Hunderte Euro Mehrkosten

Krankenkassen-Beitrag steigt 2023 – Wechsel lohnt sich unter einer Bedingung

Die Beiträge vieler Krankenkassen steigen erneut. Für Versicherte können dadurch Hunderte Euro Mehrkosten im Jahr entstehen. Hier eine Übersicht.

Dortmund – Dieses Jahr steigen die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen auf ein Rekordniveau. Jede Kasse entscheidet dabei selbst, ob und wie sehr sie die Beiträge anhebt.

40 Millionen Versicherte müssen in 2023 mehr zahlen: Krankenkassen müssen nicht per Post informieren

Von den 96 Krankenkassen in Deutschland haben rund die Hälfte geplant, ihre Beiträge zu erhöhen oder haben diese bereits erhöht, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Für über 40 Millionen Versicherte bedeutet das höhere Kosten – dazu gehören beispielsweise Kundinnen und Kunden der AOK (weitere Service-News auf RUHR24).

Dazu kommt, dass Krankenkassen in diesem Jahr erstmals nicht dazu verpflichtet sind, ihre Kunden per Post über die steigenden Preise zu informieren. Stattdessen reicht eine Information auf der eigenen Website aus, berichtet fr.de.

Zusatzbeiträge der Krankenkassen sollen durchschnittlich um 1,5 Prozent erhöht werden

Besonders die Zusatzbeiträge werden bei den meisten Kassen angehoben, der Beitrag an sich bleibt bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich, da er gesetzlich auf 14,6 Prozent festgelegt ist. Die Kosten der Krankenkassen können durch den Beitrag selbst jedoch nicht gedeckt werden.

Um die Milliarden-Lücke der Krankenkassen zu stopfen, sollen jetzt bei einigen Kassen die Zusatzbeiträge erhöht werden. Die Beiträge werden von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden geteilt.

In diesem Jahr sollen sie auf durchschnittlich circa 1,5 Prozent erhöht werden. Das führt für viele Versicherte im Laufe des Jahres zu mehreren hundert Euro Mehrkosten.

Krankenkasse Zusatzbeiträge 2023 Steigerung zum Vorjahr
AOK1,6 Prozent (16,2 Prozent insgesamt)0,3 Prozent
Barmer1,5 Prozent (16,1 Prozent insgesamt)keine Steigerung
DAK1,7 Prozent (16,3 Prozent insgesamt)0,2 Prozent
TK1,2 Prozent (15,8 Prozent insgesamt)keine Steigerung
Quelle: Website der jeweiligen Krankenkasse

AOK, DAK und Co.: Selbstständige können vom Wechsel der Krankenkasse profitieren

„Wie hoch die zusätzlichen Kosten am Ende sind, hängt davon ab, wie stark die eigene Krankenkasse den Zusatzbeitrag anhebt“, sagte Dr. Daniel Güssow, Managing Director gesetzliche Krankenkassen gegenüber Check24. „Bereits kleine Beitragsanpassungen können zu empfindlichen Mehrkosten für Versicherte führen. Der einzige Weg, höhere Beitragszahlungen zu vermeiden, ist der Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse. Verbraucher sollten aktuell auf jeden Fall einen Wechsel prüfen.“

Von einem Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse profitieren vor allem Personen mit einem hohen Einkommen. Umso höher das Einkommen ist, umso größer ist auch die Ersparnis.

Selbstständige haben ebenfalls Vorteile von einem Wechsel. Das liegt daran, dass sich bei ihnen kein Arbeitgebender beteiligt und der Zusatzbeitrag von ihnen vollständig getragen wird. Dementsprechend können sie bei einer günstigeren Kasse doppelt sparen.

Circa 50 Prozent der 96 Krankenkassen in Deutschland erhöhen ihre Beiträge.

AOK, DAK und Co.: Kündigung, Sonderkündigungsrecht und Wechsel, wenn die Krankenkasse teurer wird

Wenn die Krankenkasse ihre Beiträge zum 1. Januar erhöht hat, haben die Versicherten bis zum 31. Januar ein Sonderkündigungsrecht. Doch auch ohne das Sonderkündigungsrecht kann man nach einer Laufzeit von zwölf Monaten die Krankenkasse wechseln.

Findet man ein günstigeres Angebot, lässt sich die Krankenkasse inzwischen online wechseln. In der Regel dürfen gesetzliche Krankenkassen keine Kunden ablehnen, denn das ist vom Gesetzgeber ausgeschlossen.

Für Versicherte besteht daher kein Wechselrisiko. Auch die Abmeldung bei der vorigen Krankenkasse wird von der Neuen übernommen. Die klassische Frist zum Kündigen der Krankenkasse liegt bei mindestens zwei Monaten. In dieser Zeit müssen auch die gestiegenen Kosten gezahlt werden. Mit DPA-Material

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