen 14. Das Neugeborenen-Screening findet zwischen 36 und 72 Stunden nach der Geburt statt. Dabei werden dem Neugeborenen einige Tropfen Blut aus einer Vene oder aus der Ferse entnommen und untersucht.

Mit dem Screening sollen beispielsweise angeborene Stoffwechselstörungen, hormonelle Störungen oder schwere Immundefekte festgestellt werden, die sich dann frühzeitig behandeln lassen. Künftig umfasst diese Untersuchung auch die spinale Muskelatrophie (SMA) und die Sichelzellkrankheit, erklärt der G-BA.

Änderung beim Neugeborenen-Screening: Zwei Krankheiten werden ab sofort mit untersucht. (Symbolbild)

Änderungen beim Neugeborenen-Screening – diese Krankheiten werden jetzt mit untersucht

Die SMA ist eine seltene neuromuskuläre Erkrankung, bei der die motorischen Nervenzellen im Rückenmark absterben. Rund 80 bis 120 Kinder werden in Deutschland jährlich mit dieser Krankheit geboren, schätzen die Kinderärzte im Netz. Wie Netdoktor.de erklärt, erreichen die Reize und Impulse des Gehirns bei der SMA die Muskulatur nicht mehr. Die Folgen können Muskelschwund und Lähmungen sein. Neue Behandlungen versprächen aber eine nachhaltige Verbesserung des Gesundheitsstatus, weshalb eine Früherkennung so wichtig ist.

Die Sichelzellerkrankung ist eine erbliche Erkrankung des Blutes, bei der die roten Blutkörperchen sich verkrümmen. Laut der Uniklinik Heidelberg kann die Krankheit je nach Schwere zu chronischen Schäden verschiedenster Organe führe. Auch ein asymptomatischen Verlauf mit fast normaler Lebenserwartung ist möglich.

Die Sichelzellkrankheit zählt laut dem Portal kinderblutkrankheiten.de zu den weltweit häufigsten Erbkrankheiten. In Deutschland erkranken laut den Kinderärzten im Netz jedes Jahr rund 150 Kinder. Aktuell leben hierzulande rund 4.000 Patienten mit der Erbkrankheit. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa